Aphorismus #374

Wort zum Sonntag #3

Alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der HERR umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen, ihm, dessen Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans mit allerlei lügenhaftigen Kräften und Zeichen und Wundern.

2.Thessalonicher 2, 8f

Heute an Pfingsten wird wieder viel vom Menschen und Völker verbindenden Geist Gottes in den Kirchen zu hören sein. DIESES hier wird dabei lieber verschwiegen. Käme ja nicht gut, wenn der „liebe“ Gott einfach so Menschen umbringt,  die er für boshaft, lügenhaftig und satanisch hält. – Was für ein Kleingeist! Und das ist nicht aus dem  Alten Testament, sondern aus dem Neuen!

Karikatur via link

Aphorismus #373

Panzerballett

Da zappt man sich nachts gelangweilt durch die Kanäle und dann dies im WDR… Jazz, Rock, Metal, Funk, abrupte Tempiwechsel, Synkopen zuhauf, Polyrythythmik und die Energie des Metal, das Ganze wie auf Speed und zu meiner musikalischen Glückseligkeit alles auf höchstem handwerklichen und musikalischen Niveau! Wer ist so bescheuert so etwas zu machen? Und warum klingt das so verdammt geil?
Leider ist nicht das Video im Netz, das mich so elektrisiert hat, aber auch dieses hier, bei dem der Metal etwas zu kurz kommt, ist einfach nur gut.

Veröffentlicht in: on Samstag, 30. Mai 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #372

Der Präsident der USA ist der Präsident der USA ist der Präsident der USA. Irgendwann ist er auch noch Republikaner oder Demokrat, und irgendwie muss er auch heißen: Reagan, Clinton, Bush, Obama. Wer die Reihenfolge umkehrt, blamiert sich und blamierte, gäbe es noch irgendwas, womit man sie blamieren könnte, die Innung.

Hermann L. Gremliza in konkret 6/2009 S. 9


Veröffentlicht in: on Freitag, 29. Mai 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #371

Ich kann die Bewegung eines Körpers messen, aber nicht die menschliche Dummheit.

So kommentierte es Isaac Newton, als er 1720 beim Platzen der „Südseeblase“ 20.000 Pfund verlor.

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 28. Mai 2009 at 00:02  Kommentare (1)  
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Aphorismus #370

Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.

Marx/ Engels: Die deutsche Ideologie MEW 3, S. 35, 1846

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 27. Mai 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #369

Von allen merkwürdigen „Verbrechen“, welche die Menschheit aus dem Nichts konstruiert hat, ist „Gotteslästerung“ das verrückteste, dicht gefolgt von „obszönem Betragen“ und „Exhibitionismus“.

Robert A. Heinlein (1907 – 1988): Die Leben des Lazarus Long (Time Enough for Love)- Aus den Tagebüchern des Lazarus Long. Weitere Aphorismen von Heinlein habe ich hier.

Aphorismus #368

Quicksilver Messenger Service
Fresh Air

QMS sind ein, wenn nicht sogar DER typische Vertreter der 60er San Francisco Psychedelia. Leider bei uns nie so bekannt geworden wie in den USA.

Aphorismus #367

Wort zum Sonntag #2

Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht; darum sind sie unrein. Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum ist er euch unrein.

Levitikus oder 3. Mose 11, 5f

Über das überragende naturwissenschaftliche Wissen der Bibel habe ich andernorts schon mehrfach geschrieben. Die Speisegesetze, die für das Judentum so essentiell sind, zeugen hier von einer kapitalen biologisch und empirischen Fehlleistung. Entweder wusste Gott nicht mehr, was er so alles in 6 Tagen erschaffen hatte, und müsste bei „Wer wird Millionär?“ zum Thema Biologie seinen Telefonjoker Charles Darwin anrufen. Oder es ist schlicht die fantasievolle Art einiger priesterlicher Schreiber im Babylon des zu Ende gehenden 6. Jhd. v.d.Z.: sie wollten mit den seltsamen Speisegesetzen mit ihren noch seltsameren Begründungen für die in feindlicher Umwelt nötige Abgrenzung der Juden von den Gojim sorgen. Was ihnen ja auch gelungen ist. Dass solches heute noch funktioniert, sieht man an den Muslimen, oder ganz säkular, jedoch vorgetragen mit weit größerer Vehemenz, an den Veganern.
Und komme mir niemand damit, dass der Hase ein Koprophag ist, also seine Nahrung „wiederkäut“. Dummerweise heißt das hebräische Wort für Wiederkäuer מַעֲלֵ֤ה גֵרָה֙ ma^aleh gerah = Hochbringer von Gekautem“. Und die Koprophragie bei Hasenartigen ist DAS definitiv nicht. Und wie steht es mit dem Klippschliefer, denn der verbirgt sich hinter dem Tierchen, das Luther mit Kaninchen übersetzt? Der ist erst recht kein Wiederkäuert! Der bringt es nicht einmal zum Köttelmümmeln! Wiederkäuen schaut bei ihm ganz anders aus: Den Klippschliefer nie zu lange braten, sonst muss man ihn wieder und wieder kauen… scnr ;-)

