Aber bitte mit Gefühl!

Wie passen die Erkenntnisse der neuen Gehirnforschung mit unseren alten Gefühlen zusammen? Macht sie uns nicht zu reinen biomechnaischen und -chemischen Maschinen? Dieser Einwand gegen viele Ergebnisse der Neurowissenschaften ist so sicher wie das Amen in der Kirche, wenn es um das Thema Gehirn, Geist, Bewußtsein geht. Auf den ersten Blick scheint er ja berechtigt und plausibel. Wenn per fMRT herausgefunden worden ist, welche Areale unseres Denkapparates bei welchen Emotionen beteiligt sind, welche Gedanken, Gefühle und Erinnerungen wo und auf welche Weise abgerufen werden, wenn manche Wissenschaftler recht treffsichere Aussagen darüber machen können, worüber der Proband denkt, und wenn inzwischen klar ist, dass unser Gehirn schon bis zu 30 (!) Sekunden vor der bewussten Entscheidung seine Wahl getroffen hat. Wenn solche Momentaufnahmen aus den Forschungslabors zur Sprache kommen, dann winken viele Zeitgenossen kopfschüttelnd ab. Schnell tauchen sehr grundsätzliche Fragen auf: Wo bleiben denn da die Gefühle? Wo ist der freie Wille? Und vor allem: wo die Seele? Bleibt da nicht das Menschsein und mit ihm die Menschlichkeit auf der Strecke?

Eine Aufnahme mit einem fMRT

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2 Kommentare zu “Aber bitte mit Gefühl!

  1. ungenannter sagt:

    Hallo Achterbahnfahrer,
    hier der link zu der entsprechenden Studie:
    http://www.pnas.org/content/105/16/6173.abstract?sid=b567ed63-0a24-4559-9942-463b7281a08c

    Im Abstract heißt es:
    „Humans engaged in monotonous tasks are susceptible to occasional errors that may lead to serious consequences, but little is known about brain activity patterns preceding errors. Using functional MRI and applying independent component analysis followed by deconvolution of hemodynamic responses, we studied error preceding brain activity on a trial-by-trial basis. We found a set of brain regions in which the temporal evolution of activation predicted performance errors. These maladaptive brain activity changes started to evolve ≈30 sec before the error. In particular, a coincident decrease of deactivation in default mode regions of the brain, together with a decline of activation in regions associated with maintaining task effort, raised the probability of future errors. Our findings provide insights into the brain network dynamics preceding human performance errors and suggest that monitoring of the identified precursor states may help in avoiding human errors in critical real-world situations.“

    Eine deutsche Beschreibung des Experiments gibt es hier:

    http://www.g-o.de/wissen-aktuell-8135-2008-04-24.html

  2. Achter sagt:

    Zit.:“und wenn inzwischen klar ist, dass unser Gehirn schon bis zu 30 (!) Sekunden vor der bewussten Entscheidung seine Wahl getroffen hat.“

    30 sek? Sicher nicht dann, wenn ich zum Beispiel etwas gefragt werde. Dann kommt meine spontane Antwort sehr viel früher. Andernfalls müßte ich die Frage schon wissen, bevor sie gestellt wird.
    Wer sagt das mir den 30 sek?

    lg,
    Achter

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