Aphorismus #661

Wort zum Sonntag #44

Auch ein Kindesmissbrauch

Es ist ja wohl tatsächlich so, daß die überwiegende Mehrzahl der Christen Kinder von Christen sind, und dasselbe gilt für die Anhänger anderer Religionen, für Juden, Moslems, Hindus, Buddhisten und sogar für die „Unterabteilungen“ der Religionen, für Katholiken, Protestanten, Anglikaner, Mormonen, die Zeugen Jehovas, Baptisten und alle anderen. Es ist der unumstößliche Beweis dafür, daß fast alle Gläubigen die religiösen Ansichten übernommen haben, die ihnen ihre Eltern und die von ihren Eltern ausgewählten Priester beibrachten. Bei so vielen zur Auswahl stehenden Religionssystemen würde genau der entgegengesetzte Effekt zu erwarten sein, wenn sich jeder einzelne mit Hilfe seiner eigenen Vernunft für eine der Religionen entschiede. Die unaufhörlichen Wiederholungen der verkündeten „Wahrheiten“, die ständigen Behauptungen, der Glaube sei ein gerechtfertigter Ersatz für Wissen, die wiederholten Aufforderungen zur Buße und die Drohungen mit schrecklicher Vergeltung auf Erden oder nach dem Tode, die fortwährende Betonung der Feindseligkeit gegenüber anderen Glaubenssystemen: Das alles kennzeichnet den langsamen Prozeß der Einpflanzung von Glaubensmeinungen, der gewöhnlich als Gehirnwäsche bezeichnet wird.

H.J. Campbell, Der Irrtum mit der Seele
Dieses Zitat des Chemikers, ehemaligen Herausgebers des „Authentic Science Fiction“-Magazins und SF-Autors habe ich hier gefunden.

Advertisements

2 Kommentare zu “Aphorismus #661

  1. ungenannter sagt:

    Und du bist wirklich der Meinung, dass dein singuläres Beispiel ernsthaft eine empirische Aussage widerlegt?
    Die sozologisch erhobenen Zahlen sprecheneine ganz andere Sprache!

    Wer glaubt, dass Gott in den Alltag eingreift?

  2. Bettina sagt:

    Wer auch immer Du bist, das geht hier ja nirgendwo wirklich klar hervor, Du machst es Dir ziemlich einfach: Christen sind Christen, weil ihre Eltern Christen sind.
    Aber gerade in meinem Fall verhält sich das ganz anders: Meine verstorbene Großmutter war katholisch und ist konvertiert zum Bekenntnis ihres Mannes. Ihr Sohn, nämlich mein Vater ist als Atheist verstorben. Meine Mutter ist ev. luth. und zwar auf genau von Dir beschriebene Weise: ev. lut. geboren und basta.

    Ich konntte es mir also aussuchen. In der Grundschule gab es einen sehr ansprechenden Religionsunterricht, den ich in den höheren Klassen dann vermissßt habe, einen Religionsunterricht, der eher Atheismus als Glauben lehrte. Das war so der Trend der Zeit, dem ich auch voll aufgesessen bin, zumal mein Vater nichts anderes lehrte und auf sanfte Weise mir begreiflich machen wollte, was für ein Unsinn Religion doch ist.

    Nun. Es kam dann aber alles ganz anders. Du kannst meine Geschichte nachlesen
    Wie ich zum Glauben an Gott kam und warum ich gerade Mormonin wurde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s