Aphorismus #507

Wort zum Sonntag #22

Bekifft ohne Drogen!

Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten.

Apostelgeschichte 19,6

Wahnsinn, oder? Wenn in Wacken oder in Roskilde die Leute so drauf sind, heißt es sofort: „Was haben die genommen?“ „Hilfe! Polizei!“ oder: „DAS möchte ich auch haben!“ Nun bekanntermaßen hat jede Droge ihren Preis- und damit meine ich nicht den beim Dealer. Der Preis bei exzessivem Alkoholkonsum ist körperlicher und psychischer Verfall, sozialer Abstieg und irgendwann die völlige Depravation. Der Preis für den übermäßigen Konsum von Halluzinogenen- angefangen bei magic mushrooms bis hin zum LSD- ist die stetige Gefahr, dass man eines Tages in seinem Trip hängen bleibt. Der Preis für die „Taufe mit dem Hl. Geist“, für ekstatisches Zungenreden, für das komplette „Außer-Sich-Sein“ ist die Komplettaufgabe des eigenen Verstandes udn damit verbunden die Auslieferung seiner selbst an den charismatischen Prediger. Wer am Sonntag wie wild durch die Gegend hüpfen, Unverständliches vor sich hinstammeln  und so die himmlische Glückseligkeit hienieden erfahren will, der muss von Montag bis Samstag unter der Fuchtel eines rigiden Moral leben, muss eine Weltsicht teilen, die finsterstes Mittelalter ist. Im Gefolge von „Geistestaufe“ [1], verzückter „Zungenrede“, Ergriffensein vom Hl. Geist und anderen außergewöhnlichen „geistlichen“ Erlebnissen kommt dies so sicher wie das Amen im „erweckten“ Gottesdienst, nämlich andauernd, völlig überflüssig und absolut unpassend. Die als persönliche Befreiung erlebte „Geistestaufe“ und alles, was damit verbunden ist, wird als Einfallstor für den „Geist Gottes“ in das eigene unbedeutende Leben verkauft, ist jedoch nur das ganz irdische Eingangstor in ein bevormundetes, unselbständiges und gleichgeschaltetes Christenleben, das diese „erweckten“  Gemeinden besonders auszeichnet.

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[1] Ich mache mir diesmal nicht die Mühe, jeden Ausdruck aus dem „pneumatischen“ Universum (pneuma gr. für Hauch, Luft, Geist) zu erklären, denn es ist nur pneuma: Luft, heiße zumeist.

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3 Kommentare zu “Aphorismus #507

  1. Peter sagt:

    Scheint so, als sei die Fuchtel der Moral wie kalter Entzug von die Droge des kollektiven Rausches, die bei solchen Versammlungen dann freigesetzt wird.

  2. ungenannter sagt:

    Zur allerheiligsten Veranda, Gott gieße sie und streiche ihren Garten grün, sagt der Prophet:
    Aphorismus #208

    Abu Au’ch B’lai-dit

  3. Muhammad ibn B´laí-dit sagt:

    Der Prophet (Gott gieße seinen Garten und streiche seine Veranda grün), sagt, dass jede Religion das RECHT auf Beleidigung hat deswegen solltest du wieder über die Religion des Propheten (Gott gieße seinen Garten und streiche seine Veranda grün)schreiben.
    Sonst wird dir der Prophet (Gott gieße seinen Garten und streiche seine Veranda grün) ewig zürnen und du niemals in das Paradies des Propheten (Gott gieße seinen Garten und streiche seine Veranda grün) eintreten können…
    mit freundlichen Grüßen
    ein Anhänger des Propheten (Gott gieße seinen Garten und streiche seine Veranda grün)

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