Aphorismus #419

Sich im Schoß der Propheten auszuruhen, ist bequemer. Vom “Aufstieg der Menschheit” zu sprechen, ist verlockend, und natürlich will niemand den “Abstieg”. Das Paradoxe an unserer Situation ist, dass gerade dieser feste Glaube an den Aufstieg, an den Fortschritt, den Abstieg beschleunigen kann (und bereits zu beschleunigen begonnen hat). Maßgeblich beteiligt an der kritischen Situation, in die sich Homo sapiens manövriert hat, ist seine Überzeugung, etwas Besonderes, der Favorit der Evolution zu sein.

Frank M.Wuketits: Evolution und Fortschritt – Mythen, Illusionen, gefährliche Hoffnungen

Sensationelle Fortschritte im Vogelgesang!

Wo die kleinen Babys WIRKLICH herkommen

Endlich geklärt!

Mehr von Edward Current, einem unerschrockenen Aufklärer und Kämpfer für die ewige Wahrheit der Bibel, gibt es auf seinem Youtube-Channel!

Wer ganz stark ist, der kann es wagen „Creation in The 21th Century – Let’s Talk to An Evolutionist About Creation“ anzusehen. Aber Achtung: DAS ist keine Satire. Dieser dämliche Müll aus der Reihe „Ein 5-Jähriger erklärt sich die Welt“. Schauderhaft! Obwohl, heutzutage sind 5-Jährige meist weit schlauer, wenn man sie nicht durch religiösen Schwachsinn ideologisch versaut. Bekannt auch als „religiöse Erziehung im Kindergarten“, „Kindergottsdient“ oder „Kinderbibelwoche“.

Aphorismus #316

Evolution is just a theory
– kind of like gravity!

Die Amis haben uns manchmal sehr viel voraus. Z.B. die locker flockigen Sprüche, mit denen die Gottlosen in den USA gegen die Religionsverdummung angehen.

Und die Kreationisten haben doch Recht!

Ja, richtig gelesen:
Die Kreationisten haben Recht!
Sie haben im Gegensatz zu den vielen anderen weit weniger radikalen Gläubigen erkannt, dass der Glaube an einen Schöpfergott sich mit der Evolutionstheorie beißt, dass beides im Grunde nicht zusammenpasst. Es gibt ihn eben noch immer: den alten Antagonismus aus empirischer, wissenschaftlicher Weltbeschreibung und dem Glauben an transzendente Mächte. Wird Zeit, dass der seitens der Wissenschaft stärker herausgearbeitet wird.

Evolution als offener Prozess aus „Zufall und Notwendigkeit“

Die von Darwin begründete und bis heute unzählige Male empirisch, statistisch und genetisch verifizierte Evolutionstheorie hat u.a. folgende unverzichtbare Axiome:

  • Komplexere Arten sind aus einfacheren entstanden. Es gibt einen evolutionären Stammbaum.
  • Bei der Vererbung von einer Generation zur anderen kommt es immer wieder zu zufälligen Veränderungen.
  • Die Mechanismen dabei sind Rekombimation, Mutation, Selektion und Gendrift.
  • Erfolgreich sind diejenigen Arten, die sich veränderten Umweltbedingungen am besten anpassen.
  • Die Evolution geht unaufhörlich weiter. Wir sind nicht die „Krone der Schöpfung“.
  • Die Evolution ist kein teleologischer Prozess: sie entwickelt sich nicht auf ein irgendwie geartetes Ziel hin.

So ungefähr lauten die wichtigsten Axiome der Evolutionstheorie. In der heutigen Biologie gilt sie als die grundlegende Einsicht in die Natur des Lebendigen und ist Basis für alles weitere.
Philosophisch weitergeführt hat diese Thesen der Biologe und Nobelpreisträger  Jacques Monod in seinem Essay „Zufall und Notwendigkeit„. Er hat diese Mechanismen als Grundprinzip nicht nur des Lebens, sondern als das alles Seienden zusammengefasst in dem berühmten Wortpaar „Zufall und Notwendigkeit“. Das gesamte Universum von den kleinsten Einheiten des Mikrokosmos bis hin zum Ganzen des Makrokosmos folgt diesem Prinzip von einer Kombination aus Bedingungen, Naturgesetzen und Notwendigkeiten auf der einen Seite und den großen und kleinen Zufällen, den Kontingenzen und dem allgegenwärtigen „Quantenrauschen“ auf der anderen.

