Aphorismus #294

Es ist selbstverständlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen lesen, eine Lüge, welche systematisch wiederholt wurde. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe dies niemals bestritten, sondern es klar ausgedrückt. Wenn es etwas in mir gibt, was man als religiös bezeichnen kann, dann ist es meine ungeheure Bewunderung für die Struktur dieser Welt, soweit sie die Wissenschaft erforscht hat.

Albert Einstein (1879 – 1955) in „The Human Side“, editiert von Helen Dukas (Einsteins Sekretärin) und Banesh Hoffman

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3 Kommentare zu “Aphorismus #294

  1. Anonymus sagt:

    Und ich dachte nur „religiöse“ Menschen haben so einen schwammigen, weiten Religionsbegriff um Atheisten in Diskussionen niederzubügeln….

  2. ungenannter sagt:

    Einstein war ziemlich sicher kein Theist. Statt „Gott würfelt nicht“, hätte er auch sagen können: „die Natur würfelt nicht“ oder „Naturgesetze würfeln nicht“. Weil das besagte Zitat so missverständlich war, hat er es später korrigiert.

    Dawkins schreibt in „Der Gotteswahn“:

    “Wir haben guten Grund anzunehmen, daß berühmte Einsteinismen wie `Gott ist subtil, aber er ist nicht bösartig’ , oder:`Er würfelt nicht’ , oder: `Hatte Gott denn eine andere Wahl als dieses Universum zu schaffen?’ pantheistisch sind, nicht deistisch, und gewiß nicht theistisch. … Einstein benutzte das Wort `Gott’ in einem rein metaphorischen, poetischen Sinn. Das gilt auch für Stephen Hawking, und für die meisten dieser Physiker, die gelegentlich in die Sprache religiöser Metapher abgleiten.”

    und an anderer Stelle zitiert es Einstein wörtlich:

    “das Gefühl zu haben, daß hinter allem, das erfahren werden kann, etwas steht, daß unser Verstand nicht fassen kann und dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur indirect und als schwache Relektion erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös.“

    beides zitiert nach: http://www.rationalistinternational.net/archive/de/rationalist_2008/20080628.html

    kurz und knapp steht dazu der Wikipedia:

    … „Gott würfelt nicht“ … reflektiert eine pandeistische* Gottesvorstellung.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Deismus#Deutschland

    * allerdings ist die Bezeichnung „Pandeismus“ begriffliche Haarspalterei. Pantheismus würde reichen.

  3. Jakob sagt:

    Ich frage mich, wie das mit seiner bekannten Antwort auf die Quantentheorie passt, „Gott würfelt nicht!“
    Das könnte ja noch als salopper Ausspruch durchgehen, aber „Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht!“ und „Es scheint hart, dem Herrgott in die Karten zu gucken.“ hört sich für mich doch sehr nach einem „persönlichen Gott“ an. Er könnte natürlich später seine Haltung dazu geändert haben, m.W. hat er aber bis zu seinem Tod die QT abgelehnt, u.a. mit solchen unwissenschaftlichen Pseudo-Argumenten.

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