Aphorismus #11

Die soziale Verantwortung der Wirtschaft ist es, ihre Profite zu vergrößern

So einfach verkehrt Milton Friedman (1912 - 2006) Säulenheiliger aller Neoliberalen einen positiven Begriff in sein Gegenteil: Applaus!

Veröffentlicht in: on Samstag, 31. Mai 2008 at 00:10 Kommentare (0)
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Aphorismus #10

Hast Du die ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden, der seine Unterhose auf dem Kopf trägt.

Der aktuelle Spruch zum “Diskussionsfreitag” in den Online-Foren von Terry Pratchett, Mummenschanz

Veröffentlicht in: on Freitag, 30. Mai 2008 at 00:03 Kommentare (0)
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Was ist der freie Wille?

Auf jeden Fall keine statische und abstrakte Größe. Das zeigt sich schon allein dadurch, dass sich “Wille” im Gehirn nicht in einem bestimmten Areal festmachen lässt. Freier Wille oder Entscheidungsfreiheit ist die von uns bewusst erlebte Entscheidung, die uns einem inneren oder äußeren Handlungsimpuls nachgeben lässt oder nicht, die uns in einem Experiment einen Knopf drücken lässt oder nicht, die uns beim Klingeln der Glocke aufstehen lässt oder nicht, die uns einen Seitensprung machen lässt oder nicht, die uns den Abzug einer Waffe drücken lässt oder nicht.

Ein ganzes Bündel an vor- und unterbewussten Vorentscheidungen gehen dem voraus, ohne dass wir dies merken. Ein ganzes prägendes und geprägtes Leben liegt da hinter uns, ohne das wir uns im Moment der Entscheidung dessen bewusst sind. Ein ganzer Normenkatalog, den wir von den frühesten Kindertagen an erlernt haben,  zwingt uns da bereits in eine ganz bestimmte Richtung. Das wusste schon Freud, er hat sich in seiner Theorie für unseren modernen Geschmack zu “mythisch” ausgedrückt. Aber er hat zu Recht den Fokus auf die nicht bewussten Anteile unserer Verhaltensimpulse gelegt.

Auf physiologischer Ebene manifestiert sich der ganze Prozess der Entscheidungsfindung im Feuern der Neuronen in den unterschiedlichen Hirnregionen, im Ausschütten von verschiedenen Botenstoffen und in anderen physischen und chemischen Prozessen, die wir erst allmählich verstehen lernen. Alles ein Konglomerat aus Physik und Chemie einerseits und den Korrelaten Gefühl und Bewusstheit andererseits. Noch ist dieser äußerst komplexe Vorgang nicht enträtselt. Aber immerhin wissen wir, dass das Drehen an einer der Stellschrauben die unterschiedlichsten Auswirkungen haben kann: bei den Wirkungen von Psychopharmaka und Drogen auf die Neurotransmitter ist dies am besten erforscht. Bei direkter Einflussnahme auf die Gefühle und damit am Verhalten und Denken via Verhaltenstherapie, Gruppendynamik, Konfrontationstherapie etc ebenfalls.

Die Schwierigkeit aber besteht noch immer darin, diese unterschiedlichen Faktoren zusammenzubringen. Dass die sich dadurch ergebenden Fragen wie die nach dem freien Willen, nach Determiniertheit oder dem Bewusstsein uns in unserem Selbstbild unmittelbar betreffen, ist logisch. Und das macht die Antwortsuche noch zusätzlich so verflixt: Der Gegenstand der Neurowissenschaften ist zugleich untersuchtes Objekt UND untersuchendes Subjekt. Dessen sollten sich alle Forscher bewusst sein. Wenn ein gekränktes Ego (Ich bin nicht frei) die eigene Gekränktheit auf alle anderen überträgt (Ihr seid nicht frei), indem es seine Forschungsergebnisse narzisstisch überhöht (ICH habe es herausgefunden!) dann kann allein dieser Umstand die ganzen Ergebnisse stark verfälschen.

Auf jeden Fall liegt inzwischen eines mehr als nahe: Bewusstsein und Gefühl sind nicht Emanationen einer transzendenten Seele, sondern Ergebnis rein physiologischer Prozesse. Aber das wollen alle religiösen oder metaphysischen Weltdeuter nicht gerne hören.

Aphorismus #9

Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.

Ein bitteres Wort des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rex Die ZEIT, 13. November 2003, Nr. 47

Aphorismus #8

Manchmal denke ich, dass Fußball eine Art Ersatzbefriedigung ist, die vor allem junge Menschen von anderen, wesentlicheren Dingen des Lebens fernhält. Ein Opium des Volkes, dazu da, die Machthaber und deren Haberer* zu schützen und zu stützen, das Volk nicht an Umbruch denken zu lassen.

Franzobel, DER STANDARD 22. April 2008

*Haberer: österreichisch für Freund, Kumpane

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 28. Mai 2008 at 00:00 Kommentare (0)
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Aphorismus #7

Der Frühling wird überbewertet.

