Deutschland ist Weltmeister!

Weltmeister der Herzen

Was denn sonst? Drunter macht es das Volk der Dichter und Denker nicht. Und weil es auf dem Platz mit „unsren Jungs“ nicht geklappt hat, dann sind „wir“ wenigstens „Weltmeister der Herzen“, so ex cathedra verkündet von der vereinigten Medienmafia. Nach „Exportweltmeister“ und „Weltmeister im Meckern und Schwarzsehen“, nun also zum zweiten Mal und das in Folge „Herzensweltmeister“. Was brauchst du mehr, deutsche Seele? War der erster Herzens-WM-Titel 2006 der Gastgeberschaft Deutschlands geschuldet, will heißen aus reiner Höflichkeit „verliehen“, so hat sich die DFB-Auswahl diesen Titel diesmal regelrecht erspielt. Chapeau! Und die deutschen Medien kriegen sich nicht ein im Zitieren von positiven Berichten aus England, Italien, Frankreich… Der einstige deutsche Rumpelfußball ist passé! Es lebe der kreative, schnelle, begeisternde Fußball der „Jungen Wilden“.
Endlich haben also unsere europäischen Nachbarn mal was Positives über Deutschland zu berichten. Und vor lauter Begeisterung über das Spiel schreiben sie auch von Löws Multikulti-Truppe, vom neuen „unverkrampften Patriotismus“ der Deutschen usw usf Auch darin werden, wie zu erwarten ist, die Deutschen ganz bestimmt Weltmeister sein! Zumindest werden sie es sein wollen. Der Herrenmenschen-Weltmeister-Tick ist nun mal tief in der Volksseele verankert. Weltmeister in Multikulti, Weltmeister im Public Viewing, Weltmeister in schwarz-rot-goldener Entspanntheit- wo man hinblickt, überall nur Weltmeister. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus.

Multikulti

Nicht nur in rechtslastigen Foren gab und gibt es so abschätzige Bezeichnungen wie „Gastarbeitertruppe“, und auch wer Boateng am Platz bewundert, kann andernorts weiter über „die Kanaken“ herziehen. Das Gestammel von Deutschtürken oder Polendeutschen in der Mannschaft, das am Anfang der WM bei jedem Kommentator zu hören war, ist während der Wochen in Südafrika einer wohltuenden sprachlichen Neutralität gewichen und bei den besonders guten Spielern wie Özil entfällt inzwischen jeder Hinweis auf seine türkischen Wurzeln, und- man höre und staune- er wird glatt als Deutscher bezeichnet. Merke: Du musst nur der beste sein (das gehört sich für einen Deutschen nun mal), dann wirst du auch als Deutscher gesehen. Solange du nicht durch schlechte Spiele dein Vaterland verrätst. Multikulti, dieses Label muss sich die Mannschaft erst noch erspielen. Auf und vor allem neben dem Platz. Und selbst wenn es für die DFB-Auswahl zutrifft, für das Mitgehen auf diesem Weg der Bevölkerung ist damit rein gar nichts gewonnen.

Die neue Entspanntheit des neuen deutschen Patriotismus

Manchmal sieht man nur, was man sehen will. Davon sind die Auslandskorrespondenten unserer europäischen Nachbarn nicht ausgenommen. Kein Wunder, ich wäre es auch leid, immer wieder darüber berichten zu müssen, was in Deutschland nun mal Fakt ist, auch wenn es der Landsmann nicht zugeben will: immer wieder Neo-Nazi-Übergriffe, von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, ein alltäglicher Rassismus, der das Zusammenleben unterschwellig mehr prägt als alle Multikulti-Veranstaltungen zusammen, eine Gesellschaft die auseinander driftet: wirtschaftlich, sozial, in der Bibldung, in der Partizipation am öffentlichen Leben, Politiker, die mit nichts als Law & Order Wahlen gewinnen… Darüber zu schreiben ist auf Dauer frustrierend und „einseitig“, deswegen lassen es ja unsere Journalisten auch zu gerne bleiben. Da ist für sie und ihre Kollegen aus dem Ausland der „neue deutsche ach so entspannte Patriotismus“ eine willkommene Abwechslung. Und weil es alle schreiben, fangen auch irgendwann an alle es zu glauben und, ehe man sich versieht, ist von den Deutschen eine neue Weltmeisterschaft errungen, die des enspannten blala
Wie entspannt diese Variante des alten Nationalismus ist, kann man dann auf und besonders nach den Fanfesten sehen, wenn ganz entspannt die erste Strophe der Hymne gesungen wird, wenn Fans der gegnerischen Mannschaften angepöbelt und beschimpft werden- natürlich nur, wenn man gegen sie verloren hat, – schließlich haben die Spanier verhindert, dass „wir“ Fußballweltmeister „in echt“ werden, nicht nur in den Herzen. Ich für meinen Teil sehe an Fahnen schwenkenden „Fans“ nichts von Entspanntheit, ja nicht einmal Überspanntheit. Ich sehe nur die niedrigsten und dürftigsten Reflexe der Volksgemeinschaft, das „wir“ gegen alle anderen, das Schland über alles, den unbedingten Willen, wieder wer zu sein.

