Aphorismus #780

Wort zum Sonntag #61

Nach der Lehre der Kirche kann die Achtung gegenüber homosexuellen Personen in keiner Weise zur Billigung des homosexuellen Verhaltens oder zur rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften führen. Das Gemeinwohl verlangt, dass die Gesetze die eheliche Gemeinschaft als Fundament der Familie, der Grundzelle der Gesellschaft, anerkennen, fördern und schützen. Die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe würde bedeuten, nicht nur ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende Werte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören. Die Kirche kann nicht anders, als diese Werte zu verteidigen, für das Wohl der Menschen und der ganzen Gesellschaft.

So lautet der unmissverständliche Schluss der kirchlichen „Handreichung“ ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN, verfasst vom damaligen Großinquisitor [1] Joseph Kardinal Ratzinger, abgezeichnet am 3.6.2003 vom senilen Johannes-Paul II. und heute nicht anders bewertet von seinem Nachfolger Benedikt XIV.- formerly known as Kardinal Ratzinger. Er war also schon viel länger Papst und hat sein betoniertes scholastisches Weltbild bereits damals „seiner“ Kirche aufgedrückt, wo er es konnte. Wes Geistes Kind der Heilige Vater war und ist, kommt schon durch die Kapitel-Überschriften dieser Hetzschrift [2] gegen Homosexualität ans Licht (Meine Kommentare sind kursiv gesetzt.):

I. NATUR UND UNVERZICHTBARE MERKMALE DER EHE
Als da wären: Männlein und Weiblein, je eins und eins, und vor allem müssen unbedingt Kinderlein dazu kommen und das nicht zu knapp, darum nur ohne Verhüterli: Ficken für die Weltherrschaft gemäß dem biblischen Motto: „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan…“ 1. Mose 1, 28 DAZU ist die Ehe da, nicht zum Spaß.
II. HALTUNGEN GEGENÜBER DEM PROBLEM DER HOMOSEXUELLEN LEBENSGEMEINSCHAFTEN
Originalton: Werden homosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt oder werden sie der Ehe gleichgestellt, indem man ihnen die Rechte gewährt, die der Ehe eigen sind, ist es geboten, klar und deutlich Einspruch zu erheben. Man muss sich jedweder Art formeller Mitwirkung an der Promulgation und Anwendung von so schwerwiegend ungerechten Gesetzen und, soweit es möglich ist, auch von der materiellen Mitwirkung auf der Ebene der Anwendung enthalten. In dieser Materie kann jeder das Recht auf Einspruch aus Gewissensgründen geltend machen.
Und der Sitz des Gewissens eines jeden gläubigen Katholiken liegt? Richtig in Rom, bei den sexuell Alerverklemmtesten überhaupt.
II. RATIONALE ARGUMENTE GEGEN DIE RECHTLICHE ANERKENNUNG HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

  • In Bezug auf die rechte Vernunft
    Was an Schwulsein oder schwulen Lebensgemeinschaften unvernünftig sein soll, das wissen nur Klerus und Papst. Und die haben mit ihren kannibalischen Ritualen (Messe) ihren jungfräulichen Müttern, ihrem dreifaltig einfältigem Gott, ihrem Reliquien- und Heiligenkult ganz gewiss die allerbeste Ahnung, was Vernunft ist!
  • In biologischer und anthropologischer Hinsicht
    Der Zölibatär weiß nun mal am allerbesten über Biologie und Anthropologie bescheid. Er weiß, dass Sexualität i.A. und Homosexualität im Besonderen Teufelszeug ist, deswegen enthält er sich ja auch. Weitgehend. Auf dem Papier. Kleine Jungs oder Haushälterinnen zählen nicht. Ehrenwort.
  • In sozialer Hinsicht
    Wie sozial kann eine Institution sein, dessen wichtigstes Ritual, die Eucharistie in vollkommener Form- so wie biblisch beschrieben mit Wein und Brot- nur einem vorbehalten ist, dem Priester? – Ach nö: Inzwischen gibt es ja Ausnahmen, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen, dann darf auch mal der Laie seinen Rüssel in den heiligen Kelch halten. Eine Institution, die Ehelosigkeit als höchstes Gut propagiert, die Askese und die Weltflucht ins Kloster wichtiger hält, als ein soziales Leben „in der Welt“, eine solche Institution soll einfach ihr verlogenes Maul halten, wenn es ums Soziale und ums Mitmenschliche geht.
  • In rechtlicher Hinsicht
    Recht bei andern einzufordern, da waren die Herren aus Rom schon immer groß. Schließlich wissen sie ja, was Gott will. Darum haben SIE immer RECHT.

IV. VERHALTENSWEISEN DER KATHOLISCHEN POLITIKER IN BEZUG AUF GESETZGEBUNGEN ZU GUNSTEN HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

Im letzten Punkt lässt der Großinquisitor dann endlich die Katze aus dem Sack, wenn er schreibt:

Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung.

Sage noch jemand, im Islam würden sich die Geistlichen zu sehr in die Politik einmischen, Rom macht das schon lange. Und wenn sie könnten, wie sie wollten, dann würden auch heute noch Scheiterhaufen brennen. Es geht schließlich um die Wahrheit. Und da ist ja bekanntlich jedes Mittel recht.
____________
[1] „Großinquisitor ist eine historische Einordnung, irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heute das, was nach damaligen Methoden zum Teil kritisierbar gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne ´inquisitio`, das heißt, dass Untersuchungen stattfinden mussten.“ – Joseph Kardinal Ratzinger im ARD-Magazin Kontraste (3.3.2005)

[2] Hetzschrift? Ja Hetzschrift! Es wird zwar gesäuselt, man solle den Homosexuellen nicht verurteilen und ihn genauso annehmen wie jeden anderen, aber dann wird umso heftiger gegen diese „widernatürliche“ Sünde gekeilt, und vor allem dagegen, wenn Staaten homosexuelle Partnerschaften der Ehe gleichsetzen wollen. Und da hat sich der Staat gefälligst nicht nur im Mittelalter, sondern auch heute noch, an die Vorgaben der katholischen Kirche zu halten. Ende der Diskussion.

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