Aphorismus #395

Wort zum Sonntag #6

1. Korinther 11, 3-16

3 Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.

Das ist ist in  jeder monotheistischen Religion so. Sie sind durch und durch patriarchalisch. Und immer ist die Frau die Unterlegene, die Minderwertige, die, vor der man die Welt schützen muss.

4 Ein jeglicher Mann, der betet oder weissagt und hat etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt.

Ist in ländlichen Gegenden bis heute so. Männer werden schief angesehen, wenn sie in einer Kirche eine Kopfbedeckung tragen. Außer die Priester natürlich…

5 Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebensoviel, als wäre es geschoren.

Tztztz Die Haare. Die müssen den verklemmten Paulus ganz schön angetörnt haben, dass er sie so radikal verbannen möchte. Die Begründung Haare = Glatze die ist von umwerfender Logik. Auf so was kommt man, wenn man zu lange fastet oder Visionen hat. Haldol soll da Wunder wirken. 😉

6 Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, daß ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.

Haare = Glatze die zweite. Und nun frisch zur Tat: weg mit den Haaren und dann schnell unter die Haube.

Bild via linkSo ist es brav. Nur so!

7 Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes Bild und Ehre; das Weib aber ist des Mannes Ehre.

Klar. Der Mann ist Gott ähnlicher als die Frau. Sein Dasein gereicht Gott zur Ehre. Aber das der Frau? Nebbich.

8 Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne.

Sensation: Paulus wurde von einem Mann geboren!
Mit dieser Sentenz, in der die Natur auf den Kopf gestellt wird, zeigt er einen Gebärneid, der sich gewaschen hat. Leider gab es 40 nach Christus noch keine Psychotherapeuten. Paulus hätte einen gebraucht. Was sage ich einen? Zwei, drei… Er hätte sie zur Verzweiflung bringen können mit seiner Prüderie (Sex ist in seinen Augen eine einzige Sauerei.), seinem Frauenhass (was anderes als Hass ist denn diese Passage?), seinem religiösen Halluzinieren (natürlich mit  Engeln, Jesus himself und einer Entrückung in den 3. Himmel [2. Kor 12,2]…), seinem furchtbaren Menschenbild ( Röm 6 – Alle sind verdammt, haben den Tod verdient), seinem autoritären Gehabe und Gepoltere (in seinen Briefen mehr als einmal zu lesen!) und seiner Erwählungs-Arroganz. – Und so jemand, so eine verkorkste Existenz gilt als Apostel, als von Gott Gesandter, ist der „Erfinder“ des Christentums, wird tagtäglich von Menschen gelesen, die seine Worte lesen, glauben und ihr Leben danach ausrichten!!!!! Der „ganz normale“ Wahnsinn Religion eben.

9 Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen.

Das haben alle Chauvis aller Zeiten so gesehen: Die Frau hat gefälligst für den Mann da zu sein! Nicht umgekehrt! Es gibt eine unselige Gleichung, die ist ganz einfach und durch 3000 Jahre Judentum, 2000 Jahre Christentum und 1400 Jahre Islam belegt:  Monotheismus = Patriarchat = Frauenhass = Unterdrückung der Frau. Und warum das Ganze? Ein Minderwertigkeitskomplex ist es. Im Patriarchat herrscht bekanntlich Ödipus, der seien Vater tötet und mit seiner Mutter schläft. Und im frommen Patriarchat, das mit Paulus beginnt und mit dem Papst noch lange nicht endet, da geht die Geschichte  weiter: Ödipus bringt auch seine Mutter um, um sich rein zu waschen! Schließlich ist sie in seinen Augen Schuld an der ganzen Malaise! Und darum hasst der Fromme alle Frauen, hasst sie als böse Verführerinnen, als teuflische Versuchung, als verdorben und liederlich. Es ist dieselbe Geschichte wie bei dem Vergewaltiger, der allen Ernstes der Frau die Schuld gibt an seiner Tat, weil sie ihn so gereizt habe…

Bild via link

Restauration eines Heiligen…

10 Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.

