Aphorismus #267

Der Massenmord war das Gründungsverbrechen der Republiken von Bonn und von Berlin. Die Deutschen haben es, ganz kapitalistisch gestimmt und der Idee des Gleich um Gleich im gerechten Tausch verpflichtet, nie verstanden, dass das Geschichtsverbrechen, das sie begingen, nicht nach dem Prinzip des Auge um Auge gesühnt wurde. Man hat sie um die gerechte Strafe gebracht.

Als Gegengewicht zur Opfer-Rhetorik, die in den nächsten Tagen vielfach zu hören sein wird aus Anlass der Bombenangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945. Dieses klare Wort von Joachim Bruhn findet sich in seinem Artikel Bomber-Harris und das Minimalprogramm der sozialen Revolution in Deutschland

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4 Kommentare zu “Aphorismus #267

  1. ungenannter sagt:

    Lieber tetrapaanax,
    Uneinigkeit muss ja nicht heißen, dass man kein Gespräch mehr führen kann und will. Im Gegenteil: wenn es nicht gerade eine Pseudo-Gesprächsrunde im TV, ob bei Will, Maischberger, Plassberg & Co. ist, sind unterschiedliche Mein- und Deinungen etwas sehr befruchtendes: sei es um den eigenen Horizont zu erweitern, sei es um die Aporien im eigenen Gedankenwerk zu erkennen, sei es um die Meinung des Gegenübers anzunehmen, sei es diese als Korrektur oder Ergänzung zu sehen, oder sei es nur für eine geschliffenere Argumentation für die Zukunft zu bekommen.
    Im Gespräch zwischen uns gibt es also noch jede Menge Möglichkeiten.

    Zu deinen beiden Punkten.
    ad 1) Kriegsverbrechen der Alliierten
    Normalerweise gebe ich dir recht. Normalerweise.
    Aber nicht bei dem damaligen industrialisierten Völkermord.
    Jeden Tag, den dieser Wahnsinn andauerte, bedeutete zahllose Tote: und zwar die geringere bei den deutschen Aggressoren und Verbrechern an der Menschheit.
    M.E. und so sehen es auch viele Historiker, gab es keine Alternative zum Luftkrieg: die militärische Produktion und der Nachschub mussten gestoppt werden, was aber wg. der Nähe von Industrie und Wohngebieten und der damaligen schlechten Treffgenauigkeit eine Unterscheidung schwer machte. Darüber hinaus war die Zermürbetaktik durch die Städtebombardierungen weder sinnlos noch unangemessen, schließlich flogen bis März ’45 (!) V1 und V2 gegen London (als reine Terrormßnahme, weil die Treffergenauigkeit gleich null war) und Antwerpen.
    Es gab eine Eskalation im II. WK , was den Bombenkrieg anging, und heute würde ich jeden Militär, der ohne Not, solches tun würde, vor den internationalen Gerichtshof bringen, aber ich maße mir dies weder für Bomber-Harris noch für die anderen alliierten Militärs an.

    ad 2) antideutsch
    Nur zur Ergänzung:
    Du wirst dieses Wort bei mir eher selten lesen. Ich halte es eher für nicht hilfreich, weil es nur einen Teilaspekt nennt, dazu noch negativ formuliert. Ich habe nichts gegen Deutsche, ich bin ja selbst einer, und es ist gerade nicht der Selbsthass, der die Grundlage dieser Position ist. Die deutsche Krankheit, die deutsche Ideologie, jene Mischung aus deutscher Gründlichkeit und mythologischer Überhöhung des Deutschtums, die Melange aus weinerlichem Zu-kurz-gekommen-sein und Größenwahn, all dies legiert in dem Amalgam einer devoten Verfallenheit an die Machbarkeit von allem bei gleichzeitiger Totalität der Antiaufklärung, dieses ungenießbare Gebräu, das das 20. Jahrhundert in seine größte Katastrophe gestürzt hat, DAS sehe ich mit der Kritischen Theorie, mit Adorno und Horkheimer als den eigentlichen Endpunkt der deutschen Ideologie im Sinne einer Wagnerschen Götterdämmerung.
    Am deutschen Wesen ist die Welt noch nie gewesen.

