Vergipst

Die Firma Knauf Gips aus dem beschaulichen Weinstädtchen Iphofen hat sich aus kleinen Anfängen zur Weltfirma gemau(s)ert. So ist es kein Wunder, dass sie auch im Iran vertreten ist, wie viele andere deutsche Firmen auch. Die deutschen Exporte in den Iran 2008 betrugen knapp 4 Mrd €, damit ist Deutschland der wichtigste Handeslpartner des Iran. Gute Geschäfte brauchen vor allem eines: ruhige und klare Verhältnisse, verlässliche Partner und störungsfreie Kommunikation mit den Herrschenden. Forderungen nach  mehr Demokratie, revolutionäre Umtriebe gar, ein eindeutiges Engagement der Mitarbeiter in der Opposition oder – Gott behüte- gar auf einer Demonstration, all das ist eher hinderlich. Was sage ich hinderlich? Kontraproduktiv ist es! Die Firma Knauf in Person von Isabel Knauf aus der Chefetage des Familienunternehmens hat dies mit der Unternehmern ganz eigenen Logik erkannt und in einem Brief an ihre iranischen Mitarbeiter diese unmissverständlich gewarnt:

We would like to remind all of our employees to remember that they are not only representing their private opinion when being politically active, but their actions could fall back negatively on our Knauf companies in Iran.

Therefore, from now on, if anybody from our company gets caught demonstrating against the current government, he or she will be immediately dismissed.“

Wer’s nicht glauben mag: hier gibt es den Original-Brief als eingescanntes PDF. Und hier steht der Artikel im Wallstreet Journal, das diese Geschichte ruchbar gemacht hat. Und wer es lieber auf Deutsch nachlesen möchte, wird hier fündig.

Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte?
Alles nicht so wichtig: Hauptsache der Rubel rollt!

Veröffentlicht in: on Freitag, 31. Juli 2009 at 14:40  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #435

Das Vertrauen in den deutschen Friedenswillen hat wahnhafte Formen angenommen.

Ralf Schröder, Mission Weltfrieden, konkret 08/09 S.28f

Veröffentlicht in: on Freitag, 31. Juli 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #434

In der Wirtschaft geht es nicht gnädiger zu als in der Schlacht im Teutoburger Wald.

Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) bei der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden am 30. März 1957 in Berlin

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 30. Juli 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #433

Rock ‘n Roll is a combination of good ideas dried up by fads, terrible junk, hideous failings in taste and judgment, gullibility and manipulation, moments of unbelievable clarity and invention, pleasure, fun, vulgarity, excess, novelty and utter enervation.

Greil Marcus, für viele DER Musik-Journalist schlechthin

DER hatte reichlich davon…
… und ist leider als eines der ersten AIDS-Opfer viel zu früh gestorben.

Aphorismus #432

Wochenlang haben die Leute im Web 2.0 agitiert, während dort draußen – in der Realität 1.0 – echte Politik gemacht wurde. Ach, wäre doch jeder Tweet und jeder Forenkommentar gegen die albernen Stoppschilder eine Postkarte an einen Bundestagsabgeordneten, jeder Blog-Eintrag ein Leserbrief an ein Medium der Ewiggestrigen, mit felsenfester Argumentation und kompetenter Rechtschreibung. Aber wer will sich dafür schon dem Postschalterangestellten unterwerfen! Wir sind im Recht; die anderen haben keine Ahnung.

Gerald Himmelein, Editorial ct’ 16/09

Veröffentlicht in: on Dienstag, 28. Juli 2009 at 00:02  Kommentare (2)  
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Aphorismus #431

Sehr geehrter Islam

Eine kleine Ergänzung zum gestrigen Wort zum Sonntag #11
Mehr von Leo Lukas gibt es hier. Besonders schön ist der Bonobo-Song, der zwar etwas Anlauf braucht, aber dann geht die Post ab!

