Aphorismus #1024

Wenn die Kirchen im Durchschnitt noch fünf Prozent Eigenmittel beisteuern, muss man schon froh sein!

Ursula Krickl vom Deutschen Städte- und Gemeindebund zum Thema christliche Kindergärten

Bei Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen ist das nicht anders. Sogar ihre Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie, betreiben die Kirchen zu achtundneunzig Prozent mit dem Geld aller.

Zu finden sind diese skandalösen Fakten in dem lesenswerten SPON-Artikel: Getauft für den Job

Advertisements

Aphorismus #984

Die Bundesregierung hat für Raubkopierer Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren durchgesetzt – andererseits duldet sie, wenn der Verteidigungsminister bei seiner Doktorarbeit abschreibt.

Olaf Zimmermann, Vorsitzender des Deutschen Kulturrats zitiert in: „Wissenselite revoltiert gegen Copy-paste-Minister“ auf Spiegel-Online

Aphorismus #762

Der Gedanke, es durch Demut zu irgendeiner abstrakten Vollkommenheit zu bringen, sich über alle andern zu erheben, kann die Frucht entweder des Dünkels oder des Schwachsinns sein und führt in beiden Fällen unvermeidlich zur Heuchelei.

Der russische Literaturkritiker Wissarion Grigorjewitsch Belinski in einem Brief an Nikolai Gogol vom 15. Juli 1847
Der letzte Satz des Wikipedia-Artikels ist sehr erhellend: Die Erwähnung seines Namens war bis 1856 in der russischen Presse verboten.

Aphorismus #745

Wort zum Sonntag #56

Warum ich kein Christ bin – Teil III

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil II: Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

Teil IV. Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Teil V: Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

Tei VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

3. Gnade dir Gott!
Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

3.1. Eigenlob stinkt

Vorab zwei Fragen:

  1. Wer erließ ein Gesetz, dass Sklaven nicht grausam behandelt werden dürfen?
  2. Wer verbot scharfe Waffen bei den Gladiatorenkämpfen?

Bei beiden Fragen sind die Antwortmöglichkeiten gleich.

  • a) Papst Leo der Große
  • b) Kaiser Nero
  • c) Caesar
  • d) Kaiser Marc Aurel

Das wäre bestimmt eine sichere Bank bei Günther Jauch für die Millionenfrage. Eine sichere Bank für RTL, damit sie nicht zahlen müssen. Die allermeisten würden wohl „Leo“ sagen, Aber dass Nero ein Herz für die Sklaven hatte? Dass Marc Aurel blutigen Gladiatoren-Kämpfen nichts abgewinnen konnte, wie seine anderen „heidnischen“ Vorgänger auf dem Kaiserthron – Tiberius oder Augustus? Wer hätte das gedacht? Wo doch Nero Rom anzünden ließ- das weiß ja jedes Kind, in „Quo Vadis?“ ist es schließlich zu sehen! Und wer so eine Schuft und Christenverfolger ist, der MUSS böse sein, von Grund auf. Ach ja die Erbsünde. Die wird vom gemeinen Christenmenschen am liebsten bei anderen konstatiert. –
Nachdem es immer wieder zu Verboten blutiger Kämpfe in den Arenen kam, bzw. zum Versuch wenigstens die Anzahl einzudämmen, wurde schließlich im Jahr 365 eine sehr christliche Lösung gefunden: Christen durften einfach nicht mehr als Gladiatoren kämpfen! Da bekamen dann also nur noch die Heiden, was sie verdient hatten… Zynischer geht es kaum. Konstantin der Große, der die Kirche über sein Reich brachte, war übrigens 325 so „gnädig“, Delinquenten nicht mehr als Kämpfer in die Arena zu schicken, sondern zur völlig humanen Zwangsarbeit ins Bergwerk. Ein durch und durch vorbildlicher Christ dieser Kaiser. Was höre ich da von Zeitumständen? Von Sachzwängen? Von anderen Maßstäben? – Stimmt ja. Mixas Watschen waren vor 30 Jahren auch den Zeitumständen geschuldet. – Wer für ewige Wahrheiten eintritt, sollte sich nicht wundern, wenn solche dann gegen ihn gerichtet wird.

