Was ist eine Depression?

Bei keiner psychischen Erkrankung meint wohl fast jeder, irgendwie auch mitreden zu können: „Depressiv sind wir doch alle mal!“ Und doch hat kaum einer wirklich Ahnung von dieser Krankheit. Als seit Jahren selbst Betroffener möchte ich hier zur Information und Diskussion darüber beitragen. Wer Kontakt mit mir aufnehmen möchte, kann dies gerne tun, entweder über die Kommentarfunktion, oder über meine Email, die es hier gibt (unten im Bild des FSM eingebettet).

Bei meinem letzten Klinikaufenthalt gab es eine sogenannte „Depressionsgruppe“, in der es um Formen, Ursachen, Behandlungsmethoden etc.  der Depression ging. Ziel war es die Patienten zu „Experten ihrer eigenen Krankheit“ zu machen. So ein Lernziel habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen. 😉 Hier gebe ich wieder, was m.W. derzeitiger anerkannter Stand von Forschung und Behandlung ist. Für Ergänzungen und fundierte Korrekturen bin ich dankbar.

Ein paar nicht ganz ernst gemeinte Ratschläge.

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  • Depression ist eine schwere Krankheit, die neurophysiologische (Stichwort: ein aus dem Gleichgewicht geratene Balance der Neurotransmitter, besonders Serotonin– und Noradrenalinmangel), psychologische (die berühmte schwere Kindheit, prägende negative Erlebnisse, eine PTBS etc) und soziologische (Mobbing am Arbeitsplatz, Druck in der Familie, Zukunftsangst …) Ursachen haben kann. Meist ist dabei nicht nur ein Punkt der Grund für den Ausbruch der Krankheit, sondern mehrere Faktoren treffen zusammen. Die Psychiater gehen heute nicht mehr von der alten Einteilung in endogene und reaktive Depressionen aus, sondern tasten sich von der deskriptiven Diagnose zur Beschreibung der Ursachen und ihrer Behandlung vor. So gibt es auch der ICD-10 der WHO vor.
  • Bewährt haben sich als Behandlungsmethoden die pharmazeutische mit Antidepressiva (neben den klassischen Trizyklika sind dies die selektiven Serotonin- und/oder Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, sog. SSRI und SNRI) und/oder mit kognitiver Verhaltenstherapie. Dabei dient oft die pharmazeutische Behandlung zunächst einmal dazu, den Patienten für eine verhaltenstherapeutische offen und fähig zu machen. Wer je einen schwer depressiven Menschen erlebt hat, weiß, dass er zu fast nichts mehr fähig ist, und sein Denken und Verarbeiten von äußeren Eindrücken schwerst beeinträchtigt ist: dies kann schon fast katatonische Züge annehmen.
  • Depressionen werden unterteil in drei Schweregrade: leichte, mittlere und major depression. Bei erster helfen meist schon Johanniskraut, eine Änderung des Tagesablaufes, wenige Sitzungen Verhaltenstherapie oder auch angenehme Aktivitäten Bei mittleren Depressionen führt meist kein Weg an einer Medikation vorbei und zusätzlich ist Verhaltenstherapie angesagt. Meist sollte die Behandlung in einer Klinik stattfinden, damit eine evtl. Suizidgefährdung nicht zur Tat wird. Dies gilt ausnahmslos für eine major depression. Patienten und Therapeuten brauchen evtl. monatelange Geduld, bis die Behandlung nachhaltig wirkt.
  • Man unterscheidet Depressionen neben dem Schweregrad auch nach der Art und Weise ihrer Dauer:
    • Aus einer einzelnen depressiven Episode entwickelt sich bei ca. 30% der Patienten eine rezidivierende depressive Erkrankung, d.h. bei den Betroffenen wechseln sich meist in unregelmäßigen Abständen depressionsfreie Phasen von mehreren Jahren mit depressiven Episoden ab.
    • Hat der Patient eine andauernde leichte (bis mittlere) Depression, die länger als zwei Jahre andauert und meist in der Jugend beginnt, so bezeichnet man dies als Dysthymie, oder chronische Depression.
    • Treten bei einer Dysthymie rezidivierend Phasen einer  mittel- bis hochgradiger Depression auf, spricht man von einer Doppeldepression.
    • Was man früher Manische Depression genannt hat, wird heute als bipolare Störung bezeichnet und nicht mehr zu den eigentlichen Depressionen gerechnet.

2 Kommentare zu “Was ist eine Depression?

  1. Michael sagt:

    Klasse, Willkommen in meiner Welt.

  2. Nanda969 sagt:

    Hello, Yes you can use my stuffs if you’d like. I have already permitted my blog reader to use my stuffs freely if they don’t use commercially. I can’t understand the German of your site so that I’m really sorry but I guess you are writing about the depression a lot. Good to do. Thank you for reading my blog… See you again.

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