Wir sind schon wieder wer!

Wir sind wieder wer- diese Parole von 1954 und der folgenden Wirtschaftswunderjahre, ist zwar heute nicht mehr zu hören,  stattdessen, dass wir ein „normales“ Land und „ein normales Volk“ sind wie andere auch. Aber das ist natürlich beides noch nie richtig gewesen. Gerade wenn das „Normale“ so betont werden muss, zeigt sich, dass eben nichts normal ist.  Im Grunde sind wir darum nicht viel weit über das „Wir sind wieder wer!“ hinausgekommen:

  • Wir sind wieder wer als Weltmeister der Herzen.
  • Wir sind wieder wer als Integrations-Weltmeister.
  • Wir sind wieder wer als entspannte Patrioten.
  • Wir sind wieder wer als Exportweltmeister.
  • Wir sind wieder wer als Welt-Klima-Lehrmeister.
  • Wir sind wieder wer als Retter des Euros.
  • Wir sind wieder wer Friedensapostel bei allen und jedem.

Dass das alles heiße Luft und bloßes Wunschdenken ist;  dass, wenn es hart auf hart kommt, nichts mehr entspannt sein wird am deutschen Patriotismus, das wird spätestens dann klar, wenn diese Liste an der Realität geprüft wird. Hinter dem vielfachen „Wir sind wieder wer“ verbirgt sich die (seit dem 19. Jahrhundert) typisch deutsche Mischung aus Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn, die überall Weltmeister sein will und bei gefühlter Bedrohung in Hass und Aggression umschlägt auf alles andere, alle Ausländer, alle anderen Meinungen, Gott und die Welt. Noch immer ist bei allzu vielen Zeitgenossen das dumpfe Grundgefühl da, wir Deutschen seien betrogen worden- von allen anderen, von den Amis, den Russen sowieso, und vor allem von Israel. Dagegen muss man sich doch wehren dürfen?
Vielleicht als Vorbereitung darauf sind wir immerhin Europameister im Waffenexport.
Das mit dem Weltmeister werden wir auch noch schaffen. Schließlich sind wir wieder wer.

Aphorismus #750

Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohlsituierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.

Theodor W. Adorno (Zitiert nach dem lesenswerten Artikel: Daniel Keil, Der „FC Deutschland 06“ -Die Fußball-WM als nationale Massenzeremonie) – Das hat sich bis heute nicht geändert, im Gegenteil: Dank Public Viewing ist es endgültig zum „Normalzustand“ geworden.

60 Jahre Wunder Deutschland?

So wird es uns derzeit auf allen Kanälen und in allen Gazetten eingebimst. Wunder über Wunder allüberall. Das der Gründung der BRD (die DDR war kein Wunder, die kam aus der Hölle gekrochen). Das von Bern. Das der sozialen Marktwirtschaft. Das von Lengede. Das der Deutsch-Französischen Freundschaft. Das der Einbindung in die NATO. Und schließlich das größte und heiligste aller teutschen Wunder: das Wunder der Einheit!
Halleluja. Das ist mehr als nur ein Tedeum wert! Darum bimmelten am 3. Oktober 1990 landauf landab die Kirchenglocken eine neue Ära deutschen Großmachtstrebens ein! Gott  sei’s getrommelt und gepfiffen! WIR SIND WIEDER WER!
Und da kommen so ein paar das eigene Nest beschmutzende Linke daher und machen wie gehabt alles madig. Linke, denen man nun nicht mehr in bester Stammtischmanier bei jeder Gelegenheit ein „Geh doch rüber, wenn es dir nicht passt!“ entgegen schmettern konnte. Die offensichtlichen Wunder, die der deutschen Seele so wohl tun, diese werden von so ein paar Ungläubigen geleugnet. Defätisten, Vaterlandsverräter, Antideutsche! Das sind sie! – Ich bekenne, ich gehöre zu jenen, die in diesem Land mit allem rechnen, mit Merkel und Westerwelle, mit Steinbrück und Lafontaine, mit Springer und Spiegel, mit ALDI und LIDL, mit VW und Daimler. Nur mit einem rechne ich nicht: dem Wunder echter Demokratie, wirklicher Freiheit oder gar einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist.“
Und warum sind nun der Deutschen liebste Wunder keine? Hier die offensichtlichen Zurechtbiegungen, Tatsahenverdrehungen und Lügen, die zum „Wunder“ Deutschland dazu gehören, wie der Kater zum Suff.

