Aphorismus #535

Wort zum Sonntag #26

Jesus Christ Superstar

oder

Wie man es als einfacher Wanderprediger schafft, 2000 Jahre lang verehrt zu werden!

„Wenn die Kirchen machen würden, was Jesus gepredigt hat, die Welt wäre ein besserer Ort!“
„Wenn die Christen immer tun würden, was Jesus gewollt hat, dann könnte ich vielleicht auch glauben!“
„Nächstenliebe, Friedfertigkeit, Barmherzigkeit- alles Dinge, die Jesus wollte, und die Christen nicht tun!“
„Jesus war der erste Hippie! Deswegen musste er sterben!“
„Jesus wurde wegen seiner revolutionären Lehren hingerichtet. DAS hat den Mächtigen nicht gepasst!“

Es ist schon seltsam: mit wem man auch diskutiert, ob mit dem Hardcore-Katholiken, dem „normalen“ Kirchgänger, dem New-Age-Jünger, dem linken Aktivisten, dem Agnostiker oder sogar manchem Atheisten- eines eint sie fast immer: die Bewunderung für diesen Jesus von Nazareth! Das sollte einen doch sofort stutzig machen, oder? Dass Leute mit diametralen Positionen, wie es scheint, einen gemeinsamen Punkt haben: die Bewunderung für eine Person, in deren Namen Großes aber auch Furchtbares vollbracht wurde. Die Gründe für die Bewunderung des Nazareners sind allerdings sehr, sehr unterschiedlich. Ist er für die einen der Sohn Gottes und der kommende Herr und Richter der Welt, so ist er für die andere ganz einfach der Mensch, wie er sein sollte, der Sozialrevolutionär, der Weisheitslehrer, der Guru eines neuen Zeitalters oder oder… So hat jeder sein Bild von Jesus und darum hat er, wie es scheint, immer und überall große Fürsprecher. Aber woher rührt diese ungeteilte Beliebtheit? Warum hat Jesus so eine unverschämt gute Presse? Ich will dieser Frage hier nachgehen in den Kapiteln:

Jesus Riding a Dinosaur Pictures, Images and Photos

„Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd.
Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.“
Offenbarung 19, 11
Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt…

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Aphorismus #465

Wort Bilder zum Sonntag #16

Das kennt man ja…

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Die Juden, diese alten Nazis haben doch glatt den Holocaust inszeniert…

… das auch…

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Dass die es ernst meinen, zeigt jeder neue Selbstmordattentäter

…wenn dann das noch dazu kommt…

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Gott, wie muss er uns hassen!

… und das noch

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Klar als Mönch MUSS man gegen Frieden sein!

… fehlt noch solches…

Was Moslems, Christen udn Buddhisten können, klappt auch unter Hindus!

Was Moslems, Christen und Buddhisten können, klappt auch unter Hindus!

…so darf man gespannt sein, was noch alles auf uns zukommen wird. Die religiösen Spinner, Fundamentalisten und Glaubenskrieger, allesamt aber nur eines: Menschenhasser, sie  haben noch viel zu tun, um den Rest der Menschheit mit ihrer Wahrheit zu beglücken. Hoffte man blauaügig noch vor einiger Zeit, das Zeitalter der Religionskriege könne bald zu Ende gehen, belehren sie uns eines Besseren! Religion schafft immer Streit, Hass, Unterdrückung und Krieg.  Einig sind sie sich diese Wahnsinnigen nur in einem: eine Welt ohne Gott, das wäre furchtbar.  Écrasez l’infâme! Der Schlachtruf Voltaires kann gar nicht laut genug ausgerufen werden! Und er meint schon lange nicht mehr nur die christlichen Kirchen, sondern auch den Islam in  seinen Spielarten,den Hinduismus und auch den Buddhismus! ALLE Religionen sind infam und niederträchtig, weil sie den Gläubigen Dinge nach dem Tod versprechen, die sie hienieden ihnen vorenthalten, und weil sie allen ihre primitive Weltsicht aufzwingen wollen.

