Aphorismus #888

Das Grundübel unserer Demokratie liegt darin, dass sie keine ist. Das Volk, der nominelle Herr und Souverän, hat in Wahrheit nichts zu sagen.

Dieses Zitate stammt nicht von einem Berufsquerulanten, einem Altrevolutionär oder einem sonstigen Miesmacher, sondern vom angesehenen Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim. Wie Recht er doch hat.  „Unsere“ Bundesregierung ist nach Kräften bestrebt, dies tagtäglich zu belegen.

Und weil es so „schön“ ist, noch ein Zitat vom selben Autor:

Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.

4 Kommentare zu “Aphorismus #888

  1. ungenannter sagt:

    Da kann ich dir ganz unaufgeregt zustimmen. 😉

  2. ungenannter sagt:

    Danke! Freut mich.

  3. Melebert sagt:

    Die von dir zitierten Texte sind sonst schon immer recht hart auf den Punkt gebracht. Aber heute ist er mal an Klarheit nicht zu überbieten. Da ist kein Quäntchen zu viel, nichts übertrieben oder polemisch.

    Ich wollte einfach mal Danke sagen für die Mühe, die du dir machst, all die Aphorismen aufzutreiben. Sie sind der tägliche Lichtblick um im Nachrichtenmüll nicht den roten Faden zu verlieren.

  4. winni sagt:

    Was soll die Aufregung, unsere Demokratie entspricht doch so ziemlich dem, wie die „Erfinder“ dieser Demokratie diese verstanden hatten, die alten Griechen.
    Da gab es eine kleine elitäre Oberschicht die miteinander ausküngelte wer gerade das sagen hatte, bei weniger wichtigen Dingen per Votum, wenns hart auf hart ging auch mal mit dem Schwerte und dann gabs das stimm&rechtlose Volk das dafür zu sorgen hatte, dass es dieser Oberschicht gut genug ging um sich um seine Befindlichkeiten zu kümmern.
    Die Herrschenden haben doch schon immer verwirrende Worte benutzt um den Pöbel im Zustand der Verwirrtheit zu halten, der Begriff Demokratie und seine Implikationen gehört dazu.
    Im Strafrecht fallen wir inzwischen ja auch in prä römische Zeit zurück (die Unschuldsvermutung, die von den Vereinten Nationen in die Erklärung der Menschenrechte übernommen wurde, ist eine Römische „Erfindung“), warum auch nicht in dem, wie Demokratie zu sehen ist.
    Moderne Politiker sind nur Clowns, die Entertainer der Herrschenden um die wahren Machtverhältnisse zu verschleiern. Wer daran zweifelt brauch sie ja nur mal die politischen Entscheidungen der letzten Jahre ansehen …
    Das einige Politiker (auch Konservative) glauben, tatsächlich Politik zu machen … nichts anderes als eine Abart des Stockholm Syndroms, verbunden mit einer selektiven Unaufmerksamkeit in der Dimension eines schwarzen Loches.

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