Aphorismus #1022

Niemals in meinen ganzen Leben werde ich akzeptieren, dass jemand mich ‚Der Jude Tenenbom‘ oder einen ‚jüdischen Hysteriker‘ nennt.

Was ist das für ein Land, in dem man jemanden ‚Der Jude Tenenbom‘ oder einen ‚jüdischen Hysteriker‘ nennen kann, ohne dass dies der Öffentlichkeit auffällt?

Hier zeigt sich, wie tief Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist: Derart tief, dass man nicht einmal wahrnimmt, dass etwas antisemitisch ist.

Tuvia Tenenbom, New Yorker Autor, der in einem Teil unserer Mainstream-Medien genau so tituliert wird, und deren Vertreter sich beharrlich weigern, den darunter liegenden tief verwurzelten Antisemitismus auch nur im Ansatz als solchen zu erkennen.
Ein Fall, der bezeichnenderweise KEINEN Skandal ausgelöst hat.

Wie? Das ist KEIN Antisemitismus? Vielleicht kann ich ja damit etwas auf die Sprünge helfen (was ich aber kaum zu hoffen wage):

Aphorismus #940

Die Kirche – und der Papst geht da wieder „vorbildlich“ voran – sieht sich gerne als Opfer. Ganz deutlich war das bei den Missbrauchsskandalen. Als Schuldige hatte man schnell die Medien ausgemacht, manche ganz hartgesottenen Kirchenfürsten dann auch noch junge Schwule, die die ansonsten völlig tadellosen Priester verführt hätten. Man kultiviert in Rom gerne Verschwörungstheorien, die von einer vom Weltjudentum gesteuerten Attacke auf die Kirche und den Papst phantasieren. Diese Opferstrategie ist natürlich praktisch, aber sie führt auch dazu, dass die Aggressivität deutlich ansteigt. Denn man sieht sich ja angegriffen und in der Defensive und muss sich nun – schon um die höhere Ehre Gottes zu verteidigen – wehren …

Aus dem lesenswerten Interview, das Reinhard Jellen mit dem katholischen Theologen David Berger über dessen neues Buch „Der heilige Schein“ geführt hat.

Aphorismus #598

Wort zum Sonntag #35

UFOs, Schwarzer Tod und Rezession

1. Die UFO-Landebahnen von Nasca

Seit  Erich von Däniken– seines Zeichens Kellner und Suppenkoch und damit ausgewiesener Experte für Archäologie- meinte, die ersten Hochkulturen seien keine menschlichen Errungenschaften, sondern Geschenke der Götter, die für ihn nichts anderes als außerirdische Astronauten waren, seit also ein wissenschaftlich hochqualifizierter Profi wie er diese kühnen Behauptungen aufstellte, seither wird jedes archäologische Phänomen, für das es tatsächlich oder auch nur scheinbar (noch) keine Erklärung gibt, den UFOs in die Schuhe geschoben. Die können sich nun mal nicht wehren. Eines der prominentesten Fündlein des Erich von der tiefen Weisheit sind die Nasca-Linien in Peru. So groß wie sie sind, so unverständlich ihre Zeichensprache, so unerklärlich ihre Schöpfung- das MÜSSEN Landebahnen für Außerirdische sein. Logisch, oder? Nun, dass noch so ziemlich jedes „Argument“ der UFO-Gläubigen für Nasca entkräftet wurde, dass hingegen für alles ganz irdische Erklärungen gefunden wurden, dass also mal wieder Herr Ockham sein Rasiermesser den Phantasten an die Gurgel hält, das ficht Gläubige nicht an. Glaube braucht nie Argumente, es reicht einfach „Glaube“.
Kurz zusammengefasst kann man die aktuelle mit zahlreichen archäologischen Funden untermauerte Theorie wie folgt zusammenfassen:

