Böller statt Brot!

Kritik am Aufruf zum Verzicht auf Feuerwerk

Man kennt es seit Jahren, das Spiel zu Sylvester: „Brot statt Böller“ rufen die guten Menschen aller Erden und wer doch noch böllert, muss ein schlechtes Gewissen haben: Ist jede Sylvesterakete nicht eine Bombe gegen die Moral, die guten Sitten und Verständigung unter den Menschen? Spende man doch stattdessen für die Armen dieser Erde…

Mit diesen Worten beginnt ein lesenswerter Artikel von Rüdiger Suchsland auf telepolis zum Aufruf eines Dritte-Welt-Aktivisten, der die Verlogenheit des allsilvesterlichen moralinsauren Aufrufs „Brot statt Böller!“ zum Thema hat.

3 Kommentare zu “Böller statt Brot!

  1. Scribine sagt:

    Ach Mann, darum geht es gar nicht!
    Es sind nicht die (nie vorhandenen) Idyllen, es sind die kleinteilig arbeitende Menschen gemeint, die der Kulturlandschaft helfen am „Leben“ zu bleiben.

    Ich empfehle, statt der Betrachtung bildender Kunst, sich mal zwei Bodenproben anzuschauen – eine von einem Acker, auf dem seit Jahren Maispflanzen in einjähriger Aussaat dahinvegetieren . . .
    und eine von einem Feld, auf dem Fruchtfolgen mit Ruhephasen stattfinden.

    Ich wette, bei der zweiten ist ne Menge interessanter „Ansichten“ zu gewinnen – wer sichs zutraut, könnte daraus sogar ein bildnerisches Kunstwerk malen …
    Bei der ersteren?
    Na, sieh selbst – nichts als „tote“ Hose . . .

    Nichts für ungut – und – schönes Neues!

  2. ungenannter sagt:

    Da bin ich mit Suchsland komplett anderer Meinung. Das Idyll des Bäuerlichen gibt es in der bildenden Kunst erst als es dank Industrialisierung verschwand. (Lesenswert: Wilhelm Raabe, Die Akten des Vogelsangs). Es ist die Verlogenheit bürgerlichen Denkens, die genau das tut: Ein Idyll glorifizieren, das es nie gab und nie geben wird. Auch nicht auf dem Bio-Hof und im Bio-Laden.

  3. Scribine sagt:

    Wenn es nur (!) um den Slogan ginge, dann hätte dieser Röder recht. Allerdings, hier auf´n Land geraten sämtliche Tiere bei dieser alljährlichen Böllerei in den „Ausnahme-Zustand“!

    Sie können sich nicht mit Ohrstöpseln versehen, um ihr, dem Menschen weit überlegenes Gehör zu schützen.

    Und – wenn Autor Suchsland dann auch noch eine sehr merkwürdig „antiquierte“ Meinung aufschreibt – wie:
    „. . . Hier nun verfällt Röder selbst dem konservativen Asketismus, den er jenen vorwirft, die mit Leidensmiene und moralischem Zeigefinger Gerechtigkeit und Solidarität predigen. Der Gegensatz „bäuerliche“ vs. „industrielle“ Landwirtschaft ist simplifiziert und allzu billig, und reproduziert nur, wie jeder Bioladen am Prenzlauer Berg, den dummen Uralt-Gegensatz von böser Moderne und guter Tradition. . .“ –
    dann führt er seinen ganzen „lesenswerten“ Artikel sowas von ad absurdum . . .

    „Der Gegensatz „bäuerliche“ vs. „industrielle“ Landwirtschaft ist simplifiziert und allzu billig“ – dieser Spruch zeugt von soviel Unkenntnis (!) und Ignoranz, dass mir der Schreiberling schon nicht einmal mehr leid tut.

    Qualität bei Journalisten statt billiger Sprüche – das wärs gewesen! Aber so?!

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