Aphorismus #343

I’d like to thank the Academy, my agent, and most of all, my operating system, Windows Vista for everything…[begins malfunctioning] System Error!

Calculon aus Futurama in: Into the Wild Green Younder Aus gegebenem Anlass. Grrrr… (nicht mein PC da stabilt Ubuntu inzwischen als Wolpertinger vor sich hin….), sondern der eines lieben Mitmenschen nach Virenbefall…

thx an "Ende der Vernunft für dieses schöne Stück EDVAlles klar?

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 30. April 2009 at 00:02  Kommentare (2)  
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Gestern war es mal wieder so weit!

Wie aus gut informierten Kreisen zu vernehmen ist, hat der Seitenabruf-Zähler des Blogs „Neue Fragmente eines Ungenannten“ wieder einmal eine neue Bestmarke hingelegt. Und was für eine! Mit 908 Hits am 28. April 2009 wurde der bisherige Höchststand vom 20. Januar, der bei 588 lag, nahezu pulverisiert! Grund für den regen besuch war ist ein Kommentar von mir als „Wächter der Nacht“ und die anschließende Diskussion auf Telepolis zu einem Artikel mit dem verräterischen Titel „Die Goldman-Verschwörung„. Allein 252 Treffer gab es für meinen Artikel über Verschwörungstheorien als strukturelen Antisemitismus, weitere 91 fielen auf den Aphorismus #205 über „Regressiven Antikapitalismus“ und immerhin noch 44 mal wurde das Kanzelmärchen #1 über angebliche gottlose Unmoral.
Ein rundum erfolgreicher Tag! Danke an alle,die mit ihren Hits ihn dazu machten.

Grund genug, um mit etwas Musik zu feiern. Diesmal inspiriert vom Konzert der Klezmatics am 29.4. im WDR

Das jiddische Original von „Bei mir bist du schejn“ geht sehr gemächlich und melancholisch los, nimmt aber dann umso mehr Fahrt auf. Einfach grandios.
Zum Vergleich, wer es nicht (mehr) im Ohr hat, zwei bekanntere Fassungen: die von Benny Goodman und Orchester bei seinem berühmten Carnegie-Hall-Konzert von 1938 und die der Andrew-Sisters.

Berufsverbot für Berufsverbieter!

Weil er Mitglied in einem linksradikalen Bündnis ist, erhielt ein junger Realschullehrer aus Heidelberg Berufsverbot. Nun bekommt er dafür Schadenersatz.

Michael Csaszkóczy ist froh und erleichtert. Und natürlich, sagt der 38-jährige Lehrer, fühle er auch Genugtuung. Das Land Baden-Württemberg muss ihm 32.777 Euro Schadenersatz zahlen, weil es ihm fast drei Jahre lang verboten hatte, als Lehrer zu arbeiten. Das entschied am Dienstag das Landgericht Karlsruhe. Das Kultusministerium von Baden-Württemberg, damals unter der Leitung der heutigen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), hatte im Jahr 2004 Bedenken an seiner Verfassungstreue und belegte Csaszkóczy mit einem Berufsverbot. Er ist Mitglied bei der „Antifaschistischen Initiative Heidelberg“, die sich als „linksradikales Bündnis“ von Anarchos, KommunistInnen, SozialistInnen und anderen beschreibt.

Hier geht dieser Artikel aus der taz vom 28.4.2009 weiter.
Hier gibt es die Presseerklärung des Landgerichts Karlsruhe dazu.
Hier findet sich eine kleine Auswahl an Pressestimmen, aktuell zur Entscheidung des LG und zur Entwicklung des „Falls Csaszkóczy“ seit 2004.
Bin ich ein Verfassunsfeind? Diese Fragen geben Aufschluss!

Aphorismus #342

Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.

Theodor W. Adorno, Negative Dialektik

Aphorismus #341

We’re seeing the reality of a lot of the North Pole starting to evaporate, and we could get to a tipping point. Because if it evaporates to a certain point – they have lanes now where ships can go that couldn’t ever sail through before. And if it gets to a point where it evaporates too much, there’s a lot of tundra that’s being held down by that ice cap..

Und eine Grippe-Pandemie ist sicher auch was sehr Positives: viele Arbeitslose können dann die frei werdenden Stellen besetzen. Das schafft Entspannung am Arbeitsmarkt.
Selten ist der Zynismus, die Unverfrorenheit- oder ist es Dummheit? (Ich frage mich, was schlimmer wäre?)- vieler Politiker so klar zu greifen wie in diesem Zitat des US-Kongress-Abgeordneten Henry Waxman, Vorsitzender des Committee on Energy and Commerce, des mit Abstand wichtigsten Ausschusses des amerikanischen Kongresses! Zitat der Woche bei wordpress.com.

Aphorismus #340

Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kindern vor dem 15. Jahre keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu hoffen sein.

Arthur Schopenhauer (1788-1860) Also gibt es auch in Berlin noch eine Menge zu tun.

unterricht_1497So hätten sie es gerne…

Aphorismus #339

Ich glaube, es geht darum, was Gott möchte.
Nun habe ich heute Gott angerufen, was er lieber möchte: Reli- oder Ethikunterricht?
Und er hat gesagt, am liebsten wäre ihm ein warmes Abendessen.