Eine Macht? Ja, klingt seltsam, ist es auch. Das Wort ἐξουςία (exusia) hat viele Bedeutungen: Vermögen, Autorität, Macht, Erlaubnis… Was Paulus meint, wird nur im Zusammenhang klar: er will, dass die Frauen im Gottesdienst eine Kopfbedeckung, ein Kopftuch oder Ähnliches tragen.Und „Macht“ nennt er dieses wohl aus dem selben Grund, wozu es bis heute dient: als Zeichen der Herrschaft des Mannes über die Frau. Die katholische Kirche hält sich dran: Frauen haben da nichts zu sagen im exklusiven Männerclub. Nicht einmal kleine Mädchen werden priesterlich missbraucht, es sind immer kleine Jungs. Ist wenigstens konsequent in der Ablehnung alles Weiblichen. So weit so schlecht. Aber die Begründung des Paulus ist dermaßen abstrus, dass man sich wundert, warum noch irgendwer diesen Spinner ernst nimmt! Wegen der Engel braucht es das Kopftuch! Unausgesprochen heißt das, die könnten sich vergucken, könnten geil werden und das Frohlocken vergessen, lieber eine Runde Sex haben. Klar. So sind sie die Engel. Weiß jedes Kind. Und davor bewahrt das Kopftuch! So ein hanebüchener Unsinn, so ein waschechter Aberglaube, so ein jeder Vernunft Hohn sprechendes Gelalle, so eine abstruse Kifferweisheit nach dem 5. Joint!
Herr lass Hirn vom Himmel regnen! Ach geht ja nicht. Den Herrn Gott gibt es ja nicht. Jetzt wo man ihn mal bräuchte! 😛

11 Doch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann in dem HERRN;

Hätte ich doch glatt  vergessen. Menschen sind nicht nur die Männer. Die Frauen sind es auch. „Ja Priscilla (Apostelgeschichte 18), brauchst dich nicht aufregen. Alles wird gut.“ So ein Heuchler!

12 denn wie das Weib vom Manne, also kommt auch der Mann durchs Weib; aber alles von Gott.

Jetzt merkt auch er das: der Mann wird von einer Frau geboren! Applaus!

13 Richtet bei euch selbst, ob es wohl steht, daß ein Weib unbedeckt vor Gott bete.

Die gute Sitte verlangt also „bedecktes Beten“. Die gute Sitte war schon immer eine Unsitte. Wenn es danach gegangen wäre, wir säßen noch auf den Bäumen. Denn auf die Erde geht „man“ nicht! Das ist Ketzerei! Könnten ja die Götter beleidigt sein, oder sie Engel eine Runde ficken Beischlaf treiben wollen.

14 Oder lehrt euch auch nicht die Natur, daß es einem Manne eine Unehre ist, so er das Haar lang wachsen läßt,

DAS kenne ich noch aus meiner Jugend! Da waren ein paar Zentimeter längere Haare der Untergang des Abendlandes!

15 und dem Weibe eine Ehre, so sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr zur Decke gegeben.

Und nochmal, weil es so schön ist. Bedecken, bedecken, bedecken muss sich die Frau, sonst wird Paulus zu sehr an DAS EINE erinnert, ans  Ficken… Böse? Ja, böse. Aber dieser schwer gestörte misogyne Psychopath ist die längste Zeit für voll genommen worden.

16 Ist aber jemand unter euch, der Lust zu zanken hat, der wisse, daß wir solche Weise nicht haben, die Gemeinden Gottes auch nicht.

Jetzt dachte ich, ich kann Paulus endlich mal auf Augenhöhe die Meinung geigen. Und was macht er? Der Feigling? Er versteckt sich hinter den anderen. Hier: den anderen Gemeinden. So ein Schmock!

Fazit: Nichts davon müsste man heute noch behandeln, wenn es nicht so viele gäbe, die diesen Mist glauben würden!

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Ein Kommentar zu “Aphorismus #395

  1. anonymus sagt:

    zu 5)
    klingt nach pathologischer Eifersucht und Neid. Mysogynie musst nicht primär Voraussetzung sein, Homosexualität reicht auch, dieser Jesus könnt ein attraktiver Kerl gewesen sein und Paulus der Rivale von Maria Magdalena, harte Konkurrenz 🙂

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