Was tun? – Part 2

Eine sachliche Analyse

Seit dem ersten Teil, der wütenden Analyse von 100 Jahren verfehlter, weil revisionistischer Politik der SPD ist einige Zeit vergangen. Nicht dass ich das Thema ad acta gelegt hätte, nicht dass es mir nicht auf den Nägeln gebrannt hätte: im Gegenteil! Angesichts der sog. Finanzkrise, die nichts weiter ist als eine weitere Krise des Kapitalismus, ist heute Lenins Frage „Was tun?“ so wichtig wie in den letzten 40 Jahren nicht mehr! Und gleichzeitig sind wir scheinbar einer Antwort auf diese Frage ferner denn je. Der Neoliberalismus in Forschung, Politik und Medien, in denen er als einzige Wahrheit auftritt- jüngst nun mit ein wenig Keynes angereichert, dieser allumfassende Ökonomismus hat „ganze Arbeit“ geleistet. Dies und noch weitere Bedingungen für eine neue erfolgreiche linke Politik gilt es zu analysieren, zu bewerten und erst dann zu realisieren. Mal wieder, wie so oft in der Geschichte des Marxismus, führt kein anderer Weg an dieser Kärrnerarbeit vorbei.

Umso besser, wenn einem ein Stück dieser Arbeit abgenommen wird. In einer Buchkritik auf Telepolis, dem Onlinemagazin für Netzkultur, fand ich vor kurzem den Artikel: „Der Konservativismus der selbsternannten Reformisten – Über die Hilflosigkeit von Linken angesichts der Dominanz der neoliberalen Ideologie„. Er ist die Auseinandersetzung eines Autorentrios der SPÖ mit einem anderen Telepolis-Artikel, in dem eine starke strukturelle Ähnlichkeit des Marxismus zum Marktradikalismus behauptet wird. Im Zuge dieser Auseinandersetzung entsteht eine, wie ich finde, sehr treffende und sehr nüchterne Analyse der momentanen Situation der Linken und des im politischen Diskurs vorherrschenden Ökonomismus. Einzig der wieder einmal dürftige Schluss, der Keynes als Lösung sieht, ist leider typisch sozialdemokratisch: da unterscheiden sich die Sozialdemokraten Europas nicht im geringsten voneinander.

Da ich die Leser meines Blogs für intelligent genug halte, ihre eigenen Schlüsse ziehen zu können, wird besagter Artikel zum 2. Teil der Analyse, Nicht wütend, sondern nüchtern und sachlich.

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Der dritten Teil von „Was tun?“beschäftigt sich mit der von den Massenmedien ausgehenden zunehmenden Emotionalisierung der Politik auch die vieler Linker und verschließt die Augen nicht vor den möglichen verheerenden Konsequenzen.

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Ein Kommentar zu “Was tun? – Part 2

  1. andi1789 sagt:

    Die Idee der Neoklassik, die wohl die ideologische Grundlage des Neoliberalismus darstellt, basiert auf einer Art Paradox, das darin besteht, dass der einzelne ganz stumpf seinen Eigennutz bzw. seinen Gewinn maximiert, sich daraus aber aufgrund bestimmter Annahmen über die Kostenstruktur der Unternehmen, sowie der Nutzenfunktion der Haushalte, die bestmögliche Güterversorgung gewährleistet wird. Das ist ganz knapp die Grundthese der Theorie des allgemeinen Gleichgewichts. Gemeinhin argumentieren die Verfechter derart, dass sie Kritikern entgegenhalten, sie sollten ersteinmal ein ähnlich konsistentes Theoriegebäude entwerfen.

    Letztlich kann es nur um eine Kritik der Prämissen gehen, gegen die die Adepten anführen würden, dass es Totschlagsargumente seien.

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