Five Faves: die definitven Bands

5. dazu unten mehr!

4. Pink Floyd

egründet in der Hochphase der Psychedelic Aera, vom charismatischen Frontmann Syd Barrett angeführt (bis März 1968), der irgendwann von seinen LSD-Trips nicht mehr zurückkam, mutierte die Band zunehmend zu der Prog-Rock Band der 70er. Für mich liegt jedoch ihre stärkste Phase in den Anfängen: Stücke wie „Astronomy Domine“, „Atom Heart Mother Suite“ oder „Echoes“ sind für mich wie Trips, ohne dass man illegale Substanzen nehmen muss: psychedelische Musik at his best! Warum nur hat diese Band diese spannenden Wege der Frühzeit verlassen und später nur noch mit „Schönklang“ auf den kommerziellen Erfolg geschielt? Nach “Wish You Were Here” sind m.E. nur noch wenige Stücke goutierbar.

See Emily Play

Antonionis Zabriskie Point

One of These Days

Grantchester Meadows

Wish You Were Here

3. Led Zeppelin

Die endgültige Definition von Hardrock. Der ins Gigantische gesteigerte Traum von Sex and Drugs and Rock and Roll. Die meisten Texte fallen in die Kategorien vernachlässigbar bis ungenießbar. Schnell noch im Studio hingeschrieben, entstanden sie aus den lyrischen Improvisationen von Robert Plant. Die Melodien sind oft zusammengeklaut, oder stützen sich auf ein einzelnes Riff (z.B. bei Kashmir!) – wirklich nichts künstlerisch Wertvolles. Und doch! So eine Band, die so extrem war, so größenwahnsinnig, so rücksichtslos zu sich selbst und ihrem Publikum – solch eine Band wird es wohl leider nie wieder geben. Waren schon die Studioalben gut (gilt wie so oft nicht für die späteren Sachen), so waren und sind (Auch das Reunion-Konzert 2007 ist ein Kracher!) sie live einfach unschlagbar. Zahllose Bootlegs legen davon Zeugnis ab und natürlich das 3er Live-Album „How the West Was Won“.

Dazed and Confused

Immigrant Song (Live @ BBC)

Stairway To Heaven…

… und wenn Schwachmaten es rückwärts abspielen!

Kashmir, London O2 Arena 12/2007

2. Cream

Gibt es bessere Gitarrensoli? Ich könnte Clapton stundenlang zu hören. Aber es ist nicht nur sein Spiel, das die Magie von Cream ausmacht, sondern auch das perfekte Zusammenspiel mit den anderen beiden und die geniale Zusammenarbeit von Jack Bruce als Komponisten mit dem Texter Pete Brown (White Room, I Feel Free …). Daneben die genialen Neuinterpretationen von Blues-Traditionals wie „Spoonfull“ oder „Crossroads“. Damals hat einfach alles gepasst. Bis auf die Chemie in der Gruppe: Bruce und Baker konnten einfach je länger je mehr nicht miteinander. Die Unmengen an Drogen und der andauernde Tourstress taten ein übriges. So zerbrach schließlich diese erste „Supergroup“. Bei den anschließenden Solokarrieren war Clapton der erfolgreichste, auch wenn er nie wieder so gut war. Aber das wollen viele Clapton-Fans einfach nicht wahrhaben. ;-)

