Man kann die Biografie nicht trennen von dem, was auf unseren Genen passiert. Äußere Ereignisse verändern zwar nicht die Gene selbst, aber die Genregulation. Die Wechselwirkung zwischen Veranlagung und äußerer Ursache führt zur Stoffwechselstörung im Hirn.
Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, Leiter des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München in einem lesenswerten Spiegel-Interview (Gibt es ab und zu, auch wenn sich die Redakteurin redlich bemühte, es zu versauen. Der Professor war einfach schlauer!) Gestoßen bin ich auf dieses Interview durch einen link im telepolis-Forum zu einem Artikel mit dem reißerischen Titel „Doch kein Depressionsgen„. Dabei ging es mal wieder um eine neue Metastudie, die bewiesen habe, dass es kein Depressions-Gen gäbe. Ich konnte mich natürlich nicht zurückhalten, habe ausgiebig kommentiert und, was mich sehr freute, der Autor Stephan Schleim stieg in diese Diskussion mit ein. Allerdings stellte sich heraus: Wir konnten zusammen nicht kommen… Interessant war es auf jeden Fall.

„Doch kein Depressions-Gen“ bezieht sich ausschließlich auf das Serotonintransportergen — das war eben bisher nur der beste Kandidat. Ich treffe keine Aussage darüber, wie stark der Einfluss anderer Gene sein mag.
Ich habe übrigens Prof. Holsboer eingeladen, eine Replik auf den Eintrag in meinem Blog zu schreiben. Vielleicht geht er ja darauf ein.
Auch wenn ich das, was er so sagt und schreibt, ganz interessant finde, klaffen meines Erachtens in seiner Argumentation noch Lücken. Dann versteckt er sich hinter dem Wörtchen „komplex“.
Viele Grüße
Stephan Schleim