Bild via linkBei so viel Durcheinander verliert auch der letzte Hase die Orientierung….

Aphorismus #366

Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.

Karl Valentin (1882 – 1948) Der philosophierende Humorist der alltäglichen Absurditäten. Worüber andere ganze Bücher füllen, darüber verlor er nur einen beiläufigen Satz, und hatte doch alles gesagt!

Veröffentlicht in: on Samstag, 23. Mai 2009 at 00:02  Kommentare (1)  
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60 Jahre Wunder Deutschland?

So wird es uns derzeit auf allen Kanälen und in allen Gazetten eingebimst. Wunder über Wunder allüberall. Das der Gründung der BRD (die DDR war kein Wunder, die kam aus der Hölle gekrochen). Das von Bern. Das der sozialen Marktwirtschaft. Das von Lengede. Das der Deutsch-Französischen Freundschaft. Das der Einbindung in die NATO. Und schließlich das größte und heiligste aller teutschen Wunder: das Wunder der Einheit!
Halleluja. Das ist mehr als nur ein Tedeum wert! Darum bimmelten am 3. Oktober 1990 landauf landab die Kirchenglocken eine neue Ära deutschen Großmachtstrebens ein! Gott  sei’s getrommelt und gepfiffen! WIR SIND WIEDER WER!
Und da kommen so ein paar das eigene Nest beschmutzende Linke daher und machen wie gehabt alles madig. Linke, denen man nun nicht mehr in bester Stammtischmanier bei jeder Gelegenheit ein „Geh doch rüber, wenn es dir nicht passt!“ entgegen schmettern konnte. Die offensichtlichen Wunder, die der deutschen Seele so wohl tun, diese werden von so ein paar Ungläubigen geleugnet. Defätisten, Vaterlandsverräter, Antideutsche! Das sind sie! – Ich bekenne, ich gehöre zu jenen, die in diesem Land mit allem rechnen, mit Merkel und Westerwelle, mit Steinbrück und Lafontaine, mit Springer und Spiegel, mit ALDI und LIDL, mit VW und Daimler. Nur mit einem rechne ich nicht: dem Wunder echter Demokratie, wirklicher Freiheit oder gar einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist.“
Und warum sind nun der Deutschen liebste Wunder keine? Hier die offensichtlichen Zurechtbiegungen, Tatsahenverdrehungen und Lügen, die zum „Wunder“ Deutschland dazu gehören, wie der Kater zum Suff.

WIR gründeten ein freies, demokratisches Deutschland, das die Lehren aus dem WK II gezogen hat. Das WUNDER der DEMOKRATIE hielt Einzug durch das Grundgesetz im Westen. Klar mit den im Schnellverfahren entnazifizierten Stützen des alten Regimes ging das ganz locker und einfach. Die waren so was von demokratisch, das war kaum auszuhalten. Und es gab auch keine Westalliierten, die Hebammen waren bei der Geburt des neuen Staates, die z.B. den Föderalismus hineinschrieben, damit in Zukunft eines nicht geschehen sollte: ein einiges neues deutsches Reich. Hat, o Wunder, nur 40 Jahre gedauert bis es endlich wieder so weit war. Heißt nur nicht mehr Deutsches Reich. Der Begriff hat einfach einen unangenehmen Hautgout.

