Aphorismus #934

Wen der Staat zur Arbeit zwingt, ist, wie das Wort sagt, Zwangsarbeiter. Ganz einfach. Die Verabredung von Arbeitern gleich welcher Zahl, nicht zur Arbeit zu gehen, und dabei ist es ganz gleichgültig, ob sie es wegen Lohndrückerei des „Arbeitgebers“ oder sozialer Schikanen seines Staats tun, ist keine Frage des Dürfens, sondern des Könnens, keine des Rechts, sondern der Macht. In Frankreich, wo den diversen Konterrevolutionen wenigstens einmal eine richtige Revolution vorausging, hat man das irgendwie im Kopf. In Deutschland, dessen Geschichte nichts als mal blutige, mal „friedliche“ Konterrevolutionen kennt, existiert nicht mal eine Ahnung davon.

Michael Schilling, Bitte gehorsamst, streiken zu dürfen – Was man in Deutschland unter „Generalstreik“ versteht, in: konkret 12/2010

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