Sunshine of Your Love

Spoonful

Crossroads

Anyone for Tennis

N.S.U. - Royal Albert Hall 5/2005

1. The Velvet Underground

Die Mutter aller Indie-Bands. Nahmen in der Zeit ihres Bestehens von 65 bis 69 vieles aus den 70ern und 80ern vorweg und spielten seinerzeit total am herrschenden Zeitgeist vorbei. Notorisch erfolglos, trotz der anfänglichen Protegierung durch Andy Warhol. Vereinten die grandiose Lyrik Reeds mit amerikanischen Rock and Roll und zeitgenössischer europäischer E-Musik (Cale war ausgebildeter klassischer Pianist und Viola-Spieler). Experimentierten sowohl musikalisch (andere Stimmungen der Instrumente, gewollte Kakaphonien, endlose Wiederholungen …) als auch textlich: Reeds Vorbilder waren die Beat-Poeten und ihre Themen. So drehten sich seine Songs um Großstadtthemen wie Drogen, Huren, durchzechte Nächte, die Einsamkeit der Party-People. Sie klangen oft harmlos, und waren doch sarkastisch oder zynisch. Die New Yorker Band war so etwas wie ein desillusioniertes Gegenmodell zu den Hippies der Westküste: schwarz, düster, pessimistisch, ohne Träume. Mit „Heroin“ und „Venus in Furs“ hatten sie zwei der für mich besten Rocksongs überhaupt im Programm. Scheiterten sowohl an der eigenen Erfolglosigkeit als auch an den Egotrips der Bandmitglieder, besonders an denen von Lou Reed.

Andy Warhol’s Exploding Plastic Inevitable

I’ll Be Your Mirror

I’m Waiting For The Man

The Gift

Oh! Sweet Nuthin’

5. Noch steht hier nichts.

Sollen es die Stones sein? Aber nein. Seit ich sie 1998 live habe spielen sehen, war ich doch sehr ernüchtert und enttäuscht: eine Karikatur ihrer selbst! Wann sagt endlich jemand: „Aber der Kaiser ist ja nackt!“ Und das ungeachtet all ihrer Verdienste und Erfolge!

Vielleicht die Scherben? Da spricht viel dafür, denn Rio hat es ja schon unter meine Top 5 der Musiker geschafft. Aber sind sie wirklich die Nummer 5?

Oder The Mars Volta? Zugegeben das beste, was Prog heute bieten kann. Und nach dem Stillstand der letzten beiden Platten (nach dem Oberhammer „Frances the Mute“) haben sie mit „The Bedlam In Goliath“ wieder eine neue Seite in ihrer glorreichen Diskographie aufgeschlagen.

Und was ist mit U2 oder R.E.M.? Wie wäre es mit Metallica? Oder mit Gong? Den frühen Genesis? Die Beatles? Nein! Definitiv nicht die Beatles! Soviel reine Lehre aus früheren Tagen muss sein! Da nehme ich dann doch lieber die Stones! :-)

Veröffentlicht in: on Freitag, 18. April 2008 at 18:11 Kommentare (4)
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Five Faves: die definitiven Musiker

Hier meine Liste der Musiker, die ich für die definitiv wichtigsten halte. Sehr subjektiv natürlich, aber wohl begründet, wie ich meine.

5. David Bowie

Ein Monument und ein Chamäleon wie Bob Dylan. Bei ihm bezieht sich das aber mehr auf seine Bühnenfiguren, bei Dylan auf das ganze Leben. Ein monumentales Opus mit viel Licht und Schatten. Manche spätere Pop-Verirrung möge man ihm verzeihen. Sein Frühwerk ist einfach genial! Ich liebe Ziggy Stardust, besonders in der Live-Version. Phantastisch! Und auch im Alter hatte er stets seine Highlights. Neben Dylan angeblich der am meisten gecoverte Musiker, und der reichste, weil er alle Rechte an seinen Songs besitzt.

Space Oddity

Rock’n Roll Suicide

Station to Station

I’m Deranged

4. Rio Reiser

Viel mehr als nur der “König von Deutschland”. Das beste was Deutschland je an Text, Musik und Gesang zu bieten hatte und hat. Ähnlich wie bei Dylan gab es auch bei ihm den großen Bruch (Ende seiner Band “Ton Steine Scherben” / Beginn der Solokarriere), den viele Fans nicht mitgehen wollten. Er blieb sich aber auch dabei treu. 1996 viel zu früh gestorben: dank des gandenlosen Raubbaus, den sein übermäßiger Alkoholkonsum anrichtete. Trotz Claudia Roth, die nur zu gerne es jedem sagt, dass sie in der Endzeit der Scherben ihre Managerin war, trotz ihr gibt es viele, für die die anarchistischen Texte seiner Ohrwürmer sehr wohl auch heute noch etwas zu sagen haben: “Keine Macht für niemand!”, “Sklavenhändler” , “Der Kampf geht weiter” …. Nachfolger für ihn? In ihren besten Momenten: “Wir sind Helden”. Fragt sich nur, wie sie sich weiterentwickeln. Und da verheißt ihre Begeisterung für den Dalai Lama nichts gutes.

