Aphorismus #322

Was wir in der hl. Kommunion empfangen, hat die Gestalt des Brotes; aber was wir essen, ist der Leib des Herrn. Und was uns im Kelch gereicht wird, hat die Gestalt des Weines; aber was wir trinken, ist das Blut Christi.

So erklärte es der damalige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, in seiner Predigt bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 24. September 2003.
So weit so schlicht.
Aber wehe! WEHE! WEHE! es wagt einer zu sagen, dass dies Kannibalismus iat, dass dies eine ziemlich unappetitliche Vorstellung ist und dass solches einem denkenden Zeitgenossen mehr als nur ein sacrificium intellectus abverlangt! Wer solches nur denkt, den trifft die ganze vorwissenschaftliche Ontologie eines Aristoteles, eine gehörige Portion Scholastik und jede Menge Schwarz-zu-weiß-machen-Rabulistik der katholischen Kirche.

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6 Kommentare zu “Aphorismus #322

  1. ungenannter sagt:

    Da liegst du m.E. daneben.
    Seit den allerersten Hochkulturen, war eine Ausbreitung des Glaubens auch immer eine Ausweitung des Machtbereichs (und umgekehrt), die eroberten Ungläubigen wurden dann schon mal gerne den Göttern zum Fraß vorgeworfen als Opfer dargebracht. (Auch bei den angeblich ach so heldenhaften Germanen war dies so!) Im Alten Griechenland war „Gottlosigkeit“ und „Frevel“, Staatsfeindschaft und Verachtung der Götter eins: das Wort „asebeia“ umfasst dies alles. Und genau diese asebeia wurde Sokrates vorgeworfen und zum Trinken des Schirlingsbechers verurteilt.
    Kurzum: die kath. Kirche, das Christentum hat viele Vorläufer. Und auch die protestantischen Kirchen waren bei der Missionierung der Welt auch nicht zimperlich. Die Zusammenarbeit mit den Kolonialherren war obligatorisch.
    Wenn es um transzendenten Unsinn geht, gehen sich die Leute immer am liebsten an die Gurgel.
    Faschistische Denkmuster und -schablonen sind ohne Religion und Kult nicht zu verstehen, aber sie gehen nicht darin auf.
    Meine Empfehlung, wie so oft:

    Adorno/ Horkheimer: Dialektik der Aufklärung

    insbesondere das Kapitel: Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung
    Ist schwere Kost, aber bewahrt vor Einseitigkeiten und Vereinfachungen.

  2. oh-eia sagt:

    Massenmorde an Andersgläubigen hat bisher nur die Katholische Kirche begangen.
    Die anderen Kirchen nicht.
    Bildung ist was bleibt wenn man alles vergessen hat.
    Also die Denkstruktur bleibt.

    Deshalb hat auch Adolf Hitler seinen Vernichtungswillen von seiner katholischen Erziehung.
    Er hat die Denkstruktur behalten und nur die Ziele ausgetauscht. Er hat die Feinde ausgetauscht.
    Das mitleidlose Töten der Feinde ist typisch katholisch.

  3. Anonymus sagt:

    ach deswegen sagen immer alle Christen trinken Blut….
    und machen dunkle Teufelsanbeterrituale….

  4. Und mich bezeichnet man als verrückt, weil ich Filme wie „Cannibal Holocaust“ sehe….

  5. ungenannter sagt:

    Ja, die Kirche(n) ist (sind) schon immer für ihre tolerante Haltung und ihr weites Herz bekannt.
    Dazu kann ich empfehlen.

    Willst du nicht mein Bruder sein …

    .

  6. olyly sagt:

    „Was wir in der hl. Kommunion empfangen, hat die Gestalt des Brotes; aber was wir essen, ist der Leib des Herrn. Und was uns im Kelch gereicht wird, hat die Gestalt des Weines; aber was wir trinken, ist das Blut Christi.“

    Die Hugenotten behaupteten einst, die „Wandlung“ sei nur ein symbolischer Akt. Das war tödlich.

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