Aphorismus #277

Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), Discours sur l’origine et les fondements de l’inégalité parmi les hommes (= Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen) von 1755

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4 Kommentare zu “Aphorismus #277

  1. […] nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern beim Ungenannten schamlos geklaut! Einfach, weil ich diese Sätze so klasse finde und dem Ungenannten auf diesem […]

  2. […] “Neuen Fragmente eines Ungennannten” widmen sich heute im Aphorismus #277 einem Jean-Jacques Rousseau-Zitat, welches zu lesen niemandem schaden dürfte. Der Streifzug bei […]

  3. ungenannter sagt:

    Klar.
    Aber an diesem Wort ist nun mal einiges dran, auch wenn es die Frage des Eigentums an den Produktionsmitteln noch gar nicht stellt. Ergo: kein Kommunist.

  4. Anonymus sagt:

    War Rousseau Kommunist?
    ich fürchte nein…
    er schrieb bedauerlicherweise wenig über die Realität….
    und kaum etwas wurde so oft missbraucht wie sein Konzewpt des „volonté generale“….

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