Aphorismus #394

Die naturalistische Antwort auf das Problem der individuellen Subjektivität lautet: Die »Perspektive der ersten Person« ist ausschließlich ein Darstellungsphänomen, dem nichts in der objektiven Struktur der Welt entspricht. Wir sind nicht auf mysteriöse Weise mit einer besonderen innerweltlichen Person und ihrem Standpunkt identisch, sondern wir besitzen in diesem Sinne überhaupt keine Identität: Wir sind eine intern mehr oder weniger stark korrelierte Menge aus physischen und psychologischen Eigenschaften, die sich durch die Zeit bewegt. Die Einheit des Selbstbewußtseins ist eine repräsentationale Fiktion.

Der Neurophilosoph Thomas Metzinger in: „Niemand sein. Kann man eine naturalistische Perspektive auf die Subjektivität des Mentalen einnehmen?“, S. 151. In: Sybille Krämer: Bewußtsein. Philosophische Beiträge. Frankfurt am Main 1996. 130-154.

Ein Kommentar zu “Aphorismus #394

  1. Aeternitas sagt:

    Es lebe die Postmoderne!

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