Wir leben wahrhaft in interessanten Zeiten.

Aphorismus #413

„Das jüdische Volk wird ausgerottet“, sagt ein jeder Parteigenosse‚ „ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.“ […] Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte. […] Wir hatten das moralische Recht, wir hatten die Pflicht gegenüber unserem Volk, dieses Volk, das uns umbringen wollte, umzubringen.

Heinrich Himmler in seiner ersten „Posener Rede“ am 4.10.1943 vor 92 SS-Offizieren.
Wenn einer unserer famosen Politiker mal wieder über Anstand faselt, oder dass alle „anständigen Deutschen“ irgendetwas tun oder denken sollen, schaudert mich und ich hoffe, dass ich nie ein „anständiger Deutscher“ werde.

Aphorismus #409

Wort zum Sonntag #8

Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion alleine, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.

Rudolf Steiner (1861 – 1925), Begründer der Antroposophie in: Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884-1902 (GA 32), S. 152 f.
Wahrscheinlich hat diesen esoterischen Bramarbas nur die Gnade des frühen Todes im schweizerischen Dornach davor bewahrt, Hitler bei seiner speziellen „Nachhilfe“ beim „Ausleben des Judentums“ (=Shoah) bejubeln zu können. Zu böse? Bestimmt nicht! „Er [Steiner] kombinierte traditionelle christliche Stereotype mit dem anthroposophisch-theosophischen Evolutionsmodell. Demnach sind die Juden Gottesmörder, leugnen den Messias und haben ihre historische Mission erfüllt: Sie sollten das körperliche Gefäß für die Inkarnation des Christus, der Anthroposophen als Sonnengeist gilt, bereitstellen und den Monotheismus entwickeln. Seither lebten die Juden nach einem unfruchtbaren Gesetz, so Steiner. Sie seien spirituell erstarrt, nationalistisch und zugleich kosmopolitisch.“ (Steiner mutiert zum Freund der Juden, taz, 21. Feb 2001)

link: absolut lesenswertes Interview Richtig gelsesn: am Anfang der Evolution stand „der Mensch“ und nach wirbellosen Tieren, Säugetieren, Affen und Indianern endlich: DER ARIER!

Der antroposophische Ober-Blubb ist seit Helena Petrovna Blavatskys Lehre von den „Wurzelrassen“ nur einer von vielen Esoterikern, die spirituell verbrämten Antisemitismus und rassistisches „Ariertum“ unters Volk brachten und bringen. Ein paar Beispiele:
„Ein typischer Vertreter der braunen Esoterik der Gegenwart ist der deutsche Autor Jan Udo Holey (Pseudonym Jan Van Helsing). Er betreibt mit Jo Conrad Secret-TV. Die Juden hätten 1933 den Deutschen den Krieg erklärt, schreibt Jan van Helsing in seinem Werk „Geheimgesellschaften“. Deshalb hätten die Juden „allerhöchstens ein Anrecht auf ein Stück Land irgendwo in Russland“. Sie seien selbst am wiedererstarkenden Antisemitismus schuld: Der israelische Geheimdienst Mossad finanziere „größtenteils die deutsche Neonazi-Szene“. Weitere Vertreter sind Dieter Rüggeberg, Armin Risi, Michael Kent (Psychopolitik) und Jo Conrad. Der esoterisch orientierte Reinkarnationstherapeut Trutz Hardo betrachtet in Jedem das Seine den Holocaust als jüdisches Karma: Die meisten, die vergast wurden, mussten durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen. Auschwitz könne man, so der Autor Hardo, im Grunde genommen ein welthistorisches Ausgleichen vorvergangener Vergehen nennen.“ (esowatch: Artikel braune Esoterik)
„Besonders brisant sind auch die Publikationen von Stefan Erdmann. Sein Zweiteiler „Banken, Brot und Bomben“, verlegt in Holeys „Ama Deus Verlag“, durfte wegen strafbarer Inhalte nicht in der Originalfassung veröffentlicht werden. Angebliche Pläne über die Errichtung einer „Neuen Weltordung“ versucht er darin, mit Verweis auf die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ nachzuweisen. So heißt es zum Beispiel im zweiten Band: „Die Protokolle, die Hauptthesen, wenn man so will, wurden bereits zu großen Teilen umgesetzt – das ist unzweifelhaft!“ ( Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 26. April 2008)
„Armin Pfahl-Traughber, Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Köln, bestätigt: „Wenn ich in den Esoterikabteilungen der Buchhandlungen willkürlich ins Regal greife, erwische ich immer öfter ein Buch mit rechtsextremistischem Inhalt.“ Es ist bemerkenswert, dass diese Bücher nicht nur in den einschlägigen rechten Verlagen erscheinen. So brachte beispielsweise der Goldmann-Verlag das Buch „Schicksal als Chance. Das Urwissen zur Vollkommenheit“ heraus. Der Esoterik-Bestsellerautor und Münchner Startherapeut Thorwald Dethlefsen schwadroniert darin im Stürmer-Stil: Der Mensch „hat sich zu bemühen, eine möglichst nützliche Zelle zu sein, so wie er es von seinen Körperzellen erwartet, damit er nicht zum Krebsgeschwür dieser Welt wird. Verläßt er dennoch die Ordnung mutwillig, um seine mißverstandene Freiheit auszukosten, so sollte er sich nicht wundern, wenn er eliminiert wird.“" (Braune Esoterik – Viele Bücher aus der New Age Szene zeichnen ein rassistisches Weltbild)

