Aphorismus #422

Wo die Probleme mit dem Internet herkommen:

internetDiese und alle anderen Folgen von southpark gibt es auf southpark.de auf Deutsch und auch auf Englisch!

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4 Kommentare zu “Aphorismus #422

  1. ungenannter sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen!

  2. goedel sagt:

    Nein, natürlich nicht. Satire darf im Prinzip alles außer langweilen. Aber auch Satire ist nicht per se aufklärerisch und systemkritisch. South Park ist nicht nur nicht systemkritisch, sondern eher systemfreundlich. (Wie hätte sich South Park z.B. auf die Ideologie und die Lügen der Neokonservativen stürzen können, als diese an der Macht waren. Stattdessen spielt man ein bisschen mit Stereotypen über Minderheiten um vermeintliche Tabubrüche zu inszenieren. Die Systemfrage wird jedoch nie gestellt. Nicht umsonst bezeichnen sich viele Rechte in den USA als „South Park conservatives“.)

    Darauf wollte ich nur aufmerksam machen, bevor man die Serie aus linker Perspektive zu sehr in den Himmel lobt.

    Wie ich ja schon mal zu einem anderen Beitrag gschrieben habe, finde ich die Serie selbst auch ziemlich unterhaltsam. Und da Dein Blog von besagten Tieffliegern eher weniger gelesen werden dürfte (denen mangelt es oft am Leseverständnis), ist auch die Gefahr eher gering, dass Du mit Deiner Werbung für South Park an dieser Stelle ein falsches Bewusstsein beförderst.

    Ich wäre nur dafür, dass in Bildungswesen und Medien auch wieder mehr für ein eigenständiges und kritisches Denken getan wird. Dies ist erforderlich, damit Serien wie South Park auch von der Mehrheit ihrer Zuschauer in den richtigen Bezugsrahmen gesetzt werden können.

    Wenn ich z.B. sehe, wie sehr politische Magazine in den öffentlich-rechtlichen Medien gestutzt und in die Nachtstunden verlegt wurden und was dafür immer noch samstag abends zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wird, wenn ich gleichzeitig sehe, dass die privaten Fernseh- und Printmedien nur noch auf der Linie der Herrschenden liegen, dann ist mir vollkommen klar, wieso bei uns die Büttel der oberen Zehntausend regieren.

  3. ungenannter sagt:

    Ja. Da hust du Recht.
    Es ist ein Problem, dass in southpark (und nicht nur da) mit Stereotypien gespielt wird.
    Mich hat das Jahre lang davon abgehalten, mich damit näher zu beschäftigen, habe die Serie als schlecht gemachten Mist für pubertierende Pickelträger abgetan. Ein paar Folgen, viele kenne ich nicht, haben mir gezeigt, dass wie bei den Simpsons z.B. weit mehr Hirnschmalz dahinter steht, als ich gedacht hätte.
    Es ist Satire. Bitterböse Satire. Und die wird leider nun mal von vielen Dumpfbacken nicht verstanden.
    Aber sollte man wegen der geistigen Tiefflieger jegliche Satire, die heikel sein könnte und zu Missverständnissen Anlass gibt, bleiben lassen?

    Meine Antwort kennst du.

    Vielleicht k

  4. goedel sagt:

    Jetzt mal ganz ehrlich: Was sagst Du z.B. zu dem in South-Park enthaltenen Antisemitismus? Wie z.B. in der Folge, in der Cartman Kyle auffordert, ihm sein „Judengold“ zu geben, das er wie „alle Juden“ in einem Beutel an Halsband trage. Und in der Kyle dann -nachdem er das zunächst für Unsinn erklärt- sein Judengold schließlich hervorholt?
    (Siehe auch hier: http://www.youtube.com/watch?v=LVO2RMtffxE&hl=de)

    Sicher, man kann das Ganze auch als Satire auf Antisemitismus verstehen. Dazu bedarf es aber einer gewissen politischen Vorbildung. Und die darf man bei einer Mehrheit der Bevölkerung sowohl in den USA als auch in Europa leider schlichtweg nicht mehr voraussetzen. (Wie man auch schnell an den Kommentaren zum YouTube-Clip erkennt.)

    Wozu das teilweise führt, belegt auch dieses Beispiel: http://www.theaustralian.news.com.au/story/0,25197,24778103-5006784,00.html

    Und Juden sind nicht die einzige Gruppe, die in South Park stereotypisiert und zum Ziel von vorurteilsbeladenen Witzen gemacht wird. Menschen dunkelhäutiger Hautfarbe, asiatischer Herkunft und anderer sexueller Ausrichtung sind für South Park sogar noch leichtere Opfer. In South Park wird es immer so dargestellt, als ob die Minderheiten in der Gesellschaft den Ton angäben und der Mehrheit ihre Vorstellungen aufzwängen.

    Wie gesagt, mit gewisser politischer Vorbildung alles kein Problem. Aber was wird in den westlichen Staaten für die politische Bildung getan? Das gesamte Bildungssystem wird ja zur Zeit eher auf reibungsloses Funktionieren und größtmögliche wirtschaftliche Verwertbarkeit des „Humankapitals“ hin ausgerichtet. (Siehe die von Bertelsmann diktierte Hochschulreform in NRW.) Da wird kritisches und skeptisches Denken immer weniger gefördert. Und so kann der Sarkasmus von Serien wie South Park irgendwann gewaltig nach hinten losgehen.

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