WIR gründeten ein freies, demokratisches Deutschland, das die Lehren aus dem WK II gezogen hat. Das WUNDER der DEMOKRATIE hielt Einzug durch das Grundgesetz im Westen. Klar mit den im Schnellverfahren entnazifizierten Stützen des alten Regimes ging das ganz locker und einfach. Die waren so was von demokratisch, das war kaum auszuhalten. Und es gab auch keine Westalliierten, die Hebammen waren bei der Geburt des neuen Staates, die z.B. den Föderalismus hineinschrieben, damit in Zukunft eines nicht geschehen sollte: ein einiges neues deutsches Reich. Hat, o Wunder, nur 40 Jahre gedauert bis es endlich wieder so weit war. Heißt nur nicht mehr Deutsches Reich. Der Begriff hat einfach einen unangenehmen Hautgout.

WIR wurden Weltmeister! In Bern, an jenem denkwürdigen 4. Juli 1954. Da haben Rahn, Walter, Turek und Co. ein ganzes Volk „glücklich gemacht“! Warum bimmeln eigentlich an diesem Tag nicht die Glocken? Egal. WIR sind WELTMEISTER! WIR sind wieder WER! Wenn schon nicht auf dem Schlachtfeld, so doch wenigstens auf dem Spielfeld! Und in der Tat schienen die Radiomoderatoren jener Tage beides nicht so ganz auseinander halten zu können. Hätte man nur Les Préludes von Liszt davor montieren müssen, und das ganze wäre als 1a Wehrmachtsbericht durchgegangen. Und wo war nun das Wunder von Bern? Nun, man traut es sich fast kaum zu sagen: ein Fußballspiel wurde gewonnen. Mit viel Geschick und viel mehr Glück. Nur ein Fußballspiel wie 100.000 andere vorher und nachher auch. Besonders, ja zum Wunder wurde es nur, weil es die DFB-Auswahl war unter dem alten Nazi-Trainer Sepp Herberger- seit 1933 PG, von 1936 bis 1945 Reichstrainer und von 1945 bis 1964 Bundestrainer. Ach, natürlich war einer wie er nur Mitläufer. Hatte beim Parteieintritt ’33 wahrscheinlich die Finger hinterm Rücken gekreuzt. Sowieso gab es nur Mitläufer in der jungen BRD, Verführte, Verblendete, Befehlsempfänger und garnienicht irgendwo Täter und Schuldige! Diesem unter einem furchtbaren Minderwertigkeitskomplex (wegen des verlorenen Krieges, nicht wegen der Shoah!) leidenden Volk der Ahnungslosen kam der unverhoffte Gewinn eines Fußballspiels nur recht: so wurde daraus DAS WUNDER VON BERN, die Mär von den 11 Freunden, die mit ihren deutschen Tugenden der Übermacht des Feindes der favorisierten ungarischen Mannschaft den verdienten Sieg abtrotzten… Wunder entstehen immer erst hinterher. wie auch sonst. „Wunder“ ist keine Tatsache sondern eine Interpretation. Und wenn man es sich lange genug erzählt, dann glaubt es irgendwann (fast) jeder.

WIR schafften das WIRTSCHAFTSWUNDER! Die Trümmerfrauen räumten die Ruinen weg, durch das WUNDER der WÄHRUNGSREFORM kam alles wieder in Schwung. Und durch die deutschen Tugenden (Ähnlich wie beim deutschen Fußballspiel.) Fleiß (Eine anderes Wort für „Ich weiß sonst nix anzufangen mit meiner Zeit“. Nimm einem Deutschen seine Arbeit weg und er verliert den Sinn seines Lebens. Und zwar gründlich.), Ausdauer (Sonst hätten wir es nie bis kurz vor Moskau geschafft!), und Gewissenhaftigkeit (Mit derselben G. wie seinerzeit die Züge nach Auschwitz zusammengestellt wurden.) brachten wir das Wirtschaftswunder fertig. Und der Heilige Erhard schenkte uns die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. War es wirklich so einfach? Dass dazu ein „wenig“ Anschubhilfe in Form des Marshallplans nötig war, wird seltsam, seltsam bei diesem „Wunder“ gerne vergessen. Wäre ja kein Wunder mehr, wenn die USA uns aufgepäppelt hätten! Nun es war „ein bisschen“ anders. Ein amerikanischer Wirtschaftshistoriker (leider weiß ich seinen Namen nicht mehr) meinte in einer TV-Sendung zum „Wirtschaftswunder“, Erhard musste zum Erfolg der deutschen Nachkriegswirtschaft nichts tun. Absolut nichts. Es lief von selbst. Nach einem Krieg liegt gemeinhin vieles in Trümmern, da können neue Häuser gebaut, neue Möbel gekauft und Träume von sozialer Sicherheit geträumt werden. Aber mit derlei Träumerei ist es schon lange aus. Was Deutschland und Frankreich und  Schweden und die USA und Japan und viele andere Staaten erlebten, war eine stinknormale Boomphase nachdem ein großer Teil der Welt in Trümmern lag. Wieder nix mit „Wunder“. Nebenbei bemerkt, selbst die viel gepriesene „soziale Marktwirtschaft“ war keine deutsche Erfindung, auch nicht die Erhards, sondern die  pragmatische Wirtschaftspolitik in der damaligen Boomzeit. Sozial wurde die Marktwirtschaft erst durch eine Werbekampagne der deutschen Industrie! Irgendwie musste man es ja seinen Arbeitern verkaufen, dass der Chef Mercedes fährt und der Lohnabhängige, wenn es hoch kommt, einen Käfer.

