Aphorismus #520

Eines der meist gecoverten Songs der 1960er in den USA war Gloria von Them / Van Morrison: ein von dem Sprachspiel Gloria= Ruhm/ Ehre Gottes und Gloria als  Mädchennamen lebende kurze schnelle Nummer. (Was VM später daraus gemacht hat, ist gelinde gesagt, eine Lachnummer….)
Die Datenbank des wunderbaren Internet-Radios „Beyond the Beat Generation“ listet 27 mal dieses Stück. Gecovert von (leider nur seinerzeit) namhaften Bands wie „13th Floor Elevators“ oder  „The Shadows of Knight„, vor allem aber von unbekannten Gruppen, die es exakt zu einem Acetat oder einem Tape gebracht haben: diesem Lied, das es nicht einmal zu späten youtube-Ehren gebracht hat. Gloria war so etwas wie das Lieblingsstück der US-Garage-Punk-Bands, die nach der British Inavasion wie Pilze aus dem Boden schossen, und deren Kurze Blüte mit der psychedelic era schon wieder vorbei war.
Auch nach dieser Zeit wurde es immer wieder gecovert: in der Wiki sind ebenfalls jede Menge kleiner und großer Bands verzeichnet, die sich daran versuchten.
DIE Cover-Version, die weit mehr war als nur das x-te versuchte Nachspielen eines Titels, der zwar textlich Null zu bieten hatte, aber dafür umso mehr musikalisch hergibt, das war die Neufassung von Patti Smith, die dem Stück seine ursprüngliche rohe Energie zurückgab und den harmlosen Text eine Wendung gab, die 1975 noch unerhört war: lesbische Liebe. Und am Anfang des Songs steht eine Zeile wie ein lauter Aufschrei:

Jesus died for somebody’s sins but not mine

CBGB’s im Rockpalast – Unerhört!

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