Aphorismus #337

ALDI informiert – ALDI informiert – ALDI informiert

Im Internet und an anderer Stelle werden seit dem 08. Januar 2009 unzutreffende Behauptungen über angebliche Spenden unseres Hauses an Israel verbreitet.

Wir wissen nicht, wer diese unzutreffenden Behauptungen aufgestellt hat.

Deswegen stellen wir hiermit unmissverständlich und in aller Eindeutigkeit klar:

Es ist absolut unzutreffend und frei erfunden, wenn behauptet wird, dass ALDI an Israel Spenden leistet. Eine solche Absicht besteht nicht und hat auch nicht bestanden.

Das ist keine Satire, keine Ente und keine üble Nachrede. Das ist echt! Und hat einen einfachen, aber  zynischen Grund: Es gibt nun mal weit mehr islamische Kundschaft in Deutschland als jüdische. So einfach ist das mit Moral und Politik im Kapitalismus. Wenn es ALDI schon vor ‘45 gegeben hätte, stellt sich die Frage, ob es dann in den Filialen SA-Hemden, SS-Uniformen und Hakenkreuz-Fahnen zum unschlagbar günstigen Preis gegeben hätte? Aber wahrscheinlich stellt sich diese Frage gar nicht. Pecunia non olet.

Aphorismus #334

Antisemitismus unterstellt, was er selber betreibt und vorhat, den Juden als Motiv und Praxis. Und da spricht der deutsche Antiamerikanismus eine deutliche Sprache von dem, was er selber gern täte, aber nicht kann, und deswegen bei seinen arabisch-islamischen Schützlingen, den Erbverwaltern des Nationalsozialismus, umso mehr goutiert, protegiert und alimentiert.

Uli Krug, Bahamas 20/2003

Kann ich hoffen, dass es mir mit einem Zitat aus dem Hassblatt aller Antizionisten nicht ergeht wie dem ca ira Verlag?  Und nein, ich bin jetzt nicht bei der Bahamas „gelandet“. Ich erlaube es mir nur, selbständig denkend Zitate aufzunehmen, die passen. Und dieses passt zu 100% auf die gestern eröffnete Durban II-“Israel ist der Todfeind der Menschheit“-Konferenz.