  • Die Linien sind irdischen Ursprungs: jeder Kornkreis beweist, dass mit einfachsten Mitteln komplexe Figuren erschaffen werden können. Im Gegensatz zum nächtlichen Stunden-Ulk hatten die Schöpfer der Nasca-Glyphen freie Sicht, genügend Zeit und auch die Chance zur Korrektur.
  • Die Glyphen sind Teil der Nasca-Religion. Reste von Altären und Opfergaben zeigen, dass bereits das Anfertigen der Figuren als Gottesdienst angesehen wurde.
  • Die Linien konnten nur wegen der extremen Trockenheit in dieser Region über die Jahrhunderte erhalten werden.
  • Funde von Süßwassermuscheln u.a. belegen, dass dieses Land lange Zeit sehr fruchtbar war, was den Menschen einen relativen Reichtum bescherte und die Nasca-Kultur zu großer Blüte verhalf.
  • Die Linien entstammen aus der Zeit des Übergangs, als aus wasserreichen Ackerland durch eine Klimaänderung unbewohnbare Wüste wurde.
  • Es spricht alles dafür, dass die Menschen damals, die Götter mit ihren Figuren besänftigen wollten, dass sie sich von ihnen neuen Regen und neues Leben versprachen.
  • Hat nicht geklappt, wie wir wissen.

Upps. Ganz einfache, ganz logische, ganz nachvollziehbare Gründe. Ohne UFOs, ohne Außerirdische, ohne Hochtechnologie! Die Welt kann so einfach sein, wenn man sie nur Welt sein lässt.
Festhalten möchte ich vor allem eines: Wie wir Menschen nun mal so sind, bei Katastrophen und anderem Unbill schauen wir allzu gerne nach oben, flehen himmlische Mächte an, statt ernsthaft zu überlegen, was hier und heute getan werden kann und muss. Statt echter Lösungen- das Umsehen nach einer neuen Heimat- wurde die religiöse Scheinlösung gewählt. Es wurde viel Zeit, Energie und Manpower in die Erschaffung von riesigen Figuren investiert, um die Götter zu besänftigen. Was konnte es denn sonst sein, als der Zorn der Götter, das der jährliche Anden-Monsun ausblieb? Und wenn ein paar Wortführer, nennen wir sie Priester und Herrscher, die Parole ausgeben, dass jetzt vor allem Gottesdienst gefragt sei, wer will und wer kann da abseits stehen, wenn das große Werk für die Götter zu vollbringen ist?
Mit dem Entstehen der letzten geheimnisvollen Glyphen verliert sich die Nasca-Kultur im Dunkel der Geschichte. Wahrscheinlich ist, dass sie irgendwann dann doch- viel zu spät, nach viel zu vielen Opfern durch Dürre und Missernten- ein Einsehen hatten und sich auf den Weg nach einer neuen Heimat machten. Wo und ob sie diese fanden, wir wissen es nicht. Aber eines wissen wir: Ihr ganzes Beten, Opfern, Aufopfern, um die himmlischen Mächte zu befrieden war vergeblich. Wenigstens war es nicht Mitursache bzw. Beschleuniger der Katastrophe. Das geschah z.B. auf den Osterinseln, aber dazu habe ich andernorts mehr geschrieben.

Es gibt keine religiösen Lösungen für irdische Probleme!

Aphorismus #559

Der neutestamentliche Satz: »Wer nicht für mich ist, ist wider mich« war von jeher dem Antisemitismus aus dem Herzen gesprochen. Es gehört zum Grundbestand der Herrschaft, jeden, der nicht mit ihr sich identifiziert, um der bloßen Differenz willen ins Lager der Feinde zu verweisen: nicht umsonst ist Katholizismus nur ein griechisches Wort für das lateinische Totalität, das die Nationalsozialisten realisiert haben. Sie bedeutet die Gleichsetzung des Verschiedenen, sei’s der »Abweichung«, sei’s des Andersrassigen, mit dem Gegner.

