Aphorismus #45

Du nennst es Glauben, wir heißen’s Angst.

Henrik Ibsen (1828 - 1906), “Peer Gynt

Veröffentlicht in: on Freitag, 4. Juli 2008 at 00:02 Kommentare (0)
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Ist Europa noch zu retten?

Ganz kurz gesagt: Nein!

Etwas ausführlicher: DIESES Europa: Nein!

Mit dieses Europa meine ich das Europa der Kommission, des Ministerrates, des Molochs Euro-Bürokratie und des machtlosen und im babylonischen Stimmenwirrwarr untergehenden Parlamentes. Dieses Europa des Lissaboner Vertrages, des Abbaus von sinnvollen nationalen Regelungen und Standards, der Ökonomisierung fast aller Lebensbereiche,  des sozialen Kahlschlages und der undurchschaubaren Entscheidungsfindungen: DIESES Europa ist nicht mehr zu retten. Es wird hoffentlich an sich selbst zu Grunde gehen. Unter der Last seines eigenen Wasserkopfes zusammenbrechen. Ansonsten droht ein undemokratischer Superstaat, dessen Regierungsarbeit schließlich nur noch durch klandestines Antichambrieren und pekuniär bestens ausgestattete Lobby-Arbeit bestimmt wird und nicht durch demokratische Willensbildung.

Darum braucht es ein NEUES Europa.

Endlich muss ein Schlussstrich gezogen werden unter die Politik der letzten Jahrzehnte. Sie ist schon lange eine Einbahnstraße, die zuletzt in eine Sackgasse geführt hat: Nichts geht mehr. Weder vor noch zurück. Was es braucht, ist der Mut zu einem kompletten Neuanfang. Ein Europa nicht mehr der Regierungen oder einzelner Nationen, nicht mehr der Verbände oder Lobbys, nicht mehr der Verordnungen und der Bürokratie, nicht mehr der Kommissare und ihres Machtanspruchs, sondern allein ein Europa der Menschen, des einen gemeinsamen europäischen Volkes.

Einheit entsteht nicht von oben, nicht durch Verträge oder Sonntagsreden, Einheit entsteht durch Teilhabe, durch Mitbestimmung, durch die Erfahrung: Jeder hat etwas zu sagen in diesem neuen Europa. Jeder Einzelne, ob Deutscher, Pole, Engländer oder Ire. Jede Stimme zählt. Keiner wird an die Wand gedrückt und benachteiligt.

Wie das erreicht werden kann?

  1. Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung. Diese setzt sich aus einer Mischung von Stimmen pro Land und Stimmen pro Einwohnerzahl zusammen. (Wenn es daran scheitern sollte, dann ist wirklich alles zu spät!) Die Vorbereitungen dazu sind das einzige, wozu die alten Strukturen noch gebraucht werden!
  2. Arbeit an dieser Verfassung. Dafür sollte genügend Zeit sein, bzw. die Versammlung wird sie sich selbst nehmen. In der Zwischenzeit ruhen alle anderen Aktivitäten der EU. Alles wird auf dem Status Quo vor der Wahl festgeschrieben. Für ein paar Jahre müsste dies m.E. funktionieren.
  3. Währenddessen und erst recht wenn das Ergebnis vorliegt, erfolgt eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit. Erst dann kommt es zur Abstimmung durch das europäische Volk. Diese sollte in doppelter Weise gezählt werden: Zustimmung je Nation (bei mehr als 50% ist dieses Land in der neuen EU dabei, wenn nicht, ist es erst einmal außen vor, kann aber jederzeit seinen Beitritt beantragen. Der nach einer neuerlichen Abstimmung der Wähler erfolgt.) und Zustimmung nach einzelnen Stimmen. Ist letztere EU-weit höher als 50% ist diese angenommen, wenn nicht, wird die EU stante pede aufgelöst. Das war’s dann und zwar für immer! Der Wille der Wähler ist unbedingt ernst zu nehmen.
  4. Kommt eine solche EU zustande, so wäre sie nicht nur demokratisch legitimiert, sondern sie wäre auch die EU der Bürger: eine wirkliche Demokratie.
  5. Danach bräuchte es m.E. Gemeinsamkeiten jenseits des Binnenmarktes und der gemeinsamen Außengrenzen, wie z.B. eine gemeinsame Sprache. Und da böte sich Englisch an, weil es die Sprache ist, die EU-weit am meisten als Fremdsprache beherrscht wird. Jedes Land behält selbstverständlich seine Sprache(n), aber ab dem Kindergarten gehört Englisch zur Pflicht, so dass in 20 Jahren sich jeder EU-Bürger mit jedem anderen unterhalten kann. Das schafft Verbindung und Gemeinschaft! usw