WIR wurden Weltmeister! In Bern, an jenem denkwürdigen 4. Juli 1954. Da haben Rahn, Walter, Turek und Co. ein ganzes Volk „glücklich gemacht“! Warum bimmeln eigentlich an diesem Tag nicht die Glocken? Egal. WIR sind WELTMEISTER! WIR sind wieder WER! Wenn schon nicht auf dem Schlachtfeld, so doch wenigstens auf dem Spielfeld! Und in der Tat schienen die Radiomoderatoren jener Tage beides nicht so ganz auseinander halten zu können. Hätte man nur Les Préludes von Liszt davor montieren müssen, und das ganze wäre als 1a Wehrmachtsbericht durchgegangen. Und wo war nun das Wunder von Bern? Nun, man traut es sich fast kaum zu sagen: ein Fußballspiel wurde gewonnen. Mit viel Geschick und viel mehr Glück. Nur ein Fußballspiel wie 100.000 andere vorher und nachher auch. Besonders, ja zum Wunder wurde es nur, weil es die DFB-Auswahl war unter dem alten Nazi-Trainer Sepp Herberger- seit 1933 PG, von 1936 bis 1945 Reichstrainer und von 1945 bis 1964 Bundestrainer. Ach, natürlich war einer wie er nur Mitläufer. Hatte beim Parteieintritt ’33 wahrscheinlich die Finger hinterm Rücken gekreuzt. Sowieso gab es nur Mitläufer in der jungen BRD, Verführte, Verblendete, Befehlsempfänger und garnienicht irgendwo Täter und Schuldige! Diesem unter einem furchtbaren Minderwertigkeitskomplex (wegen des verlorenen Krieges, nicht wegen der Shoah!) leidenden Volk der Ahnungslosen kam der unverhoffte Gewinn eines Fußballspiels nur recht: so wurde daraus DAS WUNDER VON BERN, die Mär von den 11 Freunden, die mit ihren deutschen Tugenden der Übermacht des Feindes der favorisierten ungarischen Mannschaft den verdienten Sieg abtrotzten… Wunder entstehen immer erst hinterher. wie auch sonst. „Wunder“ ist keine Tatsache sondern eine Interpretation. Und wenn man es sich lange genug erzählt, dann glaubt es irgendwann (fast) jeder.

WIR schafften das WIRTSCHAFTSWUNDER! Die Trümmerfrauen räumten die Ruinen weg, durch das WUNDER der WÄHRUNGSREFORM kam alles wieder in Schwung. Und durch die deutschen Tugenden (Ähnlich wie beim deutschen Fußballspiel.) Fleiß (Eine anderes Wort für „Ich weiß sonst nix anzufangen mit meiner Zeit“. Nimm einem Deutschen seine Arbeit weg und er verliert den Sinn seines Lebens. Und zwar gründlich.), Ausdauer (Sonst hätten wir es nie bis kurz vor Moskau geschafft!), und Gewissenhaftigkeit (Mit derselben G. wie seinerzeit die Züge nach Auschwitz zusammengestellt wurden.) brachten wir das Wirtschaftswunder fertig. Und der Heilige Erhard schenkte uns die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. War es wirklich so einfach? Dass dazu ein „wenig“ Anschubhilfe in Form des Marshallplans nötig war, wird seltsam, seltsam bei diesem „Wunder“ gerne vergessen. Wäre ja kein Wunder mehr, wenn die USA uns aufgepäppelt hätten! Nun es war „ein bisschen“ anders. Ein amerikanischer Wirtschaftshistoriker (leider weiß ich seinen Namen nicht mehr) meinte in einer TV-Sendung zum „Wirtschaftswunder“, Erhard musste zum Erfolg der deutschen Nachkriegswirtschaft nichts tun. Absolut nichts. Es lief von selbst. Nach einem Krieg liegt gemeinhin vieles in Trümmern, da können neue Häuser gebaut, neue Möbel gekauft und Träume von sozialer Sicherheit geträumt werden. Aber mit derlei Träumerei ist es schon lange aus. Was Deutschland und Frankreich und  Schweden und die USA und Japan und viele andere Staaten erlebten, war eine stinknormale Boomphase nachdem ein großer Teil der Welt in Trümmern lag. Wieder nix mit „Wunder“. Nebenbei bemerkt, selbst die viel gepriesene „soziale Marktwirtschaft“ war keine deutsche Erfindung, auch nicht die Erhards, sondern die  pragmatische Wirtschaftspolitik in der damaligen Boomzeit. Sozial wurde die Marktwirtschaft erst durch eine Werbekampagne der deutschen Industrie! Irgendwie musste man es ja seinen Arbeitern verkaufen, dass der Chef Mercedes fährt und der Lohnabhängige, wenn es hoch kommt, einen Käfer.

