Aphorismus #474

Mit welchem Stolz geht der Wähler zur Urne! Erfüllt er sein heiligstes Recht, alle fünf Jahre einmal einen Zettel mit dem Namen einer anderen Null feierlich zur Auszählung abzuliefern! Wie unentbehrlich kommt er sich vor!

Noch einmal etwas aus Erich Mühsams Text „Zur Naturgeschichte des Wählers“ von 1907. Wer ihn noch nicht kennt: unbedingt nachholen!  😉

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4 Kommentare zu “Aphorismus #474

  1. Harald sagt:

    Aber was dann, Kopf in den Sand?
    Ehe die Massen wieder (wie 1989 in der DDR) auf die Strße gehen, dauert’s noch ein Weilchen. Das kommt erst in 2010 denke ich.

  2. ungenannter sagt:

    Nichtwählen und nicht Wählen sind m.E. zweierlei.
    Ich hatte mich bisher auch immer für „das kleinere Übel“ entschieden. Aber ich habe nicht mehr vor mit meiner Stimme. ein kleineres zu einem größeren zu machen, wie es seinerzeit die SPD wurde von Brandt (mehr Demokratie wagen) zu Schmidt (Berufsverbote, RAF-Hatz, NATO-Doppelbeschluss), oder später die Grünen (von Wackersdorf ins Kosovo) und wie es die Linke anhebt zu sein: in den Landesparlamenten ist sie komplett „realpolitisch“ und im Bund würde es sie auch sein.
    Ihr Programm gefällt mir in vielen Punkten sehr gut, aber: was würde davon übrig bleiben in einer Koalition?
    Das Kreuz bei der Linken machen, heißt eben nicht, den Herrschenden am meisten weh tun, es heißt, ihr Spiel mutzumachen. Das geschieht dann unter dem Motto: selbst für die Systemgegner haben wir da was im Angebot…

  3. Harald sagt:

    Mit Stolz wird wohl schon seit langem kaum ein Wähler mehr zu Urne gehen. Und ich war in meinem Leben noch nie mit Stolz an der Wahlurne.
    In Erfüllung eines Rechtes pflichtgemäß zu DDR-Zeiten: Ja
    Mit Hoffnung, das es besser werden könne zu Wendezeiten: Ja
    Mit immer mehr und wachsender Wut in den letzten Jahren: Ja
    Mit Stolz: noch nie

    Mit würde es schon reichen, wenn alle die mit den Gegebenheiten unzufrieden sind, die Wütenden, die Unterdrückten, die herabgewürdigten, die Armen, alle die einfach mal gehen, gehen zu Wahl, den Wahlzettel anschauen und das Kreuz dort machen, wo es den Herrschenen am meisten weh tut, bei den Linken! Oder den Piraten, Oder einer der anderen kleinen Parteien (im Notfall auch da) aber auf keinen Fall bei einer der REgierungspartien der letzten Jahre (egal ab CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne) den die hatten ihre Chance und haben diese nicht genutzt. Die sind genauso am Ende wie die SED mit Ihren Blockparteien (CDU, DBD, LDPD, NDPD) im Jahre 1989!
    Und auf keinen, aber auch gar keinen Fall wie ein Feigling zuhause bleiben:
    http://www.lumperladen.de/lumpereien/2009/09/07/entschuldigung-ich-vergass/

  4. BillBrook sagt:

    Da lobte ich mir die letzte Hamburger Bürgerschaftswahl. Da aufgrund des neuen Wahlrechts die „Stimmzettel“ veritabele 64 seitige DIN A 4 Hefte waren, waren die Urnen tatsächlich Mülltonnen, eine versehentliche Ehrlichkeit.

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