Böller statt Brot!

Kritik am Aufruf zum Verzicht auf Feuerwerk

Man kennt es seit Jahren, das Spiel zu Sylvester: „Brot statt Böller“ rufen die guten Menschen aller Erden und wer doch noch böllert, muss ein schlechtes Gewissen haben: Ist jede Sylvesterakete nicht eine Bombe gegen die Moral, die guten Sitten und Verständigung unter den Menschen? Spende man doch stattdessen für die Armen dieser Erde…

Mit diesen Worten beginnt ein lesenswerter Artikel von Rüdiger Suchsland auf telepolis zum Aufruf eines Dritte-Welt-Aktivisten, der die Verlogenheit des allsilvesterlichen moralinsauren Aufrufs „Brot statt Böller!“ zum Thema hat.

Aphorismus #955

Äh dies könnte der erste des letzten Tages meines vorletzten m-m-m-meines Lebens versteht ihr?
Oder der vorletzte des ersten am letzten Tags meines.
Äh-äh.
Ich hab ein Problem.

Bill Murray
Des öfteren im Netz auf Deutsch zitiert, leider habe ich weder das englische Original finden können noch einen hieb- und stichfesten Hinweis, in welchem Film Murray dies sagt: Von Groundhog Day (nein!) über Lost in Translation (nein!) bis zu Charlie’s Angels (?) ist alles geboten. Für Hinweise bin ich dankbar.

Veröffentlicht in: on Freitag, 31. Dezember 2010 at 00:02  Kommentare (2)  
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Aphorismus #954

Anlässlich der zu erwartenden Nachfrage an Prognosen zum bevorstehenden Jahreswechsel weist die Berufsgruppe der Astrologen in der Wiener Wirtschaftskammer darauf hin, dass astrologische Prognosen konkreter Ereignisse seriös nicht möglich sind.

Es ist doch schön, wie in dieser offiziellen Pressemitteilung Astrologen sich von ihresgleichen und ihrer Arbeit nicht nur distanzieren, sondern sogar warnen. Solcherlei Einsicht vermisst man bei den 2012-Propheten, bei den Wirtschaftsweisen und ihren Prognosen, die meist bereits bei Veröffentlichung falsch sind )-P , und bei allen anderen Kristallkugel-Glotzern, ob nun esoterisch oder (pseudo-)wissenschaftlich: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Welt, das Wetter, die Menschen und nicht nur sie verhalten sich oft sehr eigenwillig und nicht irgendwelchen höheren oder ökonomischen Gesetzen gehorchend.
Frage: Wer hat die Prognosen für die Mengen an Streusalz, die diesen Winter gebraucht werden, gemacht? Es gäbe da eine elegante Lösung für bessere Planung: In England soll es mal ein Gesetz gegeben haben, dass bei einer falschen Wettervorhersage den Galgen vorgesehen hat. (Wenn es nicht stimmt, so ist es doch gut erfunden.) Würde das heute gelten und würde man es auf alle Prognosen ausweiten, gäbe es keinen Kachelmann-Prozess, Prof. Unsinn hätte die längste Zeit seinen Bart in die Kameras gehalten und die Anzahl an Sektenmitgliedern inklusive evangelikaler und fundamentalistischer Christen würde sich rasant verringern.

Gefunden habe ich den Hinweis auf diese PR-Meldung hier.

Aphorismus #953

Steve Harley & Cockney Rebel
Sebastian

Wer den Text versteht und wirklich übersetzen kann, inklusive des Cockney Rhyming Slang – oder ist der Song nicht damit durchsetzt? -, möge sich bitte melden. Die im Netz zu findenden Übersetzungen und Interpretationen sind alle irgendwo zwischen furchtbar, dürftig und lächerlich angesiedelt. Aber egal: Schön ist der Song allemal.

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 29. Dezember 2010 at 00:02  Kommentare (7)  
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Aphorismus #952

Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Pusteln, beim anderen Sexualgesetze.