    Dass antideutsche Kiddies dies noch gar nicht kapieren können, weil die wenigsten von ihnen das historische und philosophische Grundwissen haben, noch die paar mehr Jahre an Lebenserfahrung, die es bisweilen braucht, um manches richtig einzuordnen und zu verstehen.
    Ich gestehe, dass ich mit 18, 19 frustriert die Dialektik der Aufklärung in die Ecke gepfeffert habe, da weder verstanden noch begriffen. Jetzt, viele Jahre später, ist die Lektüre immer noch hart, aber jetzt kann ich vieles einordnen und lese es mit Gewinn.
    Sei also bitte nachsichtig mit den sich antideutsch gebenden Kids, ihr Engagement hat wahrscheinlich eher etwas mit Pubertät als mit Politik zu tun: antiimp. kids und die vielen anderen linken Sekten sind keinen Deut besser.
    In diesem Sinn, Grüße vom Ungenannten

  2. tetrapanax sagt:

    Hallo Ungenannter,

    da sind wir uns in einigen Dingen wohl uneinig…

    Zu zwei Punkten möchte ich noch ein paar Worte sagen: Ich definiere Kriegsverbrechen wie sie durch die Genfer Konvention definiert wurden. Für mich sind Bombardements von Städten (auch von Dresden) Kriegsverbrechen. Es spielt keine Rolle für mich, welche Kriegspartei zuerst, wie viel, oder zu welchem Zweck Zivilisten bombardiert und umgebracht hat. Ich folge Tucholsky (jetzt folgt ein wirkliches 😉 Tucholsky-Zitat):

    „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde entfernt davon ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“

    Noch was zu den „Antideutschen“, oder wie auch immer. Ich durfte die Jungs in Trier und in anderen Städten, in denen ich gelebt habe, kennenlernen. In der Tat fielen mir diese Gruppen durch ihre fast rein männliche Mitgliedsstruktur (alles Jungmännchen) auf. Erschreckend fand ich vor allem die Dogmatik und die (teilweise obligatorische) Haß- und Gewaltbereitschaft.

    Wenn die an einer Revolution teilnehmen, sag ich ab 🙂 . Diese Leute diskreditieren das Links-sein und ich bin nicht bereit, an einer kruden, von Dogmatik geprägten Diskussion von denen teilzunehmen…

    So, ich glaube, nun reicht es mit dem Bashing der angeblichen „Linken“. Diese meine Meinung habe ich, glaube ich schon oft bei Dir geäußert, ich werde mich zukünftig zurückhalten, versprochen 🙂

  3. ungenannter sagt:

    Das Prinzip Auge um Auge hat NICHTS mit Gerechtigkeit zu tun. Es ist das Prinzip der Haß- und Todesspirale, weiter nichts.

    Ich glaube du verstehst da etwas falsch: das ius talionis als urkapitalistisches Prinzip der Bewertung von allem und jeden wurde und wird gerade auch in D bewusst zitiert, dass doch jetzt genug „gesühnt“, „gezahlt“, „gedacht“ und „gelitten“ ist. Dem ist nicht so. Nach den eigenen in Anspruch genommenen Maßstäben sind die Verbrechen der Nazizeit eben nicht, eben nie zu „sühnen“. Das sagt für mich dieser Aphorismus. Deswegen habe ich ihn ausgewählt.

