Das Zeitgeistmovie – Eine Kritik Teil 1

Seit einiger Zeit, genauer seit dem 26. Juni 2007 macht ein „Dokumentarfilm“ im Internet Furore, dessen glühende Verehrer durch permanente Hinweise darauf vielen auf die Nerven gehen, ob sie es hören wollen oder nicht: zeitgeistmovie. Ursprünglich nur in Englisch, aber mittlerweile in verschiedenen Sprachen synchronisiert, auch in Deutsch. Mit ca. 2 Stunden Länge verlangt er dem Zuschauer, besser gesagt dem Zuhörer einiges ab: über weite Strecken ist der Film eine mit Bildern und Musik unterlegte „Predigt“. Aber nie wird klar, wer da eigentlich aus dem Off spricht, obwohl es unterschiedliche Sprecher sind. Das ist nicht die einzige Unsauberkeit, die diese „Dokumentation“ diskreditiert. Immer wieder werden im Laufe des Films Behauptungen als Tatsachen hingestellt, Zusammenhänge aus äußerlichen Analogien konstruiert und historische Abläufe wild durcheinander geworfen. Jede mehr als berechtigte Kritik wird aber auf der Homepage von vornherein abgewiegelt:

Now, it’s important to point out that there is a tendency to simply disbelieve things that are counter to our understanding, without the necessary research performed. For example, some information contained in Part 1 and Part 3, specifically, is not obtained by simple keyword searches on the Internet. You have to dig deeper. For instance, very often people who look up “Horus” or “The Federal Reserve” on the Internet draw their conclusions from very general or biased sources. Online encyclopedias or text book Encyclopedias often do not contain the information contained in Zeitgeist. However, if one takes the time to read the sources provided, they will find that what is being presented is based on documented evidence.

Schön, wenn man sich so einfach immun machen kann gegen jede Art von Kritik. Wenn man nämlich tief und lang genug forscht und die anerkannten Quellen beiseite schiebt, dann bleiben irgendwann nur noch Verschwörungstheorien (VT), esoterische Spekulationen und eben dieser Film als Quelle. Sehr seriös.

  1. Religion besonders das Christentum (und seine Hintermänner)
  2. Der 11. September 2001 (und seine Hintermänner)
  3. Die Geschichte der amerikanischen Zentralbank (und ihre Hintermänner)

Die Ergänzungen mit den Hintermännern stammen von mir, aber sie machen deutlich, was für die Autoren des Films das verbindende Element aller drei Teile ist: die Männer hinter dem Vorhang, die in Wahrheit die Geschicke der Welt lenken. Klassische VT-Gedankengut aus dem Baukasten Internet und Geschichte der Esoterik zusammengeklaubt.

Ich werde mich hier allein mit dem ersten Teil des Filmes beschäftigen, da ich mich auf diesem Gebiet nun mal am besten auskenne. ;-) Für die anderen Teile werden sich hoffentlich auch Leute finden, die diesen Film als das entlarven, was er ist: ein höchst spekulatives, von einer kruden VT durchwirktes Machwerk, das sich Dokumentation nennt, aber nur Fiktion ist. Und dazu eine langweilige bis schlechte. Bei meiner Kritik werde ich den Film nicht rekapitulieren, sondern mich nur mit seinen „Argumenten“ und „Beweisen“ beschäftigen. Wer mag und genügend leidensfähig ist, kann ihn sich gerne ansehen. Quellen gibt es genug.

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28 Kommentare zu “Das Zeitgeistmovie – Eine Kritik Teil 1

  1. Elisabeth Jellinek sagt:

    In der ganzen Woche TV dabei habe ich ein interessantes Zitat gefunden von Vince Ebert in der dritte Bildungsweg: Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann. Ich finde das sieht man bei dem Film Zeitgeist sehr gut.

  2. […] (teilweise auch guter Rant) zum religiösen Teil des Films von “Ungenannter” (Teil 1, 2, 3, 4 und 5). Danach bleiben für mich nur noch die oben genannten Adjektive über: Der Film […]

  3. ungenannter sagt:

    Sehr fundiert.

  4. Anonym sagt:

    Such dir ein neues Hobby oder was sinnvolles was du kannst, das hier gehört sicherlich nicht dazu.

  5. ungenannter sagt:

    Da ich bei facebook kein Mitglied bin und auch keines werden will, kann ich mit diesem Link nichts anfangen: er bleibt mir verwehrt.

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