Zufall und Notwendigkeit

So ist das Bild in der Sixtinischen Kapelle ...

Als 1970 der französische Nobelpreisträger Jacques Monod unter diesem Titel (im Original: Le hasard et la nécessité) einen Essay veröffentlichte, ging ein Rauschen durch den Blätterwald. Da hatte endlich ein Naturwissenschaftler den Mut, die Ergebnisse seiner Forschungen (aus Genetik und Biologie) auf Philosophie und Religion anzuwenden. Wäre er bei seinen Leisten, sprich der Evolution bzw. Mikroevolution auf DNA-Ebene geblieben, wäre sein Buch kaum aufgefallen. Aber so traten die Gralshüter aller religiösen und quasireligiösen Sinnstiftungssysteme auf den Plan und versuchten Monod zu widerlegen. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie sich 10 Jahre später ein Evang. Theologie-Professor ereiferte über diese „Engführung“, der doch das Entscheidende fehlte: die religiöse Dimension. Es gehe nicht an, dass die Biologie solche weitreichenden Aussagen treffe. Um dem Menschen sagen zu können, wer er wirklich sei und was der Sinn des Lebens sei, brauche es eben die Theologie.

Warum nicht so?

So finde ich das Bild viel ansprechender!

Ich denke, dies kann, ja muss man anders sehen! Gerade die von philosophischen wie religiösen Scheuklappen befreite naturwissenschaftliche Sicht kann uns helfen, zu begreifen, wer oder was wir tatsächlich sind.

Advertisements

5 Kommentare zu “Zufall und Notwendigkeit

  1. Kurt Carius sagt:

    Ich waere dankbar, wenn ich eine E-Mail Adresse/Adress von Herrn Hans-Juergen Kremer bekommen koennte.

    Kurt Carius

  2. Anonymus sagt:

    Ein Herdentier würde nie anders handeln, als wie es selbst behandelt werden will… es sei denn es ist krank….

  3. Lieber unbekannter Denker – bin Ihnen sehr dankbar für diese Bestätigung meiner eigenen Denkbemühungen. Schreibe gerade an meiner Dis. zum Thema Die „Religion“ Mesoamerikas. Monod’s Gedanken – und in Fortsetzung die von Singer – eignen sich in ganz hervorragender Weise dazu, das, was Pettazzoni und Brelich schon vor geraumer Zeit zum Phänomen „Religion“ herausgefunden haben aber eben nur historisch, mit Quellenaussagen, begründen konnten, auf eine solide, naturwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Also nochmals: Danke. Frage: Unter welchem Namen kann ich diesen Artikel in meine Bibliographie aufnehmen? Herzl. Gruß aus dem Land der Maya: Hans Juergen Kremer

  4. A.Gegner sagt:

    Wenn die Welt schon untergeht, dann will ich wenigstens das Schauspiel von einem Logenplatz aus sehen!!

    Diese Überschrift und die Gedanken des Beitrages geben so sehr meine Vorstellungen (jetzt in meiner 4. und letzten Lebensphase) wieder,dass ich mich frage, ob möglicherweise Jugend ünd Alter, die Welt aus einer anderen Perspektive betrachtet, als der Mensch es in der langen und harten Zeit dazwischen tun kann,in der er sich mühen will, sein Leben aktiv inmitten der gesellschaftlichen Bedingungen individuell zu gestalten?

  5. Ein guter zusammenfassender Beitrag über Vieles, wie schon allein die Anzahl der Tags zeigt 😉 Am spannendsten finde ich die Notwendigkeit einer Ethik, die ohne den Glauben auskommt. Die „Goldene Regel“ ist dabei ein guter Anfang.

    Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s