Aphorismus #313

Leute, die über Revolution reden, oder über Klassenkampf, ohne sich dabei explizit auf das alltägliche Leben zu beziehen, die nicht verstehen, was subversiv an der Liebe ist und was positiv ist an der Zurückweisung von Beschränkungen, solche Leute haben eine Leiche in ihrem Mund.

Mal wieder ein bedenkenswerter Satz von Raoul Vaneigem, Handbuch der Lebenskunst für die jungen Generation

Aphorismus #312

Glauben: Dinge für wahr halten, für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt.

Ambrose Bierce (1842 – 1914), Des Teufels Wörterbuch

Aphorismus #311

Wir wissen nun, dass die Kunst nicht die Wahrheit ist. Die Kunst ist eine Lüge, die uns erlaubt, uns der Wahrheit zu nähern, zumindest der Wahrheit, die uns verständlich ist.

Pablo Picasso (1881 – 1973)

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Veröffentlicht in: on Sonntag, 29. März 2009 at 00:03  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #310

Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muss der Mensch die Wahrheit, i.e. die Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens -  das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage.

Karl Marx, Thesen über Feuerbach

Karl Marx höchstpersönlich erklärt, was Kommunismus ist!

Aphorismus #309

Zyniker glauben, dass jeder genauso korrupt ist wie sie selbst. Idealisten glauben jeder ist korrupt außer ihnen selbst.

Robert Anton Wilson, Schrödingers Katze

Veröffentlicht in: on Freitag, 27. März 2009 at 00:03  Hinterlasse einen Kommentar  
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Moderne Inquisition

Zwar nicht mehr mit glühenden Zangen, Daumenschrauben und anderen ausgesuchten Quälereien, aber es gibt sie immer noch: die „gute alte Inquisition“. Sobald man sich als Atheist zu erkennen gibt, sobald man sagt, dass jenseits dieser Welt die große Leere ist, treten sie auf den Plan, die neuen Inquisitoren (lat. Aufspürer, Verfolger), jene unduldsamen Zeitgenossen, mit ihren Glaubenssystemen, die ohne jede Einladung oder Aufforderung Antworten einklagen auf die Fragen, die sie stellen. Rechtfertigen soll sich der Atheist, dass er so ist, wie er ist. Wie kommt er dazu, gottlos zu sein? Was erlaubt er sich den allg. religiösen Konsens aufzukündigen? Wie kann er sich erdreisten, zu behaupten der Glaube sei im Unrecht?

Diese aufdringliche Fragerei, die damit verbundenen Unterstellungen und Verdrehungen, die ganze inquisitorische Art der Diskussion, die dem Atheisten die Pistole auf die Brust setzt, die ihm einen metaphysischen Begründungszusammenhang aufnötigt, den er nicht teilt- all dies geht mir- und ich vermute mal: nicht nur mir!- mächtig auf die Nerven. Ständig soll ich meinen Atheismus beweisen und mich dafür rechtfertigen. Wo sie selbst keinen Beweise haben für ihre kollektive Psychose, nur Hirngespinste, Phantasmorgien. Ständig soll ich ihre aberwitzigen Lehrgebäude widerlegen. Wo doch nur ein Wort reicht: lächerlich. Ständig wird von mir verlangt, ein geschlossenes und widerspruchsfreies Weltbild darzulegen, während sie selbst bei jeder Gelegenheit ihren deus ex machina hervorholen. Davon habe ich allmählich die Nase gestrichen voll. Dieses hohle Spektakel metaphysischer Phrasendrescherei mache ich nicht mehr mit. Und es kotzt mich regelrecht an, wenn die Hüter des Hl. Grals transzendentaler Unlogik, mir vorwerfen, was sie selbst sind: Eingekerkert in Systeme voller Dogmen, Tabus und Denkverbote. Unfähig zu eigenständigem kritischen Denken. Ohne jeden klaren Blick auf die Realität. Die Welt immer nach ihren ver-rückten Maßstäben messend erklären sie alles andere für falsch, oberflächlich, unethisch und materialistisch! Sie sehen, so sicher wie das Amen in der Kirche, im anderen das, was sie selbst sind! DAS verbindet sie mit allen Ideologien aller Zeiten.

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Aphorismus #308

Der Kommunismus stellt sich heute als Zirkelschluss dar: Die Befreiung der Arbeiter kann nur das Werk der Arbeiter sein; die Arbeiter aber befreien sich nicht. Sie denken gar nicht daran, oder wenn sie daran denken, dann denken sie nicht richtig. Sie denken dann, die Juden seien ihr Unheil, oder die Amerikaner, oder die Ausländer – die Auswahl der Hassobjekte ist fast so beliebig wie die Vorliebe für diese oder jene Zahnpasta; nur die Reihenfolge ist zwingend. Kurz gesagt, wir müssen hier nicht für alle Arbeiter auf der Welt reden: die Deutschen jedenfalls sind außerstande, sich selbst zu befreien. Das hat die Geschichte zweifelsfrei erwiesen.

Thomas Becker in: „Das Elend der Linken und die heimlich-unheimliche Lust an der Gegenaufklärung“

Aphorismus #307

Wenn die Geigen lauter geigen und die Selbstmordziffern steigen, merkt man gleich, der Frühling ist jetzt nah.

Wer kennt ihn noch, Georg Kreisler, den Wiener Kabarettisten, Komponisten, Satiriker und  Schriftsteller: den Meister des morbiden Wiener Humors?

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 25. März 2009 at 00:03  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #306

Vom Recht, und damit vom Staat, zu verlangen, eine gerechte Gesellschaft herzustellen, ist und bleibt grober Unfug – weder Staat noch Recht lassen sich je als Instrumente zur Herstellung herrschaftsfreier Verhältnisse verwenden.

Manfred Dahlmann ist Mitglied der Initiative Sozialistisches Forum, Freiburg

Veröffentlicht in: on Dienstag, 24. März 2009 at 00:03  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #305

Das Pferd wird immer bleiben, Automobile sind hingegen nur eine Mode-Erscheinung.

Die Michigan Savings Bank 1903 als sie die Marktchancen des Automaobils für Henry Ford analysierte.

autokutsche

Veröffentlicht in: on Montag, 23. März 2009 at 00:03  Hinterlasse einen Kommentar  
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