Der Zufall als Gestaltungsprinzip für alles Natürliche? Das widerspricht nicht nur einer wissenschaftlichen Herangehensweise an die Dinge: „Zufall“ lässt sich eben gerade nicht fassen, nicht in Formeln oder Theoreme bannen. Höchstens Wahrscheinlichkeiten können angegeben werden. Bei der Quantenmechanik ist dies weithin akzeptiert, trotz Einsteins Verdikt, dass „Gott nicht würfle“. Beim Lottospielen auch. In der Chaosforschung ebenfalls. Aber sobald es um Biogenese i.A. und Anthropogenese im Besonderen geht, ist es aus mit der Akzeptanz, besser dem Aushalten der Zufälligkeit von allem und jedem. Am allerwenigsten gibt es Bereitschaft diese Erkenntnisse auf die eigene Existenz anzuwenden. Da muss plötzlich alles „Sinn“ und „Ziel“ haben, da gilt der Zufall als obsolet, nicht weil er an dieser Stelle wissenschaftlich falsch wäre, sondern weil er „Unbehagen“ bereite, eine ontologische Kapitulation bedeute und keine befriedigende Antwort auf die Sinnfrage gebe.

Children of Evolution

Darwin & The Nakes Apes

Tag der Evolution statt Christi Himmelfahrt! Endlich einen Feiertag für die Atheisten und Agnostiker in der Bundesrepublik, die bisher leer ausgehen! Schließlich machen sie ca. 1/3 der Bevölkerung aus! Diese Forderung erhebt die Giordano-Bruno-Stiftung, ein Anliegen, für das ich gerne Werbung mache.

P.S.: Der Song muss zum Darwinjahr unbedingt in die heavy rotation bei den weichgespülten Formatsendern. Dann hat wenigstens 1 Lied Substanz!

„Der Trend zum Kreationismus ist ungebrochen“

Unter dieser Überschrift findet sich auf SPON ein Interview mit Dr. Dittmar Graf, Professor für Didaktik der Biologie an der TU Dortmund, über die Ergebnisse einer (inzwischen zweiten!) Studie, die belegt, dass knapp 15 % der Studierenden im ersten Semester fürs Lehramt (!) grundlegende Elemente der Evolutionstheorie nicht verstehen und ablehnen! Und dies auch unter Biologie Studierenden!
Was werden die einmal den Schülerinnen und Schülern erzählen? Dass Darwin auch „nur“ so eine Theorie ist? Dass Gott die Erde vor 10.000 Jahren geschaffen hat? Dass die Schöpfungsgeschichten der Bibel (Genesis 1 und 2) oder des Koran (Buch 32 Sure 4 und andere), weil göttliche Offenbarung, mehr Wahrheitsgehalt haben? Grausen könnte es einem über soviel Ignoranz und Hinter-dem-Mond-Sein!
Zu hoffen ist nur, dass Graf und seine Kollegen den Studierenden ihren Aberglauben bis zum Examen mit dem Geist der Aufklärung gehörig austreiben können: „Kreationistisches Denken ist gleichzeitig auch antiwissenschaftliches Denken und die Aufgabe der Universität ist natürlich, Wissenschaft zu vermitteln, insofern ist Kreationismus schädlich und muss auch intensiv bedacht und angegangen werden. Es ist ja so, dass Kreationisten vielfach von sich selber behaupten, sie würden Wissenschaft betreiben. Wenn man aber genauer hinschaut, ist es alles andere als Wissenschaft. Es ist Pseudowissenschaft.“
Eine Frage stelle ich mir allerdings schon noch: Wie dürftig ist das, was Gymnasiasten im Unterricht lernen? Ach ja: es wird inzwischen ja, Bertelsmann sei Dank, alles auf Effizienz getrimmt! Könnte diese Ignoranz gegenüber echter Wissenschaft. nicht auch eine Folge des Abiturs nach 12 Jahren sein?

Aphorismus #266

If it could be demonstrated that any complex organ existed, which could not possibly have been formed by numerous, successive, slight modifications, my theory would absolutely break down. But I can find out no such case.

Und da warten Charles Darwin, dessen 200. Geburtstag wir heute feiern,  und die ihm nachfolgenden Wissenschaftler vergeblich darauf, dass diese Wette von den zahllosen großmäuligen und lautstarken Gegnern, Kreationisten, ID-lern etc angenommen worden wäre. Seit dem Erscheinen von „Origin of Species“ (1859) gibt es keine grundsätzlichen und fundamentalen Erkenntnisse, die seine Theorie von der Entstehung der Arten über den Haufen geworfen hätten.

british_two_pound_coin_2009_charles_darwin1Britische Gedenkmünze zum Darwinjahr
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