Macht kaputt, was euch kaputt macht

Wenn die Nacht am tiefsten …

Der Traum ist aus

Zauberland (Live)

Zuhause

3. Lou Reed

Schon immer der Prototyp des Anti-Stars: dunkel, wankelmütig, nie nach dem Publikumsgeschmack schielend. Er machte im Laufe seiner Karriere wohl mehr Schlagzeilen durch seine offen ausgelebte Heroinabhängigkeit, seine Bisexualität und seine Beziehung zu Bowie. Menschlich soll er ein ziemliches Ekel sein. Sei’s drum. Er schafft immer wieder geniale Musik und ebenso geniale Texte. Was er spielt ist elektrischer Großstadt-Folk vom Allerfeinsten. Er ist der Troubadour New Yorks. Die Spannweite reicht bei ihm vom selbstzerstörerischen „Heroin” bis zum federleichten „Perfect Day”, von träumerischen Cello-Klängen bis zu den Feedback-Gewittern der „Metal Machine Music” [Fast unhörbar, gilt aber inzwischen bei den Neutönern als Meilenstein. Ich kenne aber noch immer keinen, der mehr als eine Plattenseite auf einmal geschafft hat! :-) ].

Heroin

Metal Machine Music

Hang on to Your Emotions

Venus in Furs

Men of Good Fortune

2. Frank Zappa

Er brachte der Rockmusik die Neue Musik des 20. Jahrhunderts nahe - und umgekehrt. Mit seinen freizügigen Lästertexten brach er zahllose Tabus und hielt den so von ihm geschmähten „plastic people” schonungslos den Spiegel vor die selbstgerechte Fratze. Dabei machte Zappa um alle Skandale, die nichts mit seiner Kunst zu tun hatten, einen weiten Bogen: er verabscheute Drogen, außer seinem Kaffee und seinen Zigaretten. Beides bezeichnete er als “food”. In seiner Begleitband, im Studio und bei sich zuhause durften keinerlei Drogen sein. Da konnte er fuchsteufelswild werden. Leider schon 1993 einem Krebsleiden erlegen. Nachfolger für sein Genie gibt es leider keine, am ehesten noch The Mars Volta. Aber an seine monumentale und einmalige Rolle in der Musik des 20. Jhds werden auch sie im 21. Jhd. nie heranreichen können.

Zappas erster Fernsehauftritt

Ein wirklich wichtiges Problem!

Der wahre Bobby Brown

Cosmik Debris

Die Sache mit dem gelben Schnee

1. Bob Dylan

Bob is god! Da geht nix drüber: musikalisch, textlich, stilistisch und in seiner ganzen Rätselhaftigkeit. Schon lange ein Fall für den Literaturnobelpreis. Sich immer wieder neu erfindend, seine Zuhörer neuen Zumutungen aussetzend, enigmatisch wie eh und je: für mich DER Musiker schlechthin. Was kann man da mehr sagen, außer: Listen to the Music! Und wer behauptet, Dylan könne nicht singen, der hat einfach keine Ahnung. [Dieses Dogma muss sein. ;-)]

Als Folkpoet in Newport 1964

Als Revoluzzer in Newport 1965

Der “Jahrhundert”-Song 1966

Rolling Thunder Tour 1975

Modern Times 2006

Und jetzt hoffe ich auf deinen Kommentar, mit guten Begründungen selbstverständlich und die Liste mit deinen Five Faves!