Nazivergleiche

Als jemand, der gerne den Dingen auf den Grund geht, vor allem den politischen, den deutschen besonders, muss ich mir oft anhören, dass meine „ständigen Nazivergleiche“, mein andauerndes „Herumreiten auf den 12 Jahren 3. Reich“ nerven, dass doch einmal Ruhe sein muss, dass ich die „Auschwitz-Keule“ zuhause lassen soll. Nutzt nichts. Werde ich nicht, ganz bestimmt nicht. Das Gegenteil ist richtig. Ich lasse diese ominöse Keule noch viel zu oft im Schrank, rekurriere viel zu wenig auf die dunkle Vorgeschichte unserer angeblich so famosen Republik, statt deutlich und unmissverständlich zu sagen, was da mal wieder in einer Diskussion schief läuft. Egal, ob sich die anderen düpiert vorkommen oder nicht, verstanden oder in die Ecke gedrängt: manche Dinge müssen eben gesagt werden.

Wie das? Ganz einfach: wenn nicht die, die über diese 12 Jahre sich ernsthaft Gedanken machen, sie immer und immer wieder reflektieren, sich die Mechanismen im Kleinen wie im Großen ansehen, und die Linien von damals bis in die Gegenwart ziehen; wenn nicht diejenigen, die danach fragen, wie all dies zu verhindern gewesen wäre, nicht zur Selbstkasteiung oder aus anderer sinn- wie zweckloser Nabelschau, sondern um ähnliches in Zukunft zu verhindern; wenn nicht diejenigen, die sich nicht davor drücken das Undenkbare gedanklich zu durchdringen, d.h. die Dinge von damals wie von heute beim Namen zu nennen, dann, ja dann werden die Versatzstücke der allgemeinen dümmlich harmonisierenden bundesrepublikanischen „Aufarbeitungs – und Gedenkmaschinerie“ sich weiter wie Mehltau auf den gesamten politischen Diskurs legen: alles verwertend- diesmal ideologisch und (noch) nicht praktisch- auch die Toten der KZs und der Gaskammern, mit dem vorrangigen Ziel der Entlastung der Deutschen als Täter, und stattdessen dem Ausstellen des ewigen Persilscheins als Opfer, als erstes Opfer der Nazis. Wenn aber nicht mehr die Täter die Täter sind, wenn sie mit ein bisschen billiger Knoppscher und „Event-Movie“-mäßiger Geschichtsklitterung sich selbst den Heiligenschein aufsetzen, stellt sich die Frage, wer sind die Schuldigen dann? Nicht damals, das ist Vergangenheit, sondern heute?

Aus diesem Grund gibt es einen common sense dessen, was Nazivergleiche dürfen und was nicht. Das für den nicht Begriffsstutzigen gar nicht mal überraschende dabei ist, dass die Liste der erlaubten, nicht erlaubten und gebotenen Nazivergleiche quer durch die politischen Lager ziemlich gleich ist. Nur die Namen sind andere.

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Aphorismus #250

Die Juden werden vom absolut Bösen als das absolut Böse gebrandmarkt.

Aus Anlass der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am 27.1.1945 durch die sowjetische Armee ein Wort aus dieser Zeit von Adorno und Horkheimer aus „Dialektik der Aufklärung

Die Saat des Hasses geht überall auf

Erst jetzt wurde ich aufmerksam auf ein Video, das an Deutlichkeit kaum zu überbieten ist. Es wurde bei verbalen Auseinandersetzungen auf einer Demonstration für die Freiheit Palästinas von einer Demonstrantin zu Israel unterstützenden Gegendemonstranten gerufen.

Geschehen am 30.12.2008 in Fort Lauderdale, Florida

Eine vollständige Fassung des Videos inklusive der anschießenden Eskalation und des nötigen Polizeieinsatzes gibt es hier.