    Zum Thema Opfer:

    Ich sehe die Dresdner Toten durchaus als Opfer der menschenverachtenden anglo-amerikanischen Bombadierung,

    Was ist daran menschenverachtend, den Tyrannen Hitler und seine Schergen, die einen bis dahin beispiellosen Vernichtungsfeldzug quer durch Europa angezettelt haben, entgegenzutreten und das Handwerk zu legen?
    Bei aller Härte und Brutalität der Bombardierungen, eines waren sie nicht: Kriegsverbrechen! Wie Sadam Hussein, die Hamas oder andere Menschenverachter haben auch die Nazis das eigene Volk als Geisel genommen: da steht immer der andere als Aggressor da, auch wenn wie im WK II alle Aggression von D ausging. Näheres dazu in dem von mir verlinkten Text, aus dem dieses Zitat stammt.

    ebenso wie alle im Krieg umgekommenen Menschen, unabhängig der Angehörigkeit zu einer Kriegspartei oder eines Volkes. Einer Seite kollektiv den Status des Opfers abzuerkennen, ist zynisch, ist ein nachträgliches Spucken auf die Körper der Toten und der um sie trauernden Angehörigen und Freunde. Dies Geisteshaltung wird gerne von der „antifaschistischen“ Linke propagiert: Die Deutschen waren Täter, Täter können keine Opfer sein. Punkt. Kinder und Frauen? Tragisch, aber sie gehörten halt zum Tätervolk..

    Und erst recht zynisch ist es, wenn die Täter von gestern sich in der Opferrolle gefallen. Dresden ist so ein Punkt, der Bombenkrieg überhaupt, die Flucht und Vertreibung aus Polen und Tschechien, oder vorher der Versailler Vertrag. Alles Ablenkungsmanöver, sich mit den tatsächlichen Umständen auseinanderzusetzen.
    Die Deutschen sind sicher kein Tätervolk in einer ontologisch aufzufassenden Schuldverstrickung oder gar einer genetischen Prädestination, aber ein Volk voller Täter sind sie, sind wir. Nur, wo sind sie geblieben, die Täter? Die Arisierer und Denunzierer, die Blockwarte und Fanatiker, ganz zu schweigen von den KZ-Schergen, den Mitgliedern der Sonderkommandos der Wehrmacht, den furchtbaren Richtern, die noch am 7. Mai Todesurteile verhängten und und und – Die Liste könnte endlos gehen. Wo sind sie geblieben? Weg? Verschwunden? Entnazifiziert? Geläutert?
    Die Geschichte lehrt uns etwas anderes.
    Weil Deutschland im Ost-West-Konflikt dringend gebraucht wurde, weil es ja eine gewisse Erfahrung mit „den Russen“ hatte, musste es sich nach einer kurzen Schrecksekunde von1945 danach nie oder nur selten mit der eigenen Untat, dem „Gräuel der Verwüstung“ (Markus 13, 14), den es über die Welt gebracht hat, befassen.
    Und das ist noch heute so. Darum das Insistieren darauf, das dir schroff und zynisch vorkommt.
    Die Opfer des Krieges sind vielfach beweint: in D gab es wohl keine einzige Familie, die nicht betroffen war. Ich will diesen Schmerz nicht kleinreden: er war und ist da, allein schon deswegen war und ist er berechtigt. Aber wessen Opfer waren es denn? Die der Alliierten? Der Amis? Des Iwan? Der Polen und Tschechen? Nein! Es waren die Opfer derer, die diesen wahnwitzigen Krieg lostraten! Sie wurden die Opfer des Größenwahns eines Hitler, die Opfer seiner irrsinnigen Strategien, die Opfer all derer, die ihm vor ’39 begeistert zujubelten. Sie wurden die Opfer ihrer selbst.
    DAS ist der Unterschied.
    Und das haben, wie ich die Dinge sehe, nur die wenigsten erkannt und die allermeisten schon wieder vergessen oder nie begriffen.

    Der Dualismus Opfer / Täter ist immer eine Lüge. Was Täter und was Opfer sind, wird in einem Krieg meist durch die Sieger eines Konflikts definiert, aber auch durch wechselnde Geistesströmungen der Geschichte. Derzeit erleben wir, wie die braune Nachgeburt versucht, die Zerstörung von Dresden neu zu deuten, sie von dem Kontext eines von Deutschland losgetretenen Krieges zu lösen und sich anschickt die Opfer des Bombadements für ihre Zwecke zu mißbrauchen.

    s.o.
    Ich bin den Bomben der Amerikaner und Briten sogar dankbar, dass sie der nazistischen Götterdämmerung, in der es nur einen Platz für alle gab: den Platz des Opfers auf dem Altar des NS-Rassenwahns und Antisemitismus! Der Opfer des eigenen, des deutschen Rassenwahns und Antisemitismus.
    Über die braune Kacke, die Dresden instrumentalisiert, brauchen wir gar nicht weiter diskutieren. Da sind wir einer Meinung.