Henryk M. Broder, in einem launigen Kommentar zum Volksbegehren Pro-Reli in Berlin

Aphorismus #338

Wie ist der Totalausfall der Linken zu erklären? Der Totalausfall der linken Partei, aber eben auch einer links inspirierten intellektuellen Szene? Ausgerechnet jetzt. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da Gesellschaftskritik in ihrem Element sein könnte. Wann, wenn nicht jetzt, wäre die Gelegenheit, um die Entnaturalisierungen kapitalistischer Naturgesetze zu betreiben? So sollte man meinen. Aber kein revolutionäres Tönchen weit und breit. Rot stellt sich tot.

Von wem wird dieses Zitat wohl sein? Und wo veröffentlicht?
Nein alles falsch.
Es stammt von diesem Herrn und erschien am 8. April 2009 in diesem Blatt.
Und da fällt mir nur eines ein: so viel Heuchelei gibt es sonst nur in der katholischen Kirche.

Aphorismus #337

ALDI informiert – ALDI informiert – ALDI informiert

Im Internet und an anderer Stelle werden seit dem 08. Januar 2009 unzutreffende Behauptungen über angebliche Spenden unseres Hauses an Israel verbreitet.

Wir wissen nicht, wer diese unzutreffenden Behauptungen aufgestellt hat.

Deswegen stellen wir hiermit unmissverständlich und in aller Eindeutigkeit klar:

Es ist absolut unzutreffend und frei erfunden, wenn behauptet wird, dass ALDI an Israel Spenden leistet. Eine solche Absicht besteht nicht und hat auch nicht bestanden.

Das ist keine Satire, keine Ente und keine üble Nachrede. Das ist echt! Und hat einen einfachen, aber  zynischen Grund: Es gibt nun mal weit mehr islamische Kundschaft in Deutschland als jüdische. So einfach ist das mit Moral und Politik im Kapitalismus. Wenn es ALDI schon vor ’45 gegeben hätte, stellt sich die Frage, ob es dann in den Filialen SA-Hemden, SS-Uniformen und Hakenkreuz-Fahnen zum unschlagbar günstigen Preis gegeben hätte? Aber wahrscheinlich stellt sich diese Frage gar nicht. Pecunia non olet.

Es bleibt dem TV-Konsumenten nichts erspart

Aber nach dem enormen Erfolg seiner dünnen Bücher, dünn ist vor allem der Inhalt aus Allgemeinplätzen aufgeblasen zur eklektischen Philosophie light,  nach seinen zahllosen Besuchen in Morgens-, Mittags, Abends- und Mitternachtsmagazinen, nach seiner medialen Omnipräsenz in den letzten Wochen (ich weiß gar nicht mehr wie viel Sendungen mit ihm ich weggezappt habe!) nun das: eine eigene Sendung für Herrn Dr. Richard David Precht, studierter Germanist und Philosoph. Promoviert nicht in Philosophie, sondern in Germanistik. Das befähigt einen nun mal viel besser im Verkauf von Philosophie im Buchhandel und im Fernsehen. Sloterdijk und Safranski, die meist schlechtere Hälfte des philosophischen Quartetts, machten es vor: beiden promovierten mit sprachwissenschaftlichen Arbeiten und verkaufen sich als große Philosophen, die sie einfach nicht sind.
Nun also Precht. Zuerst nur eine Pilotsendung. Aber es wird schon jetzt eine regelmäßige Sendung mit ihm angedroht. Und es geht darin genau über die Themen, um die sich Precht bisher erfolgreich gedrückt hat- bis auf die autobiographische Version in „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“. Es geht um Gesellschaft und Politik . Das kann ja heiter werden. Eher langweilig und vor allem flach. So flach wie die norddeutsche Tiefebene. So flach wie der Rest seiner literarischen Produktion. Und politisch wie soziologisch wirklich Wichtiges wird auch nichts abfallen. Aber schön sagt er das. So gebildet. So adrett anzusehen und zu hören.

Wer wirkliche Philosophie will, bekommt die dummerweise nicht als Instant-Pulver zum Aufbrühen. Ein wenig, manchmal sogar verdammt viel Mühe muss man sich schon machen, will man in die Gedankenwelt der Philosophie einsteigen. Zum eigenen Quellenstudium gibt es nicht wirklich eine Alternative. Aber man wird, so man zu den richtigen Büchern greift, reich belohnt durch neue Erkenntnisse und einen geschärften Blick auf die Welt. Meine Empfehlung ist für den regelmäßigen Leser dieses Blogs sicher keine Überraschung: Adorno/ Horkheimer: Dialektik der Aufklärung und natürlich Marx und Engels, alles online zu haben, obwohl „richtige Philosophen“ waren die ja nicht. Vermutlich sind sie aber daher so aktuell. Noch früher geht es auch: die Aufklärer, die Römer, die Griechen. Alles keine schlechte Wahl. Hauptsache man macht um Nietzsche und Heidegger einen weiten Bogen. Übermenschen und allertiefste Seinsgründe sind verzichtbare Phantasmen deutschen Ungeistes.

Eine ganz entzückende, will heißen bitterböse Kritik über Prechts neuestes Elaborat: „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“ ist in konkret 5/2009 erschienen und auch online verfügbar.

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