WIR sind EIN VOLK! Die anderen Wunder der deutschen Geschichte möchte ich übergehen und zu dem Wunder aller Wunder kommen, zum WUNDER der EINHEIT! Das war jedoch am allerwenigsten ein Wunder. Das hatte klar zu benennende ganz irdische Faktoren als Ursachen. Das hat mit seiner verpassten großen Chance den Titel „Wunder“ nicht im Mindesten verdient. Fluch würde wohl eher passen. Upps. Schießt da einer in seinem Hass auf alles Deutsche weit übers Ziel hinaus? Nein. Ich habe keinen Deutschenhass, bin ja selbst einer. Ich mache nur das, was jeder machen sollte, bevor er irgendwelchen medial verbreiteten Meinungsmüll gedankenlos nachplappert! Selber Denken macht zwar manchmal Mühe, aber kann sehr erhellend sein.

Die Einheit war kein Wunder. Von Anfang an nicht. Der Niedergang des „Ostblocks“ stand auf der Agenda in jenen Jahren. Die Zeit war einfach reif. Eine imperialisitsche Macht wurde durch ein anderes niedergerungen nicht mit Waffen, sondern durch die bloße Wirtschaftsmacht. Und wenn Reiche zerfallen, entstehen neue, werden die Karten neu verteilt. Da musste Birne nur vom guten Blatt, zu dem er kam wie die Jungfrau zum Kind, die richtigen Karten zur richtigen Zeit spielen. Das konnte sogar einer wie er nicht versaubeuteln. Die Umsetzung llerdingsschon. Das gelang ihm gründlich. Und die Menschen, die mutig für Freiheit, für eine andere DDR und nach dem 9.November immer mehr auch für Wohlstand auf die Straße gingen, die zuerst „Wir sind das Volk!“ riefen, bis ihnen von der West-CDU die so ganz andere Parole „Wir sind EIN Volk!“ untergejubelt wurde, diese Menschen wurden schlicht mit Begrüßungsgeld 1:1-Umtausch und anderen „Wohltaten“ gekauft. – Es gab diesen einen kurzen Moment, in dem vielleicht ein wirklich „Neues Deutschland“ hätte entstehen können. Vielleicht. Aber daraus wurde nichts. Die „runden Tische“ sie tagten und tagten und wurden von der Wirklichkeit der Macht des Kapitals überrannt. Und wer erst einmal seine Seele dem Moloch verkauft hat, der kommt nur schwer wieder los. So wurde aus dem Wunder der Wende eine Rolle rückwärts zum alten angestammten Oben und Unten. „Wir sind das Volk“ beseitigte eine sich sozialistisch und demokratisch nennende staatskommunistische Diktatur. „Wir sind ein Volk“ ersetze diese durch die neue alte Diktatur des „freien Marktes“. Statt “ Einheit in Freiheit“ oder erst mal eine Zweistaatenlösung, kam mal wieder ein Teil heim ins Reich! Das ist (bis aufs Saarland) schon immer schief gegangen. Mal sehen, wie lange es diesmal dauert….

NEIN! 60 Jahre Bundesrepublik erzählen nicht von vielen kleinen und großen Wundern. Im Gegenteil. Die vergangenen 60 Jahre erzählen von den vielen verpassten Chancen. Erzählen von  Selbstbetrug. Erzählen vom Fortbestand der alten Eliten. Erzählen von der „Unfähigkeit zu trauern“ und der zu einem radikalen Bruch mit dem Alten. Erzählen von einer Stunde Null, die keine war. Erzählen, wie sich Täter je länger je mehr zu Opfer verklärten. Erzählen von dem unseligen Wunsch nach alter Größe und Macht. Kurzum, sie erzählen viele viele kleine und große Lügen. Aber die größte von allen heißt ganz einfach: Deutschland!

Bild via linkPlakate der ersten Bundestagswahl 1949

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