Aphorismus #665

Solange die Regierung das Recht auf Kinder als Recht auf beliebig viel öffentlich zu finanzierenden Nachwuchs auslegt, werden Frauen der Unterschicht ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen.

Zynischer geht es kaum, was da der Emeritus (ehemals Lehrstuhl für Sozialpädagogik[!] der Universität Bremen) Dr. Gunnar Heinsohn in dem Artikel „Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen“ in der FAZ von sich absonderte. Das ist nicht nur komplett falsch, das zeigt nicht nur die Arroganz der Oberschicht, es ist auch eine neue Qualitätsstufe des Klassenkampfes von oben.

Kinder kriegen, um es selbst besser zu haben???
Platter geht es nicht.
Müssen also im Sinn des Herrn Professor in Zukunft Hartz IV EmpfängerInnen einen Kinderzeugungserlaubnisschein bei ihrer ARGE abholen, bevor sie poppen? Und was ist, wenn das Kontingent erschöpft ist?
Was erdreistet sich dieser [ZENSUR], so mit dem Leben anderer Menschen umspringen zu wollen, sie so zu verachten und einen Habitus an den Tag zu legen, der seinem Engagement beim „Raphael – Lemkin – Institut für Xenophobie- und Genozidforschung“ Hohn spricht. Aber die Beschäftigung mit Akteanophobie, der Furcht vor den Armen (eine Neuschöpfung von mir)  oder Misoptochie (μισόπτωχος = Hass gegen Bettler / Arme) gehört leider nicht zum Forschungsbereich des Instituts.

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Ein Kommentar zu “Aphorismus #665

  1. nurmalso sagt:

    fraglich auch, was denn an der puren Erhöhung der Kindezahl prinzipiell so schlecht sein soll?

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