Karl Kraus (1874 – 1936), Sprüche und Widersprüche (II. Moral, Christentum)

Aphorismus #951

Jedesmal, wenn man im Radio von verunglückten Autofahrern spricht, die auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren haben, sollte man die bislang ungestellte Frage in den Raum werfen, ob hier nicht “Väterchen Neoliberalismus” mehr Schuld trägt als “Väterchen Frost”. Aber diese Fragen werden in den Medien schon seit langem nicht mehr gestellt – man nimmt den neoliberalen Wahn vielmehr als Naturereignis wahr und spricht daher auch folgerichtig von wetterbedingten Katastrophen, die bekanntermaßen unabwendbar sind. Die neoliberale Katastrophe ist allerdings nicht unabwendbar.

Der Spiegelfechter Jens Berger, Unser umwintertes Gedächtnis

Aphorismus #950

Wort zum Sonntag #83

[8] Es ist nothwendig zu sagen, wen wir als unsern Gegensatz fühlen -

die Theologen und Alles, was Theologen-Blut im Leibe hat – unsre ganze Philosophie …

Man muss das Verhängniss aus der Nähe gesehn haben,
noch besser, man muss es an sich erlebt, man muss an ihm fast zu Grunde gegangen sein,
um hier keinen Spaass mehr zu verstehn
(- die Freigeisterei unsrer Herrn Naturforscher und Physiologen ist in meinen Augen ein Spaass,- ihnen fehlt die Leidenschaft in diesen Dingen, das Leiden an ihnen -)

jene Vergiftung reicht viel weiter als man denkt:

ich fand den Theologen-Instinkt des Hochmuths überall wieder, wo man sich heute als „Idealist“ fühlt,
- wo man, vermöge einer höheren Abkunft, ein Recht in Anspruch nimmt, zur Wirklichkeit überlegen und fremd zu blicken …Der Idealist hat, ganz wie der Priester, alle grossen Begriffe in der Hand (- und nicht nur in der Hand!), er spielt sie mit einer wohlwollenden Verachtung gegen den „Verstand“, die „Sinne“, die „Ehren“, das „Wohlleben“, die „Wissenschaft“ aus,
er sieht dergleichen unter sich, wie schädigende und verführerische Kräfte, über den „der Geist“ in reiner Für-sich-heit schwebt:

- als ob nicht Demuth, Keuschheit, Armut, Heiligkeit mit Einem Wort dem Leben bisher unsäglich mehr Schaden gethan hätten als irgend welche Furchtbarkeiten und Laster

… Der reine Geist ist die reine Lüge…

So lange der Priester noch als eine höhere Art Mensch gilt,
dieser Verneiner, Verleumder, Vergifter des Lebens von Beruf,
giebt es keine Antwort auf die Frage: was ist Wahrheit?
Man hat bereits die Wahrheit auf den Kopf gestellt,
wenn der bewusste Advokat des Nichts und der Verneinung als Vertreter der „Wahrheit“ gilt.

Seiten: 1 2

Aphorismus #949

Was wirklich Frieder auf Erden bringt

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people
Living life in peace 

John LennonImagine

und es kann funktionieren:

Vielleicht zuviel Streicher, dafür aber Moslem, Jude und Christ vereint in einem Lied:

You may say that I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Aphorismus #948

Weihnachten – Fest der Lichter

Allen meinen Lesern wünsche ich schöne Feiertage! Und die ganz ohne Kirche, Gott und anderen Ärger!

Veröffentlicht in: on Freitag, 24. Dezember 2010 at 00:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Aphorismus #947

Theorien über die Entstehung des Weihnachtsmannes*

Als wahrscheinlich gilt, dass der Weihnachtsmann, der Bruder von Gandhi jedoch nur eine billige Kopie des Nikolaus oder des Osterhasen ist, erfunden durch die im Aufschwung der 20er Jahre durch Coca-Cola benebelte Generation des goldenen Zeitalters.

