Aphorismus #1013

Suicides by Economic Crisis*

Financial crisis puts the lives of ordinary people at risk, but much more dangerous is when there are radical cuts to social protection.

Austerity can turn a crisis into an epidemic.

David Stuckler, a sociologist at the University of Cambridge, who led a study published in The Lancet that found a sharp rise in suicides across Europe, particularly in seriously affected countries like Greece and Ireland from 2007 to 2009, years that coincided with the downturn.

* NY-Times 15.4.2012: Increasingly in Europe, Suicides ‚by Economic Crisis‘

Aphorismus #997

In the end, those gambling in Las Vegas lose more than they gain. As a society, we are gambling – with our big banks, with our nuclear power facilities, with our planet. As in Las Vegas, the lucky few – the bankers that put our economy at risk and the owners of energy companies that put our planet at risk – may walk off with a mint. But on average and almost certainly, we as a society, like all gamblers, will lose.
That, unfortunately, is a lesson of Japan’s disaster that we continue to ignore at our peril.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in „Gambling with the Planet“ über die Parallelen von Finanz-, Nuklear- und Klima-GAU.
Eine deutsche Zusammenfassung gibt es auf telepolis.

Aphorismus #782

The biggest innovation in the [financial] industry over the past 20 years had been the cash machine.

I wish someone would give me one shred of neutral evidence that financial innovation has led to economic growth — one shred of evidence.

Paul Volcker, Chef der FED von 1979 – 1987. Zitiert nach „‘Wake up, gentlemen’, world’s top bankers warned by former Fed chairman Volcker“ – Man wünschte sich, er hätte solche Erkenntnisse in seiner Zeit als Chairman der FED gehabt – und sie dann umgesetzt.

Wasser, Brot und Margarita!

Wie kam es zur Finanzkrise?
Warum platzen Schecks, verschwinden Ersparnisse und gehen Banken pleite?
Was kann man dagegen tun?
Wer verdient daran?
Sind wieder mal nur die Juden schuld?
Welche Opfer müssen gebracht werden? Reicht ein Huhn, oder braucht es einen neuen Messias?
Und zu guter Letzt: was sollen wir tun? Nichts mehr kaufen oder weitermachen wie bisher?

Und was hat das alles mit einem Mixer zu tun?

Die Antworten auf all diese und noch viel mehr Fragen gibt es in der bitterbösen Southpark-Folge „Margaritaville“.
Viel Spaß!

P.S.: Den Hinweis auf diese Folge habe ich auf linksnet gefunden.
P.S.: So werde ich zu einem Spätbekehrten: Hätte nie gedacht, dass Southpark so gut ist!

Aphorismus #385

Die Reise nach Jerusalem – ein Wirtschaftsspiel

Diese Situation [an den Finanzmärkten] kann mit dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ verglichen werden, das von 100 Spielern und 7 Gorillas (= Institutionelle Investoren) ausgeführt wird, die alle um gerade einmal 2 Stühle laufen. Solange die Musik spielt, alle also die verbrieften Geldansprüche akzeptieren, ist alles noch ganz lustig. Sobald die Musik aufhört, gibt es ein böses Erwachen! Hinter den Stühlen verbergen sich aber nicht nur die Zentralbankgelder, sondern alternativ auch die „realen Sachwerte“, um die die Auseinandersetzung inzwischen begonnen hat. Dieser Wettlauf findet aktuell schon statt – auf dem globalen Weltmarkt innerhalb des ungeregelten Weltfinanzsystems.
Gerade eine Situation „hoher“ Liquidität bei wenigen und Liquiditätsengpässen bei den anderen sind „optimal“ für eine Realvermögens-Umverteilung „unter Preis“. Um einen Konkurs wegen Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden (Spieler, die keinen „Stuhl“ ergattern konnten), müssen von diesen „normalen“ Mitspielern Sachwerte an die Gorillas, die liquiden Institutionellen Anleger, veräußert werden (der Verlierer muss ein „Pfand“ abgeben).

Der Ökonom Dr. Dirk Stolte in der lesenswerten „Partialanalyse zur Weltfinanzsystem-Krise – Gewinner und Verlierer der Finanzkrise – Die ‚Reise nach Jerusalem‘

Noch Fragen zu Arcandor, Chrysler, Opel und Co?

Keine Coca-Cola mehr in Äthiopien!

Diese schockierende Nachricht ging heute über die Ticker der Nachrichtenagenturen!

Was sollen sie jetzt machen, die nach Cola dürstenden Äthiopier? Wasser oder Tee trinken wie seit alters her üblich? Auf Pepsi umsteigen? Die soll nämlich weiter verfügbar sein! Oder gleich auf das islamisch korrekte „Mekka-Cola„? Wenn es das überhaupt noch gibt? Aber was machen dann die äthiopischen Christen? Eine „Jesus-Cola“ wäre doch echt der Renner!

Ach ja. Cola gibt es wg. der Finanzkrise keines mehr: Weil dadurch das Geld für Kronkorken fehlen soll. Da sieht man es mal wieder: Bei uns müssen sie Banker auf ihre Boni verzichten und in Äthiopien ist die Cola aus. So gemein kann die Wirtschaftskrise sein!

Als wenn es keine wichtigeren Probleme gäbe in einem Land, in dem lt. Schätzungen fast 50% der Bevölkerung unterernährt sind. Aber so eine Nachricht macht ja nicht so viel her wie die Untergangsmeldung: Cola ist aus! Und so schön Werbung für Cola könnte man auch nicht machen.

cola

Wenn Coke aus ist, sollen sie doch ’ne andere Cola trinken. Gibt doch genug davon!