Aphorismus #657

Eine Verbotslogik kann Wunschphantasien nicht abschaffen, sondern allenfalls so massive Ängste schüren, dass diese Phantasien Verdrängungsprozessen anheimfallen. […] Wo aggressive und sexuelle Regungen durch ausgrenzende Verbote tabuisiert werden, kann nicht gelernt werden, gekonnter“ (Mitscherlich) mit ihnen umzugehen und sie in reifere soziale Beziehungen einzubringen.

Der Psychoanalytiker Prof. em. Dr. Gerhard Vinnai in: Jesus und Ödipus – Zur Psychoanalyse der Religion – S. 154f – in dem Kapitel „Die Liebesreligion als Religion der Gewalt“
Das beschreibt m.E. ziemlich genau, warum es zu den vielen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche kam und immer kommen wird. Der Zölibat als inhumanes rigoroses Verbot macht nun mal nicht automatisch asexuell. Aber leiden müssen immer die anderen. Ob in den Folterkellern oder in der Sakristeien.

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3 Kommentare zu “Aphorismus #657

  1. ungenannter sagt:

    Selbstverständlich.
    Meine Kritik an der PA bezieht sich in erster Linie auf ihr Bild von der Depression und ihr Weg sie zu heilen.
    Und wenn’s gegen Religion, insbesondere die katholische Kirche geht, habe ich sowieso keine Hemmungen.
    😛

  2. Iver sagt:

    soso…zum Religionsbashing ist Psychoanalyse also genehm? ;-P

  3. payoli sagt:

    Soooo schön hab ich’s nicht ausdrücken können, aber ich hab mich auch bemüht 😉
    http://payoli.wordpress.com/2010/03/10/sexueller-missbrauch/

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