WIR sind EIN VOLK! Die anderen Wunder der deutschen Geschichte möchte ich übergehen und zu dem Wunder aller Wunder kommen, zum WUNDER der EINHEIT! Das war jedoch am allerwenigsten ein Wunder. Das hatte klar zu benennende ganz irdische Faktoren als Ursachen. Das hat mit seiner verpassten großen Chance den Titel „Wunder“ nicht im Mindesten verdient. Fluch würde wohl eher passen. Upps. Schießt da einer in seinem Hass auf alles Deutsche weit übers Ziel hinaus? Nein. Ich habe keinen Deutschenhass, bin ja selbst einer. Ich mache nur das, was jeder machen sollte, bevor er irgendwelchen medial verbreiteten Meinungsmüll gedankenlos nachplappert! Selber Denken macht zwar manchmal Mühe, aber kann sehr erhellend sein.

Die Einheit war kein Wunder. Von Anfang an nicht. Der Niedergang des „Ostblocks“ stand auf der Agenda in jenen Jahren. Die Zeit war einfach reif. Eine imperialisitsche Macht wurde durch ein anderes niedergerungen nicht mit Waffen, sondern durch die bloße Wirtschaftsmacht. Und wenn Reiche zerfallen, entstehen neue, werden die Karten neu verteilt. Da musste Birne nur vom guten Blatt, zu dem er kam wie die Jungfrau zum Kind, die richtigen Karten zur richtigen Zeit spielen. Das konnte sogar einer wie er nicht versaubeuteln. Die Umsetzung llerdingsschon. Das gelang ihm gründlich. Und die Menschen, die mutig für Freiheit, für eine andere DDR und nach dem 9.November immer mehr auch für Wohlstand auf die Straße gingen, die zuerst „Wir sind das Volk!“ riefen, bis ihnen von der West-CDU die so ganz andere Parole „Wir sind EIN Volk!“ untergejubelt wurde, diese Menschen wurden schlicht mit Begrüßungsgeld 1:1-Umtausch und anderen „Wohltaten“ gekauft. – Es gab diesen einen kurzen Moment, in dem vielleicht ein wirklich „Neues Deutschland“ hätte entstehen können. Vielleicht. Aber daraus wurde nichts. Die „runden Tische“ sie tagten und tagten und wurden von der Wirklichkeit der Macht des Kapitals überrannt. Und wer erst einmal seine Seele dem Moloch verkauft hat, der kommt nur schwer wieder los. So wurde aus dem Wunder der Wende eine Rolle rückwärts zum alten angestammten Oben und Unten. „Wir sind das Volk“ beseitigte eine sich sozialistisch und demokratisch nennende staatskommunistische Diktatur. „Wir sind ein Volk“ ersetze diese durch die neue alte Diktatur des „freien Marktes“. Statt “ Einheit in Freiheit“ oder erst mal eine Zweistaatenlösung, kam mal wieder ein Teil heim ins Reich! Das ist (bis aufs Saarland) schon immer schief gegangen. Mal sehen, wie lange es diesmal dauert….

NEIN! 60 Jahre Bundesrepublik erzählen nicht von vielen kleinen und großen Wundern. Im Gegenteil. Die vergangenen 60 Jahre erzählen von den vielen verpassten Chancen. Erzählen von  Selbstbetrug. Erzählen vom Fortbestand der alten Eliten. Erzählen von der „Unfähigkeit zu trauern“ und der zu einem radikalen Bruch mit dem Alten. Erzählen von einer Stunde Null, die keine war. Erzählen, wie sich Täter je länger je mehr zu Opfer verklärten. Erzählen von dem unseligen Wunsch nach alter Größe und Macht. Kurzum, sie erzählen viele viele kleine und große Lügen. Aber die größte von allen heißt ganz einfach: Deutschland!

Bild via linkPlakate der ersten Bundestagswahl 1949