    Es ist für manche unbefriedigend, wenn man etwas „so stehen lassen“ muss, keine Schublade bedienen kann. Nicht nur im Krieg verwischt die Grenze von Opfer zum Täter und umgekehrt, wir können das auch hier bei uns beobachten, wenn Opfer von Gewalt selber zu Schlägern werden, wenn Mißbrauchsopfer selber anfangen zu vergewaltigen.

    Mit letzterem bin ich sehr konform, jedoch in einem Kriege, insbesonderem einen Angriffskrieg verhält es sich nun mal anders, wie oben schon gesagt.

    Die Bombadierung von Dresden war ein schweres Kriegsverbrechen. Dies zu leugnen wäre höhnisch. Es ist begangen worden als Folge einer Kriegs-Logik, eines angewandten Auge-um-Auge-Prinzips. Keinem Kriegsverbrecher sollte ein Denkmal gewidmet sein. Nirgends!

    Für mich war es kein Kriegsverbrechen. Weder nach damaligen noch nach heutigen Maßstäben.

    Wir sollten uns hüten, ein Verbrechen durch andere begangene Verbrechen zu rechtfertigen oder ein Verbrechen aus einem Kriegs-Kontext herauszulösen. Versöhnung kann niemals durch Aufrechnen zustande kommen, kann niemals ohne die Anerkennung des jeweils begangenen Unrechts geschehen.

    Es geht nicht um Rechtfertigung, es geht darum, was kann ja was müssen die anderen Völker unternehmen, wenn eines so brutal und jenseits aller Maßstäbe der Mordlust frönt und alles in den Abgrund ziehen will.
    Da sind dann „Kriegsverbrechen“ mehr als gerechtfertigt.
    Ein anderes Beispiel: Wäre Vietnam nicht völkerrechtswidrig und völlig „unnötig“ nach Kambodscha einmarschiert und hätte dem grausamen Wüten der Roten Khmer ein Ende bereitet, wie viel Menschen wären noch gestorben? Sie MUSSTEN es tun! Davon bin nicht nur ich überzeugt.

    Die Anerkennung des jeweiligen Unrechts
    Da halte aus den oben genannten Gründen ganz einfach die Klappe. DAS ist nicht unser Part! Die Rolle des Opfers steht uns einfach schlecht zu Gesicht!

    Nirgends auf der Welt gibt es einen so ausgeprägten „Selbsthaß“ wie in Teilen der deutschen Linken. Des gibt offenbar nichts Deutscheres: Wer sich als „Antideutscher“ definiert, verortet sich auf die eine Seite einer Münze. Auf der anderen Seite befinden sich die „Stolzdeutschen“. Beide bedingen sich, sind Antipoden im Geiste. Ich kann auf diese Münze verzichten, niemand braucht sie.Das Prinzip Auge um Auge hat NICHTS mit Gerechtigkeit zu tun. Es ist das Prinzip der Haß- und Todesspirale, weiter nichts.

    Die Sache mit dem Selbsthass wird gerne kolportiert, aber sie greift zu kurz, viel zu kurz.
    Es geht nicht um Selbsthass. Das Wort „antideutsch“- das ich im übrigen für ziemlich dämlich halte, weil es in die falsche Richtung weist!- suggeriert einen solchen, jedoch es geht gerade nicht um Deutschland! Es geht auch nicht um die USA, den einzigen Staat den der „Antideutsche“ rechtfertigen kann, ist der jüdische. Die Begründung dazu findest du z.B. hier.. Diese hat tatsächlich dann mit Deutschland zu tun, und zwar negativ.