Douglas Adams (1952 - 2001), Einmal Rupert und zurück

Veröffentlicht in: on Dienstag, 27. Mai 2008 at 00:01 Kommentare (0)
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Aphorismus #6

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über einen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Karl Marx (1818-1883): Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

Veröffentlicht in: on Montag, 26. Mai 2008 at 00:00 Kommentare (0)
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Aphorismus #5

Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten

Theodor W. Adorno (1903-1969)

Wie dieses Adorno-Zitat traurige Berühmtheit erreicht hat, kann hier nachgelesen werden. Fazit: Das Zitat eines Antifaschisten und Antisemitusmusforschers reicht heute schon wieder zum Vorwurf der Volksverhetzung.

Veröffentlicht in: on Sonntag, 25. Mai 2008 at 00:24 Kommentare (0)
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Kriminelle USA

In einem Beitrag auf telepolis, dem Onlinemagazin schlechthin, ging es um die Anklage gegen verschiedene mutmaßliche Beteiligte an den Anschlägen auf das World-Trade-Center am 11.9.2201. Darin hieß es über einen Gefangenen: “Ein im Jahr 2006 freigegebenes Verhör-Tagebuch dokumentiert jedoch andere brutale Formen von Folter und Misshandlung, einschließlich langwährender (Isolations-)Haft, Schlafentzug, der Bedrohung mit Hunden, sowie der Anwendung extremer Temperaturen, sensorischer Angriffe (Lärm, Licht auch bei Nacht). Al Qahtani wurde außerdem 48 Tage lang bis zu 20 Stunden täglich verhört, zum Tragen von Frauenkleidern gezwungen und wie ein Hund an einer Leine herumgeführt.”

Bei solch einer Aufzählung bleibt einem mitdenkenden und mitfühlenden Leser erst einmal die Luft weg. Was da steht, unterscheidet sich kaum von den Schilderungen aus den Foltergefängnissen eines Pinochet oder Franco, Aber es ist keine Militärdiktatur, die das zu verantworten hat, sondern die, wie sie sich selbst sieht freiheitlichste Nation der Erde, die gegen die Achse des Bösen das Banner von Freiheit und Demokratie überall in der Welt hoch hält. So kann man sich täuschen!

Wird sich etwas nach der Wahl ändern? Wohl kaum!

Unter der Überschrift “Sollte es einen wundern?” habe ich folgendes geschrieben, das ich für hier ein wenig überarbeitet habe:

Die USA sind in jeder Hinsicht maßlos: als Gesellschaft und als Staat. Angefangen beim “american way of life”, für den seit Jahrzehnten der Rest der Welt teuer bezahlen muss. Das geht weiter bei der unersättlichen Gier nach Rohstoffen für die eigene Wirtschaft, besonders dem nach Öl. Weiter über ihr Großmachtgehabe als alleiniger selbsternannter Weltpolizist. Weiter über ihre als “war on drugs”, “war on terror” oder als vorgeblichen Kampf für Freiheit und Demokratie kaum verschleierte Hegemonialpolitik. Bis hin zu ihrem brutalen und Menschen verachtendem Umgang mit Kriminellen und solchen, die dazu gemacht werden nach der Devise “Beim dritten mal bist du raus!”

Die USA sind m.E. eine weithin brutalisierte Gesellschaft. Nicht durch irgendwelche bösen Kriminelle, sondern durch die von der weißen Mittelschicht geforderten und beförderten Gegenmaßnahmen: drakonische Strafen selbst für kleinste Vergehen, demütigender Umgang mit Gefangenen und Verurteilten (Braucht es wirklich immer und überall diese Fußfesseln?), Menschen verachtenden Boot-Camps für jugendliche Straftäter, die dort den brutalen Methoden durch vom Militär ausgebildete drill-instructors ausweglos unterworfen sind, einen offen zu Tage tretenden Rassismus (man sehe sich nur Strafmaße für Weiße und für Farbig oder Latinos an!) und nicht zuletzt mit der maßlosesten und brutalsten aller Strafen: der Todesstrafe.

Kann es da einen wundern, dass ganz selbstverständlich Folter auch zum Katalog der Unmenschlichkeiten in Justiz, Militär und Politik gehört?

Wenn die sogenannten Verbündeten der USA einen Arsch in der Hose hätten, dann würden sie endlich ihre verdammte Appeasement-Politik aufgeben und damit drohen, Amerika in ALLEN internationalen Gremien kalt zu stellen, und die eigenen Truppen aus allen Kriegsgebieten zurückziehen, in denen sie auf Druck der USA involviert sind. Das wäre mal echte FRIEDENS-Politik und ein wirklicher Kampf für FREIHEIT und DEMOKRATIE!

Aber das ist mal wieder zuviel verlangt. Wie immer, wenn es um die USA geht.

http://comixfuzzy.de

Aphorismus #4

Würde ich Ökonomen mit Physikern vergleichen, dann suchen die Ökonomen immer noch mit einer 200 Jahre alten Lupe nach den Bausteinen der Atome und wundern sich, dass sie sie nicht finden.

Heiner Flassbeck Chef-Volkswirt bei der UNCTAD mit Sitz in Genf in einem Interview des Schweizerischen Tages-Anzeiger vom 14.5.2008