Aphorismus #956

Guten Rutsch!

Bin ich mit diesem Wunsch nicht einen Tag zu spät, bzw. 364 Tage zu früh dran?
Nö. Denn mit Rutschen hat dieses Wort gar nichts zu tun. Der gute Rutsch verdankt sich wie so vieles im Deutschen dem Jiddischen und stammt ursprünglich aus dem Hebräischen. Aus Rosch haSchana (hebr. für Beginn des Jahres/ Neujahr) wurde im Jiddischen der Wunsch „Guten Rusch!“ und daraus schließlich unser „Guter Rutsch!“.* Ich wünsche also meinen Leserinnen und Lesern:

Ein gute neues Jahr!

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* An alle Deutschfetischisten, Sprachpfleger und andere selbst ernannten Retter der „reinen“ deutschen Sprache, die bei jedem ausländischen, besonders aber bei jedem englischen Wort auf die Barrikaden gehen: Um wie viel ärmer wäre dieses Deutsch ohne Worte wie Ganove, Zoff, mausetot, Kaff, abzocken, Pleitegeier, Schmiere stehen, Hals- und Beinbruch… ? Alles Begriffe mit jiddisch-hebräischen Ursprung. Die konnten selbst die Nazis nicht ausmerzen (Das Wort ist allerdings nicht jiddisch, sondern stammt aus der Schafzucht.) Zum Glück schafften sie weder die Vernichtung der Juden noch ihrer Sprache und Kultur.

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