Aphorismus #633

Wort zum Sonntag #40

Der Lebenskundliche Unterricht in der Truppe ist im Zusammenhang mit der Gesamterziehung der Soldaten zu sehen. Er behandelt sittliche Fragen, die für die Lebensführung des Menschen, seine Beziehung zur Umwelt und für die Ordnung des Zusammenlebens in jeder Gemeinschaft wesentlich sind. Er hat die Aufgabe, dem Soldaten Hilfe für sein tägliches Leben zu geben und damit einen Beitrag zur Förderung der sittlichen, geistigen und seelischen Kräfte zu leisten, die mehr noch als fachliches Können den Wert des Soldaten bestimmen.

Zentrale Dienstvorrschrift der Wehrmacht Bundeswehr ZDv 66/2 von 1959

Wie erfolgreich dieser Unterricht die „sittlichen, geistigen und seelischen Kräfte“ fördert, zeigt sich bei jedem Bundeswehr-Skandal auf’s Neue: Demütigen, Mobbing, Quälen und Foltern von Rekruten, Bombardieren von Zivilisten und andere Kollateralschäden soldatischer Lebensführung sind ein beredtes Zeugnis dafür, dass die Soldaten kapiert haben, worum es geht beim Militär: um Macht, um Sieg, um Vernichtung, um Mord.

Der Lebenskundliche Unterricht ist ein Ort freier und vertrauensvoller Aussprache und lebt von der engagierten Mitarbeit der Soldatinnen und Soldaten. Er ist kein Religionsunterricht und auch keine Form der Religionsausübung im Sinne von § 36 des Soldatengesetzes, sondern eine berufsethische Qualifizierungsmaßnahme und damit verpflichtend. Er wird in der Regel von Militärseelsorgerinnen und Militärseelsorgern und im Bedarfsfall auch von anderen berufsethisch besonders qualifizierten Lehrkräften erteilt.

ZDv 10/4 „Lebenskundlicher Unterricht – Selbstverantwortlich leben – Verantwortung für andere übernehmen können“

Der lebenskundliche Unterricht ist KEIN Religionsunterricht, weil er keiner ist.
Basta!
Lebenskunde wird eindeutig am besten von den Wehrgeistlichen erteilt. Sie ist ja per se kein Religionsunterricht.
Basta!
Lebenskunde sorgt so für Moral, Zusammenhalt und optimale Vorbereitung für dne Kampfeinsatz. Und das ohne, dass sie Religionsunterricht ist!
Basta!
„Gott mit uns!“ Das geht auch so. Ganz ohne Religion.
Basta!

Wer nicht glauben mag, wie stark Kirchen und Staat in Deutschland miteinander noch immer verbandelt sind- Thron und Altar im 21. Jahrhundert sozusagen-, der wird mit diesen Zeilen eines besseren belehrt.
Kirche und deutsches Staat, die gehörten schon immer zusammen. Auch ohne Religion!
Basta!

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3 Kommentare zu “Aphorismus #633

  1. Andreas E. sagt:

    Ich frage mich nach wie vor, wie viele Menschen immer noch der Meinung sind, wir leben in einem säkularisierten Staat.

    Ist faktisch unmöglich, da die Kirche jährlich ca. 9 Mrd €uro von unserer werten Regierung kassiert (allein an Kirchensteuer) und dann noch zusätzliche Aufwändungen in Höhe von € 16 Mrd. erstattet bekommt (rund!).

    In einem wirklich säkularisierten Land wäre dies einfach unmöglich!

  2. ungenannter sagt:

    Danke für Deinen Hinweis.

  3. skydaddy sagt:

    Das Beste hast Du aber vergessen: In der alten Vorschrift hieß es gleich im Anschluss:

    Der lebenskundliche Unterricht fußt auf den Grundlagen christlichen Glaubens und wird von den Militärgeistlichen erteilt.

    „Alt“ heißt in diesem Fall, dass diese Regelung bis Anfang letzten Jahres gegolten hat. (ZDv 66/2)

    Demgegenüber ist in der neuen Vorschrift (ZDv 10/4) – die zunächst nur für eine Erprobungsphase von 3 Jahren gilt – von christlichen Grundlagen keine Rede mehr, sondern es heißt:

    Diese Grundlagen beruhen auf den Werten unseres Staates, wie sie Eingang in das Grundgesetz und die freiheitliche demokratische Grundordnung gefunden haben.

    Diese sind:

    – Menschenwürde,
    – Freiheit,
    – Frieden,
    – Gerechtigkeit,
    – Gleichheit,
    – Solidarität und
    – Demokratie.

    Das stellt schon mal eine deutliche Verbesserung dar.

    Dafür kann man sich jetzt allerdings nicht mehr vom LKU abmelden.

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