Ob dies realistisch ist? Ich befürchte nein. Zu sehr wollen die politische Kaste und das Kapital ihr Europa durchdrücken: mit allen Mitteln.

Aber träumen wird man ja noch dürfen!

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 3. Juli 2008 at 18:12 Kommentare (1)
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Aphorismus #43

Sie (i.e. die Unternehmen und Körperschaften) können keinen Verrat begehen und weder geächtet noch exkommuniziert werden - denn sie haben keine Seelen.

Sir Edward Coke (1552 - 1634), Erster Lordrichter von England: Sutton’s Hospital Case, 10 Report 32, 1628

zitiert nach Larry Niven, Jerry Pournelle: Todos Santos (Im Original: Oath of Fealty) Überschrift von Kapitel 19:”Vergeltung”

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 2. Juli 2008 at 00:01 Kommentare (0)
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Aphorismus #42

Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!

Lenin (1870 - 1924)

Ein linkes Plakat, das es bis ins Haus der Geschichte geschafft hat!

Veröffentlicht in: on Dienstag, 1. Juli 2008 at 00:02 Kommentare (0)
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Aphorismus #41

So habe ich es noch in der Schule gelernt, vielleicht mit ein paar “kritischen” Anmerkungen:

Dulce et decorum est pro patria mori.

Süß und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben. (Horaz 65- 8 v.C.)

Diese Replik von Ioannes Audoenus (John Owen 1564 - 1622) wurde uns vorenthalten:

Pro patria sit dulce mori licet atque decorum vivere pro patria dulcius esse puto.

Mag es auch süß und ehrenvoll sein, für das Vaterland zu sterben, ich meine, es ist süßer, für das Vaterland zu leben!

Und so etwas hätten wir nie und nimmer erfahren:

“Bertolt Brecht … kritisierte als Schüler in einem Aufsatz diesen Spruch als eine „Zweckpropaganda“, auf die nur „Hohlköpfe“ hereinfallen. Er wurde dafür mit einem Schulverweis bestraft. Nur die angesehene Stellung seines Vaters und die Intervention eines Religionslehrers bewahrten ihn vor der Vollstreckung dieser Strafe.”

Letzteres hat ja schließlich nichts mit Latein zu tun, oder?

Veröffentlicht in: on Montag, 30. Juni 2008 at 00:01 Kommentare (0)
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Aphorismus #40

Mr. Block legt sein Erspartes an

Comic vom Anfang des 20. Jhd. im Umfeld der IWW

Hier geht dieser immer noch aktuelle Comic weiter.

Veröffentlicht in: on Sonntag, 29. Juni 2008 at 00:02 Kommentare (0)
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Aphorismus #39

Aufgabe von Kunst ist es heute, Chaos in die Ordnung zu bringen.

Theodor W. Adorno ( 1903 - 1969)

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Jackson Pollock: Komposition, 1950


Veröffentlicht in: on Samstag, 28. Juni 2008 at 00:02 Kommentare (0)
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Aphorismus #38

Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.

Bertrand Russell (1872 - 1970) aus: “Warum ich kein Christ bin

Aphorismus #37

The only free choice is the refusal to pay.

Gefunden auf einer Archivseite, die viel sehenswertes Material der “Situationistischen Internationale (SI)” für die Nachwelt erhält.

Aphorismus #35

Ein Kind das heute verhungert, wird ermordet.

Jean Ziegler

Veröffentlicht in: on Dienstag, 24. Juni 2008 at 00:02 Kommentare (0)
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