Theodor W. Adorno, Minima Moralia 85 Musterung

Aphorismus #521

Wort zum Sonntag #24

Die 7 kosmischen Gesetze der Esoterik und anderer Wahnsinn

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0. Irdische Vorbemerkung

Welche? WELCHE? WELCHE  DIESER ANGEBLICH EWIGEN WAHRHEITEN GELTEN DENN JETZT? Im Netz spuken verschiedene verschiedene Varianten herum, aber alle mit dem Anspruch universaler Gültigkeit. Aber jede für sich erheb den Anspruch: DAS ALLEIN ist die Wahrheit, wenn nicht göttlich, so doch mindestens kosmisch, und sie allein bestimmt dein Leben! Aber welche denn, verdammt noch mal?  Ähnlich wie in der Bibel mit ihren oft sich komplett widersprechenden Angaben zu ein und derselben Geschichte oder zu ein und derselben Glaubenslehre ist es auch hier: die ewige Wahrheit gibt es in vielen Varianten, aber ALLE beanspruchen DIE EINE EWIGE GÜLTIGE zu sein. Lächerlich.
Da in so mancher Diskussion nicht nur im privaten Rahmen, sondern immer wieder auch im öffentlichen, und sei es nur beim 3sat-Guru Scobel, Dinge gesagt werden, denen diese kosmischen Gesetzen zu Grunde liegen, gebe ich hier eine kleine Handreichung in bewährt bissiger Manier. Von den verschiedenen Versionen habe ich mich für die gängigste entschieden, die angeblich vom Hermes Trismegistos stammt. Mehr muss man wirklich nicht kennen, denn bei allen Unterschieden im Kleinen ist es doch irgendwie immer das gleiche Eso-Geblubber. Weil ich nicht weiß, wie es sich mit den Urheberrechten an diesen Dämlichkeiten verhält, werde ich nicht den gesamten Text zitieren. Habe keine Lust für so einen Stuss auch noch abgemahnt zu werden. Der Leser kann ja ein Fensterlein oder ein Tabilein  mit jener hermetischen Seite aufmachen und en detail nachlesen, wenn er denn genug leidensfähig ist.
In der Hoffnung dem geneigten Leser für das nächste Gespräch mit den Reiki/ Heilsteine/ Tarot/ Astrologie/ Kristallkinder/ Channeling oder sonstwas Begeisterten Futter zu liefern! So sei es, frisch ans Werk!

Aphorismus #465

Wort Bilder zum Sonntag #16

Das kennt man ja…

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Die Juden, diese alten Nazis haben doch glatt den Holocaust inszeniert…

… das auch…

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Dass die es ernst meinen, zeigt jeder neue Selbstmordattentäter

…wenn dann das noch dazu kommt…

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Gott, wie muss er uns hassen!

… und das noch

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Klar als Mönch MUSS man gegen Frieden sein!

… fehlt noch solches…

Was Moslems, Christen udn Buddhisten können, klappt auch unter Hindus!

Was Moslems, Christen und Buddhisten können, klappt auch unter Hindus!

…so darf man gespannt sein, was noch alles auf uns zukommen wird. Die religiösen Spinner, Fundamentalisten und Glaubenskrieger, allesamt aber nur eines: Menschenhasser, sie  haben noch viel zu tun, um den Rest der Menschheit mit ihrer Wahrheit zu beglücken. Hoffte man blauaügig noch vor einiger Zeit, das Zeitalter der Religionskriege könne bald zu Ende gehen, belehren sie uns eines Besseren! Religion schafft immer Streit, Hass, Unterdrückung und Krieg.  Einig sind sie sich diese Wahnsinnigen nur in einem: eine Welt ohne Gott, das wäre furchtbar.  Écrasez l’infâme! Der Schlachtruf Voltaires kann gar nicht laut genug ausgerufen werden! Und er meint schon lange nicht mehr nur die christlichen Kirchen, sondern auch den Islam in  seinen Spielarten,den Hinduismus und auch den Buddhismus! ALLE Religionen sind infam und niederträchtig, weil sie den Gläubigen Dinge nach dem Tod versprechen, die sie hienieden ihnen vorenthalten, und weil sie allen ihre primitive Weltsicht aufzwingen wollen.

Wir leben wahrhaft in interessanten Zeiten.