Aphorismus #430

Wort zum Sonntag #11

Noch mal zum Nachlesen: Islam in 30 Sekunden

  • Glaube an einen Gott, der allmächtig ist, der Schöpfer, Lenker und Herrscher des ganzen Universums
  • Er hat die Menschen erschaffen, damit sie ihm dienen
  • Er hat Gesandte und Bücher geschickt:Wer an die Gesandten glaubt und den Büchern folgt, wird ins Paradies gehen
  • Wer nicht, wird in die Hölle gehen
  • Der letzte Bote Gottes: Mohammed mit dem Koran, der letzten Botschaft Gottes
  • Das hast du zu glauben

Pierre Vogel, der Meister dieser 30 Sekunden, ist Konvertit und Prediger eines reaktionären aber nicht als aggressiv bekannten Spielart des Islam, auch mit dem entsprechenden Frauenbild. Ziel seiner Arbeit ist es, möglichst viele vor allem junge Menschen zu Allah zu bekehren, ein islamischer Erweckungsprediger also.  Auch wenn für manchen sein „Islam in 30 Sekunden“ die Sache total verkürzen mag, hat diese Darstellung doch den Vorteil, dass sie die zentralen Punkte eines orthodoxen Islam auf den Punkt bringt, und dies jenseits des üblichen 5 Säulen-Geblubbers, das nur den äußeren Kultus beschreibt und kaum den Inhalt. Zudem lässt sich an seinem Verhalten und seinen Worten sehr schön nicht nur die „Psychopathologie“ eines islamischen Erweckungspredigers erkennen, sondern auch die seiner christlichen Kollegen: die Strukturen sind gleich, nur die Etiketten sind andere.

Soweit das Vorspiel, kommen wir zum Eigentlichen, dem 30-Sekunden-Islam.

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Aphorismus #429

Denn über Eines bin ich mir klar: so wie der Einfluß, welchen die Juden auf unser geistiges Leben gewonnen haben, und wie er sich in der Ablenkung und Fälschung unsrer höchsten Kulturtendenzen kundgibt, nicht ein bloßer, etwa nur physiologischer Zufall ist, so muß er auch als unleugbar und entscheidend anerkannt werden.

Aus Anlass der Eröffnung der Bayreuther Festspiele ein Zitat Richard Wagners (1813 – 1883) aus seiner programmatischen Schrift von 1869 „Das Judentum in der Musik„. Kein Wunder, dass ihn der Österreicher so schätzte. Und damit es ein jeder kapiert, wes Geistes Kind Herr Wagner war und was vor allem nicht, nämlich ein Jude, setzte er noch eins drauf:

Ob der Verfall unsrer Kultur durch eine gewaltsame Auswerfung des zersetzenden fremden Elementes aufgehalten werden könne, vermag ich nicht zu beurteilen, weil hierzu Kräfte gehören müßten, deren Vorhandensein mir unbekannt ist. Soll dagegen dieses Element uns in der Weise assimiliert werden, daß es mit uns gemeinschaftlich der höheren Ausbildung unsrer edleren menschlichen Anlagen zureife, so ist es ersichtlich, daß nicht die Verdeckung der Schwierigkeiten dieser Assimilation, sondern nur die offenste Aufdeckung derselben hierzu förderlich sein kann.

Nachdem das mit dem Assimilieren nicht so geklappt hatte, entschied sich Hitler  dazu, die benötigten „Kräfte“ zu sammeln, die zur „gewaltsamen Auswerfung des zersetzenden fremden Elements“ nötig waren. Wer behauptet, man könne, ja müsse Wagneropern losgelöst sehen von dem, was seine Verehrer daraus gemacht haben, ist entweder naiv und will nicht wahrhaben, dass sich die NS-Ideologie auch aus den kruden Werken und Gedanken eines RW speiste., oder er teilt diese mit dem Meister und hält nur aus politischer Opportunität damit hinter dem Berg, besser: hinter dem grünen Hügel.

Aphorismus #428

No Vietnamese ever called me a nigger.

Muhammad Ali, dem größten Boxer aller Zeiten, zugeschriebene Begründung für seine Kriegsdienstverweigerung. Auch wenn er es nicht gesagt hat: es trifft den Kern eines jeden Krieges.

Vorschläge für modernisierte Varianten des Spruches, die dem Rang Deutschlands als endlich, endlich wieder kriegsführender Nation entsprechen, werden gerne entgegen genommen.

Bild via linkNach zehn Jahren erfolgreicher Kriegspolitik, fliegen schon lange keine Farbbeutel mehr.

Aphorismus #427

Wenn man anfängt, seinem Passbild ähnlich zu sehen, sollte man Urlaub machen.

Dieses ultimative Wort zum Thema Urlaub stammt von Ephraim Kishon (1924 – 2005), Der seekranke Walfisch

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 23. Juli 2009 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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