Aphorismus #1013

Suicides by Economic Crisis*

Financial crisis puts the lives of ordinary people at risk, but much more dangerous is when there are radical cuts to social protection.

Austerity can turn a crisis into an epidemic.

David Stuckler, a sociologist at the University of Cambridge, who led a study published in The Lancet that found a sharp rise in suicides across Europe, particularly in seriously affected countries like Greece and Ireland from 2007 to 2009, years that coincided with the downturn.

* NY-Times 15.4.2012: Increasingly in Europe, Suicides ‘by Economic Crisis’

Aphorismus #1011

Das Grundgesetz der Revolution, das durch alle Revolutionen … bestätigt worden ist, besteht in folgendem: Zur Revolution genügt es nicht, daß sich die ausgebeuteten und unterdrückten Massen der Unmöglichkeit, in der alten Weise weiterzuleben, bewußtwerden und eine Änderung fordern; zur Revolution ist es notwendig, daß die Ausbeuter nicht mehr in der alten Weise leben und regieren können. Erst dann, wenn die „Unterschichten“ das Alte nicht mehr wollen und die „Oberschichten“ in der alten Weise nicht mehr können, erst dann kann die Revolution siegen. Mit anderen Worten kann man diese Wahrheit so ausdrücken: Die Revolution ist unmöglich ohne eine gesamtnationale* (Ausgebeutete wie Ausbeuter erfassende) Krise.

W. I. Lenin, Der „Linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus (1920)

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* Wie die Geschichte lehrt, muss es statt gesamtnational natürlich international heißen. Diese internationale(n) Krise(n) haben wir seit Jahren, fehlen “nur” die nötigen Einsichten. Ein wenig occupy hier, ein wenig Netzaktivismus dort , ein wachsende kritische Öffentlichkeit und ein “arabischer” Frühling machen keine Revolution, höchstens gibt es als gnädig gewährte Entgegenkommen ein paar “Reformen”, meistens jedoch neue Formen der Repression. Das Kapital ist global, also muss es eine Revolution die dieses bekämpft auch sein.

Aphorismus #997

In the end, those gambling in Las Vegas lose more than they gain. As a society, we are gambling – with our big banks, with our nuclear power facilities, with our planet. As in Las Vegas, the lucky few – the bankers that put our economy at risk and the owners of energy companies that put our planet at risk – may walk off with a mint. But on average and almost certainly, we as a society, like all gamblers, will lose.
That, unfortunately, is a lesson of Japan’s disaster that we continue to ignore at our peril.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in “Gambling with the Planet” über die Parallelen von Finanz-, Nuklear- und Klima-GAU.
Eine deutsche Zusammenfassung gibt es auf telepolis.

Aphorismus #142

Heute* erfasst man beim ersten Blick von einem Ende des Erdballs zum anderen die verfallene Bühne, das abgenutzte Spektakel, die lächerlich gewordene Macht, die ausgefransten Rollen einer zusammengeflickten, knauserigen Ökonomie.

Im Original: “Dreißig Jahre später*…” – entnommen aus: An die Lebenden, 1990 von Raoul Vaneigem

Aphorismus #139

Any damn fool can predict the past.

Military men are notorious for this, and certain writers too*.

Und wie man derzeit Tag für Tag erlebt, Wirtschafts-“Experten”, Wirtschafts-“Wissenschaftler” und Finanz-“Profis” können es auch: Jetzt in der Krise behaupten, dass sie all dies schon früher wussten und vorausgesagt haben. Nur zu dumm, dass es davon weder Videos, Artikel oder andere Beweise gibt. Wahrscheinlich alles verschwunden im selben schwarzen Loch, in dem die unzähligen Milliarden versenkt worden sind. Die große Volksverarschung geht weiter.

Dieser Aphorismus ist das 7. der 19 Gesetze des SF-Autors Larry Niven.

*Übersetzung: Jeder verdammte Idiot kann die Vergangenheit vorhersagen. Militärs sind dafür bekannt, und einige Schriftsteller auch.

Märchen des Ökonomismus #4

Das Meistern von Krisen kann man getrost dem Markt überlassen

Nach einer kurzen Schrecksekunde, in der sogar ein Ackermann nach dem Staat rief, haben sich die Hüter der reinen marktradikalen Lehre wieder gefangen: “Business as usual” heißt die Devise. Dabei ist die Krise des Kapitalismus mit Händen greifbar. Man muss sich nur die Nachrichten aufmerksam verfolgen und von die neoliberalen Deutungsmustern, die und stets frei haus mitgeliefert werden, frei machen. Dann wird eines klar: Der Kapitalismus fährt derzeit so ziemlich alles mit Karacho gegen die Wand.

Angefangen bei den kleineren innerdeutschen und innereuropäischen Problemen:

  • die Verschleuderung des öffentlichen Eigentums
  • die durch diverse Steuersenkungen verarmten und überschuldeten öffentlichen Haushalte
  • die Privatisierung aller Gewinne der Kapitaleigner und die Sozialisierung ihrer Verluste (wie wieder einmal bei der US-Immobilienkrise geschehen)
  • die Unfähigkeit der Politik eigenständig und souverän zu handeln hervorgerufen durch eine maßlose Lobbyarbeit und die undurchschaubare Verflechtung von Politik und Wirtschaft
  • die allgegenwärtige neoliberale Ideologie, die einseitig angebotsorientiert ist und die Nachfrage überhaupt nicht im Blick hat
  • die Ökonomisierung aller Bereichen des Lebens von der Wiege bis zur Bahre immer verbunden durch einen irrwitzigen Sparzwang
  • das Sinken der Realeinkommen, gegen das nichts unternommen wird. Im Gegenteil: die Unternehmen werden einseitig auf Kosten der Lohnabhängigen entlastet
  • die gewollte Verarmung ganzer Bevölkerungsteile mit Hartz IV und der Agenda 2010

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Diese Liste kann gerne noch weitergeführt werden. Tag für Tag erleben es wir, wie unser LAnd fest im Würgegriff einer Elite ist, di ekein anderes Ziel kennt, als die eigenen Gewinne zu maximieren. Und dabei verliert sie alle Skrupel. (Erinnert sei hier noch einmal daran.)