    Eigentlich sind die „Antideutschen“ gar nicht auf Staaten, zumal auf Nationalstaaten erpicht. Weil sie immer Herrschaft von Menschen über Menschen bedeuten, möchten sie diese am liebsten heute noch abschaffen. Ihnen schwebt stattdessen im Anschluss an Adorno und der Kritischen Theorie vor:

    Die „freie Assoziation“ als Antagonist falscher und verkehrter Synthesis durchs Kapital, eben: „die Einheit des Vielen ohne Zwang“ …

    (Sehr zu empfehlen auch ein ausführlicher Vortrag von Joachim Bruhn dazu wie überhaupt die ganze Seite des isf in Freiburg.
    Da sehe ich weder Selbsthass und erst recht nicht das ius talionis, sondern schlicht das glatte Gegenteil.

    So. Da hätte doch meine Antwortschon fast ein eigenständiger Artikel werden können.
    Was nicht ist, kann ja noch werden.

  4. tetrapanax sagt:

    Das Prinzip Auge um Auge hat NICHTS mit Gerechtigkeit zu tun. Es ist das Prinzip der Haß- und Todesspirale, weiter nichts.

    Zum Thema Opfer:

    Ich sehe die Dresdner Toten durchaus als Opfer der menschenverachtenden anglo-amerikanischen Bombadierung, ebenso wie alle im Krieg umgekommenen Menschen, unabhängig der Angehörigkeit zu einer Kriegspartei oder eines Volkes. Einer Seite kollektiv den Status des Opfers abzuerkennen, ist zynisch, ist ein nachträgliches Spucken auf die Körper der Toten und der um sie trauernden Angehörigen und Freunde. Dies Geisteshaltung wird gerne von der „antifaschistischen“ Linke propagiert: Die Deutschen waren Täter, Täter können keine Opfer sein. Punkt. Kinder und Frauen? Tragisch, aber sie gehörten halt zum Tätervolk…

    Der Dualismus Opfer / Täter ist immer eine Lüge. Was Täter und was Opfer sind, wird in einem Krieg meist durch die Sieger eines Konflikts definiert, aber auch durch wechselnde Geistesströmungen der Geschichte. Derzeit erleben wir, wie die braune Nachgeburt versucht, die Zerstörung von Dresden neu zu deuten, sie von dem Kontext eines von Deutschland losgetretenen Krieges zu lösen und sich anschickt die Opfer des Bombadements für ihre Zwecke zu mißbrauchen.

    Es ist für manche unbefriedigend, wenn man etwas „so stehen lassen“ muss, keine Schublade bedienen kann. Nicht nur im Krieg verwischt die Grenze von Opfer zum Täter und umgekehrt, wir können das auch hier bei uns beobachten, wenn Opfer von Gewalt selber zu Schlägern werden, wenn Mißbrauchsopfer selber anfangen zu vergewaltigen.

    Die Bombadierung von Dresden war ein schweres Kriegsverbrechen. Dies zu leugnen wäre höhnisch. Es ist begangen worden als Folge einer Kriegs-Logik, eines angewandten Auge-um-Auge-Prinzips. Keinem Kriegsverbrecher sollte ein Denkmal gewidmet sein. Nirgends!

    Wir sollten uns hüten, ein Verbrechen durch andere begangene Verbrechen zu rechtfertigen oder ein Verbrechen aus einem Kriegs-Kontext herauszulösen. Versöhnung kann niemals durch Aufrechnen zustande kommen, kann niemals ohne die Anerkennung des jeweils begangenen Unrechts geschehen.

    Nirgends auf der Welt gibt es einen so ausgeprägten „Selbsthaß“ wie in Teilen der deutschen Linken. Des gibt offenbar nichts Deutscheres: Wer sich als „Antideutscher“ definiert, verortet sich auf die eine Seite einer Münze. Auf der anderen Seite befinden sich die „Stolzdeutschen“. Beide bedingen sich, sind Antipoden im Geiste. Ich kann auf diese Münze verzichten, niemand braucht sie.

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