Five Faves: die definitven Bands

5. The Who

Nachdem hier lange, verdammt lange nichts stand, habe ich endlich meine #5 gefunden. Als ich mich, Live at Leeds auf meinem iPod lauschend, auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatte, war es mir klar! The Who sind es! Manchmal ist das Nahe Liegende ganz fern…
Als ich im zarten Alter von 10, 11 Jahren zum ersten Mal „My Generation“ hörte, war ich schwer begeistert, später dann bei „Tommy“ (natürlich das Original, nicht der weichgespülte Soundtrack) und erst recht bei „Live at Leeds“, einem der Alben, das mir auch nach Jahren nie langweilig wurde, hielt diese Begeisterung an bis heute. Aber hört selbst:

My Generation (Woodstock 1969

Tommy Live (nur ein 1-min Appetizer, aber was für einer!)

Tommy: See me, feel me (Woodstock)

Magic Bus (Live at Leeds, mein All-Time-Live-Favourite von ihnen)

4. Pink Floyd

egründet in der Hochphase der Psychedelic Aera, vom charismatischen Frontmann Syd Barrett angeführt (bis März 1968), der irgendwann von seinen LSD-Trips nicht mehr zurückkam, mutierte die Band zunehmend zu der Prog-Rock Band der 70er. Für mich liegt jedoch ihre stärkste Phase in den Anfängen: Stücke wie „Astronomy Domine“, „Atom Heart Mother Suite“ oder „Echoes“ sind für mich wie Trips, ohne dass man illegale Substanzen nehmen muss: psychedelische Musik at his best! Warum nur hat diese Band diese spannenden Wege der Frühzeit verlassen und später nur noch mit „Schönklang“ auf den kommerziellen Erfolg geschielt? Nach „Wish You Were Here“ sind m.E. nur noch wenige Stücke goutierbar.

See Emily Play

Antonionis Zabriskie Point

One of These Days

Grantchester Meadows

Wish You Were Here

3. Led Zeppelin

Die endgültige Definition von Hardrock. Der ins Gigantische gesteigerte Traum von Sex and Drugs and Rock and Roll. Die meisten Texte fallen in die Kategorien vernachlässigbar bis ungenießbar. Schnell noch im Studio hingeschrieben, entstanden sie aus den lyrischen Improvisationen von Robert Plant. Die Melodien sind oft zusammengeklaut, oder stützen sich auf ein einzelnes Riff (z.B. bei Kashmir!) – wirklich nichts künstlerisch Wertvolles. Und doch! So eine Band, die so extrem war, so größenwahnsinnig, so rücksichtslos zu sich selbst und ihrem Publikum – solch eine Band wird es wohl leider nie wieder geben. Waren schon die Studioalben gut (gilt wie so oft nicht für die späteren Sachen), so waren und sind (Auch das Reunion-Konzert 2007 ist ein Kracher!) sie live einfach unschlagbar. Zahllose Bootlegs legen davon Zeugnis ab und natürlich das 3er Live-Album „How the West Was Won“.

Dazed and Confused

Immigrant Song (Live @ BBC)

Stairway To Heaven…

… und wenn Schwachmaten es rückwärts abspielen!

Kashmir, London O2 Arena 12/2007

2. Cream

Gibt es bessere Gitarrensoli? Ich könnte Clapton stundenlang zu hören. Aber es ist nicht nur sein Spiel, das die Magie von Cream ausmacht, sondern auch das perfekte Zusammenspiel mit den anderen beiden und die geniale Zusammenarbeit von Jack Bruce als Komponisten mit dem Texter Pete Brown (White Room, I Feel Free …). Daneben die genialen Neuinterpretationen von Blues-Traditionals wie „Spoonfull“ oder „Crossroads“. Damals hat einfach alles gepasst. Bis auf die Chemie in der Gruppe: Bruce und Baker konnten einfach je länger je mehr nicht miteinander. Die Unmengen an Drogen und der andauernde Tourstress taten ein übriges. So zerbrach schließlich diese erste „Supergroup“. Bei den anschließenden Solokarrieren war Clapton der erfolgreichste, auch wenn er nie wieder so gut war. Aber das wollen viele Clapton-Fans einfach nicht wahrhaben. 😉

Sunshine of Your Love

Spoonful

Crossroads

Anyone for Tennis

N.S.U. – Royal Albert Hall 5/2005

1. The Velvet Underground

Die Mutter aller Indie-Bands. Nahmen in der Zeit ihres Bestehens von 65 bis 69 vieles aus den 70ern und 80ern vorweg und spielten seinerzeit total am herrschenden Zeitgeist vorbei. Notorisch erfolglos, trotz der anfänglichen Protegierung durch Andy Warhol. Vereinten die grandiose Lyrik Reeds mit amerikanischen Rock and Roll und zeitgenössischer europäischer E-Musik (Cale war ausgebildeter klassischer Pianist und Viola-Spieler). Experimentierten sowohl musikalisch (andere Stimmungen der Instrumente, gewollte Kakaphonien, endlose Wiederholungen …) als auch textlich: Reeds Vorbilder waren die Beat-Poeten und ihre Themen. So drehten sich seine Songs um Großstadtthemen wie Drogen, Huren, durchzechte Nächte, die Einsamkeit der Party-People. Sie klangen oft harmlos, und waren doch sarkastisch oder zynisch. Die New Yorker Band war so etwas wie ein desillusioniertes Gegenmodell zu den Hippies der Westküste: schwarz, düster, pessimistisch, ohne Träume. Mit „Heroin“ und „Venus in Furs“ hatten sie zwei der für mich besten Rocksongs überhaupt im Programm. Scheiterten sowohl an der eigenen Erfolglosigkeit als auch an den Egotrips der Bandmitglieder, besonders an denen von Lou Reed.

Andy Warhol’s Exploding Plastic Inevitable

I’ll Be Your Mirror

I’m Waiting For The Man

The Gift

Oh! Sweet Nuthin‘

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4 Kommentare zu “Five Faves: die definitven Bands

  1. Anonymus sagt:

    (nach ihrem Selbstverständnis) die beste Band der Welt sind ja die ärzte… ich finde auch, dass mit Ausnahme von Rio Reiser dt. Musik etwas unterrepräsentiert ist… (wobei deren Qualität in letzter Zeit insgesamt nicht sonderlich berauschend ist…) wäre vielleicht an der Zeit für ein 5Faves dt. Musik. Interessant auch: der einzige deutschsprachige Song, der in den USA Platz 1 erreichte ist von einem Ösi…(Falco)allein das sollte doch der dt. Musikindustrie zu denken geben….

  2. CAN darf nicht fehlen. Sollte zumindest nominiert werden 😉

    Grüße

  3. Fischer sagt:

    Death. Chuck war einfach genial. Und ist viel zu früh gestorben.

  4. Bugwiser sagt:

    Scherben gehören eigentlich schon dazu.
    Natürlich auch EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN!!!!

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