Weihnachten sollte nicht mehr mit der Geburt einer biblischen Figur assoziiert werden, sondern mit der Werbeikone eine Brausemarke, die zufällig Ähnlichkeiten mit dem alten Nikolaus besaß. Nicht das dann doch recht öde Besinnen auf ein Ereignis, das vor 2010 Jahren, 27 Tagen, 20 Stunden und 36 Minuten in einem unbekannten Stall stattfand, sondern das Anbeten einer Gestalt im roten Wollmantel, sowie das Besinnen auf eine neue Ausdauerdisziplin, dem Dauerkauf von Geschenken in der Rush Hour und dreistündiges Anstellen an der Kasse, wurde nun neues Kernelement der Weihnachtsfeier (Es sei denn, es war schon damals Tradition, dem in der Krippe liegenden Jesuskind eine Sony Spielstation zu schenken, für die man schweißgebadet fünf Stunden an der Kasse von Karstadt und in dem Verkehrschaos der Innenstadt stand).

Der Weihnachtsmann ist nun schon seit mehr als hundert Jahren in der Öffentlichkeit aktiv. Er hat sich dabei in die Herzen vieler Kinder geschlichen und den Erwachsenen vorgegaukelt, er sei ein „lieber, guter” Weihnachtsmann. Wir fühlen uns nun in der Pflicht, die Stupidedia Leser einmal darüber aufzuklären, von welcher Sorte der Herr Weihnachtsmann denn IN WIRKLICHKEIT ist:

  • Der Herr Weihnachtsmann kommt nicht aus dem NICHTS und der Herr Weihnachtsmann ist auch keine übermenschliche Person, die uns ein GOTT geschickt hat. Der Herr Weihnachtsmann ist nichts anderes als ein ehemaliger katholischer Priester, der dem Suff verfiel und danach arbeitslos wurde.
  • Sein bürgerlicher Name ist „Nikolaus von Myra”! Wir wollen ihn nicht mehr „Weihnachtsmann” nennen. Wir nennen ihn ab sofort bei seinem RICHTIGEN Namen: Herr Myra.
  • Herr Myra schlug seinen Bruder tot, der den gleichen Namen hatte wie er.
  • Er zog sich einen Mantel an und ließ sich einen Bart wachsen, um fortan andere Menschen mit seinem Moral-Gehabe ohne jede Not zu belästigen.
  • Sein Mantel war zunächst in der schönen Farbe „Gold” gehalten. Später wechselte er die Farbe seines Mantels um in „Rot-Weiß”, nur weil er dafür Geld von der Firma „Coca-Cola” bekam.
  • Seinen von Ren-Tieren gezogenen Schlitten tauschte er schon vor langer Zeit gegen einen Düsen-Motor-Schlitten aus. Damit verpestet er die Luft – und das ausgerechnet in den höheren Himmels-Regionen, in denen die Ozon-Schicht OHNEHIN schon sehr dünn ist.
  • Der Weihnachtsmann hat viele Sklaven (Wichte) die rote Mützen tragen müssen und für ihn die Drecksarbeit machen.Mit diesen lebt er auf der Neverland Ranch .

Teilweise ist aber auch die unwahrscheinliche Vorstellung verbreitet, das der Weihnachtsmann ein Einbrecher ist. Als er durch den Kamin in ein Haus eingebrochen war, drehte er seinen vom Ruß geschwärzten Mantel um, der zur Tarnung innen mit rotem Innenfutter ausgestattet war, so dass er bei der Flucht diesen wenden konnte.

Im Jahre 2003 wurde endlich die Wahrheit als ein vom CIA gesponserter Dokumentarfilm herausgegeben . Auch die Fortsetzung hat hohe Wellen geschlagen. Die weihnachtsmarktverwöhnten Menschen konnten es einfach nicht akzeptieren, dass der Weihnachtsmann ein wildes Tier aus Finnland ist, das sich nach Menschenfleisch sehnt. Klingt komisch, ist aber so.
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* Quelle: Stupidedia, aus dem Artikel Weihnachtsmann

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