Aphorismus #245

Ok, der Verstand ist tot. Macht nichts, der wird auch nicht mehr gebraucht. Zumindest nicht vom Esoteriker. Der braucht nicht zu denken, da ja schließlich eh alles vorherbestimmt ist.

Ein launiges Wort über die allgemein übliche Abwertung des Verstandes durch die Esoteriker. Mir hat einmal in einem Seminar eine angeblich buddhistische Meditsteuse ein „Mindfucker“ entgegen geschleudert, nur weil ich es gewagt hatte, ihre dümmlichen Dogmen von „alles ist eins“, „alles ist Liebe“, „alles ist Schwingung“ etc anzuzweifeln. Dass nicht alles eins und alles Liebe ist, hat sie dann selbst gezeigt, indem sie nicht mit mir diskutieren wollte, sondern mich kurzerhand sehr wütend des Raumes verwies. OM.

Sind schon unsere „normale“ Religionen verlogen und eine Zumutung für den Verstand, so gilt dies im übersteigerten Maß für Esoterier, Okkultisten, Mystiker und den anderen Transzendenz-Aposteln.

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2 Kommentare zu “Aphorismus #245

  1. ungenannter sagt:

    Glaube mir, ich hab’s versucht…
    Und Angst vordem Buddhismus habe ich auch nicht. Wäre ja noch schöner. was mich stört, ist,dass solche Begriffe nicht „geschützt“ sind, dass sich manche Esos sonstwie nennen, und es doch nichts als Etikettenschwindel ist.

    Meine Meditation ist Musik. So bei Endlos-Soli von Clapton oder Page, oder auch von so manch sphärischen Krautrock-Dudlern (Die ja manchmal auch esoterisch gemeint waren!) – da kann ich los- und mich fallen lassen. Oder auch wenn ich mir ein wirklich gutes Bild in einem Museum ansehe, da kann auch ich „weg“ sein.
    Der Schwerpunkt des Aphorismus lag für mich jedoch auf Determinismus. Wenn alles vorher bestimmt ist in den Sternen, Runen, himmlischen Sphären, Maya-Kalender etc steht, wenn ich nichts daran ändern kann, dann kann ich gleich meinen verstand an der Garderobe abgeben.
    Und dass dies viele Esos tun, das merkt man zuhauf am Geschwurbel und Geraune, das sie loslassen. OM

  2. tetrapanax sagt:

    „Der Esoteriker“ wendet sich nicht gegen den Verstand oder das Denken. Er (oder sie) wendet sich gegen das ständige Geplapper im Hirn, gegen das Denken in seiner *nicht-gerichteten Form*.

    Denken und Verstand sind einzigartige und großartige Werkzeuge, sofern sie auch also solche gebraucht werden…

    Versuche einfach mal fünf Minuten nicht zu denken. Versuche es! Davon wird man kein Buddhist, höchstens sehr frustriert, weil einem bewußt wird, wie wenig man seine Gedanken unter Kontrolle hat! 🙂

    Gruß
    tetrapanax

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