Das Schlagwort als Waffe in den Medien

Als Waffe nicht nur der Beteiligten am politischen Diskurs, sondern immer mehr auch verwendet von den Journalisten, die doch eigentlich dahinter schauen sollten, statt unkritisch mit einzuhacken am liebsten gegen Links, ja schier ausschließlich gegen Links. Die gern selbst gepriesene Neutralität ist längst aufgegeben. „Wir brauchen offensichtlich keinen Berlusconi in Deutschland. Wir haben ihn schon: Die meisten Medien schaffen die Vereinheitlichung der Meinungsmache auch ohne den Monopoleigentümer. Beachtlich.“

So geschehen z.B. gestern in dem Interview der BamS mit dem Altkanzler Schmidt. Nicht nur er haute dabei mit Schlagworten kräftig um sich (inklusive Nazi-Vergleich, der gerne benutzt wird, wenn es keine echten Argumente mehr gibt), sondern auch in der anschließenden Berichterstattung geschah dies:

  • Schon lange ist Lafontaine grundsätzlich ein Populist.Wer beschließt eigentlich, wer ein Populist ist und wer nicht? Lafontaine, der gegen die Agenda 2010 ist, ist einer. Merkel, die verkündet, der Aufschwung sei bei den Menschen angekommen, was nachweislich NICHT stimmt, jedoch nicht!
  • Lafontaines Ideen sind definitiv nicht finanzierbar. Stimmt, aber nur wenn man weiterhin ausschließlich die unten schröpft, um denen oben zu geben. Wenn man es anders herum probiert, klappt es jedoch prima! Aber das wollen, die oben nicht, und denen gehören die Medien, also sind Lafontaines Ideen grundsätzlich schlecht und nie finanzierbar. So einfach ist die Welt!
  • Damit Deutschland nach vorne kommt, braucht es stattdessen noch mehr Reformen. Das Allheilmittel für alles und jedes. Jedoch NIE mit einem nachprüfbaren Beleg, dass sie tatsächlich bringen, was versprochen wird.
  • So ist die Agenda 2010 grundsätzlich ohne Alternativen. Wenn man keine Alternativen gelten lässt, stimmt das auch. Aber das ist reine Definitionssache. Ausprobiert wird es nicht, soll es auch nicht. Dieses Scheinargument dient lediglich als Schlagwort um die Gegner mundtot zu machen.

Das alles sind keine Wahlkampfparolen der CDU/CSU und der SPD, sondern als „Meldungen“ verkaufte Meinungsmache in den privaten wie öffentlich-rechtlichen Medien. Wer darauf achtet, wird feststellen, wie sehr dies stimmt. Leider.

Werner Müller hat in den Nachdenkseiten wirklich Nachdenkenswertes dazu geschrieben, auf das ich gerne verlinke. (Das Berlusconi-Zitat oben stammt auch aus diesem Artikel.)

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Ein Kommentar zu “Das Schlagwort als Waffe in den Medien

  1. SAM sagt:

    In der Tat wundert mich langsam gar nichts mehr. Objektive Berichterstattung wird immer mehr zur Mangelware in den Medien und bei den GEZahlten Anstalten ärgert mich das ganz besonders, zumal diese ihrem pluralistischen Auftrag immer weniger nachkommem. Von Feigenblatt-Sendungen wie Monitor einmal abgesehen. Immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn bestbezahlte Publizisten-Prominenz im sonntäglichen Presseclub weiß, was wir (sie meinen uns!) noch alles an Einschränkungen ertragen können, damit es uns (sie meinen sich!) bald wieder wirtschaftlich besser geht. Inzwischen hat das für mich nur noch reine Kabarett-Qualität. – Ich habe mich noch nie so sehr auf die Wahl gefreut, wie jetzt!

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