Wer angesichts dessen noch immer meint, dass sei der „Ausrutscher“ einer einzelnen Muslima, wer glaubt, die Hamas, die Hisbollah, der Iran und andere muslimische Organisationen und Staaten würden es nicht ernst meinen mit ihrer Drohung, Israel von der Landkarte zu tilgen und die Juden ins Meer zu treiben. Wer solches noch immer denkt und sagt, ist entweder naiv, dumm oder macht dies mit voller Absicht: „Diesmal müssen sich zum Glück nicht die Deutschen die Hände schmutzig machen bei der Endlösung der Judenfrage, diesmal überlassen wir dies den eifernden und gelehrigen Schülern des deutschen Antisemitismus in der arabisch-muslimischen Welt!“

Wenn es einen Staat auf der Welt gibt, der ein Recht hat zu existieren, dann ist es Israel. Ein Recht hat er zum einen aufgrund des bodenlosen Hasses auf alle Juden und alles Jüdische in aller Welt und zum anderen aufgrund dessen, dass dieser Hass schon einmal tödliche Realität wurde. Wenn die Juden eines aus der Geschichte gelernt haben, so ist es dies, dass auf die anderen Länder wenig oder gar kein Verlass ist: diese bittere Erfahrung mussten genug Juden mit dem eigenen Leben bezahlen. Darum ist es nur konsequent und mehr als nur legitim, dass Israel sich und seine Bürger schützt gegen alle, die ihr das Existenzrecht absprechen! Und es ist purer Realismus, wenn man in Israel sagt: dies können nur wir selbst tun!

Veröffentlicht in: on Mittwoch, 21. Januar 2009 at 19:41 Kommentare (13)
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Herr Prof. Sinn, ich muss mich entschuldigen!

Ja, Sie haben richtig gelesen. Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen!

Wie konnte ich in meinem Beitrag zu Ihrem Vergleich von armen, gebeutelten und verkannten Managern mit den verhassten Juden in den 1930ern nur annehmen, dass es Ihnen um „Ihre“ Manager ging? Wie dumm von mir!

Es war ganz anders. Der Vergleich mit deen Juden war weder ein „Ausrutscher“, wie Sie es hinterher haben aussehen lassen wollten. Er war auch kein politischer Keulenschwinger gegen alle Systemkritiker. Nein! Etwas ganz anderes hatten Sie im Sinn:

Ihr neues Buch

Prof. Hans-Werner Sinn – Das grüne Paradoxon

Erschienen am 17. Oktober.

Das ändert natürlich alles. Wahrscheinlich lief es bisher nicht so, wie erhofft. Da kann dann der Verlag viel Geld in die Werbung stecken, oder der Autor besinnt sich auf das kleine Einmaleins der Medienmaschinerie. Da gibt es einen uralten Verkaufstrick und als intimer Kenner des Kapitalismus ist Ihnen dieser ja bekannt: Um etwas möglichst oft zu verkaufen, muss man in die Medien, je lautstarker und elephantöser desto besser. Und was ein Bohlen instinktiv schon immer wusste, was ein Grass mit dem Bekenntnis zu seiner SS-Vergangenheit perfekt vorexerzierte, das haben Sie in einem kleinen Meisterstück ebenfalls hingekriegt: Juden gehen einfach immer in Deutschland. Da gibt es am meisten Wirbel. Da schafft man es locker in alle Medien. Und danach? Mit einer wachsweichen Entschuldigung ist der Skandal entschärft. Business as usual. Die Aufmerksamkeit jedoch für das, was man eigentlich an den Mann bringen will, die ist geweckt. Ein ganz gewöhnlicher Vorgang in der Aufmerksamkeitsökonomie.

Tut mir leid, Herr Professor. DAS hatte ich einfach übersehen. Wie konnte ich nur! Sie hatten alles von Anfang an gar nicht ernst gemeint, wollten „nur spielen“, wollten einfach die Verkaufszahlen pushen. Und dieser Zweck heiligt im Kapitalismus bekanntlich so ziemlich alle Mittel!

Wie zu befürchten ist, wird dies Ihr neuestes Buch/ Werk/ Opus/ Meisterwerk/ Machwerk/ Pamphlet/ Elaborat* auf den Bestsellerlisten nach oben spülen.

Auch ein ganz normaler Vorgang.

Wo ist ein neuer Eimer?

* Unzutreffendes bitte streichen!