Mit diesen Beispielen aus den ersten Jahrhunderten der Kirche will ich verdeutlichen, wie unser Blick auf die Geschichte seit der Ausbreitung des Christentums eben durch dasselbe geprägt ist, so dass es uns schier unmöglich ist, ein objektives Bild davon zu erhalten. – Ganz „uneigennützig“ haben die Christen damals, wie es heute die Taliban auf ihre Weise tun, tabula rasa gemacht mit allem, was ihre Gegner sagten und hinterließen, was für sie heidnisch war oder gar teuflisch. Es fand in den ersten christlichen Jahrhunderten des römischen Reiches, die direkt ins finstere Mittelalter mündeten, eine General-Zensur ungeheuren Ausmaßes statt. Wäre nicht der Islam im Osten siegreich gewesen und hätte die antiken Schätze und Schriftrollen bewahrt, und hätte es nicht Orte und Menschen gegeben, zu denen der lange Arm Roms nicht hinreichte, wer weiß: Wir würden heute weder Plato kennen, noch eben andere, d.h. kritische Stimmen zum Aufstieg des Christentums von einer jüdischen Sekte zur römischen Staatskirche.

Man stelle sich vor, vom derzeitigen Irakkrieg würde es fast ausschließlich Dokumente der „embedded journalists“ geben. Welches schiefe Bild hätten wir dann von ihm?

Kann man getrost die Bibel in weiten Teilen ein Märchenbuch nennen (vgl. Teil I): voller frommer Erfindungen (wie z.B. die Sache mit der Bundeslade als Sänfte für Jahwe), beispielloser Übertreibungen (bei fast allen Zahlenangaben im AT kann man getrost ein bis drei Nullen streichen!), Beugungen der Wahrheit (aus dem mit viel Macht und Soldaten ausgestatteten Gouverneur Pilatus der letzten und unabhängigen Instanz im Prozess gegen Jesus wird ein ganz schwacher Beamter, der in der Hand des Volkes war; die Christusmörder sind also die Juden), absichtlicher Weglassungen und Verdrehungen (die vielen, vielen Bearbeitungen, die allein der Pentateuch erfahren hat!), so hört dies mit der Offenbarung des Johannes nicht schlagartig auf.  Es geht munter so weiter von den ältesten Zeugnissen der sog. Kirchenväter bis zur jüngsten Enzyklika des Papstes. Es baut eben eines auf das andere auf. Wer Wunder in der Bibel zusammenphantasiert, der muss dies auch später tun in den zahllosen Heiligenlegenden oder anderen „Zeugnissen“. Wer sich als kleine Herde wähnt, wer sich immer und überall verfolgt glaubt, der muss die ganze Kirchengeschichte als eine der Verfolgung und Anfechtung darstellen, selbst in den Zeiten, als die Kirche über Europa herrschte.
Solcherlei Geschichtsfälschungen sind beileibe keine Spezialität Roms. Die evangelischen Kirchen waren und sind auch nicht viel besser. Zwar ließ sie der Schlachtruf des Humanismus- Ad fontes!– zu den Quellen greifen- aber zu welchen? Eben nur zur Bibel, bestenfalls zu den genehmen Kirchenvätern. Da wurden also die alten Lügen 1:1 übernommen. Heute werden zwar diese Urkunden historisch-kritisch ausgeleuchtet, aber am Ende siegt dann doch wieder die „göttliche, offenbarte Wahrheit“. Was nützt es, wenn in den Seminarräumen der theologischen Fakultäten über den Faktengehalt der Ostergeschichten, oder über die Landnahme der Israeliten kritisch nachgedacht wird, und wenn in der Gemeindearbeit substantiell so gut wie nichts übrig bleibt- was hilft das, wenn es auf den Kanzeln eben keinen Niederschlag findet? Moderne Theologie tut  unheimlich kritisch und aufgeklärt und hat doch nur den Zweck, mit „modernen“ Mitteln Menschenfischer auszubilden, auf dass der Bestand der Kirche bleibe oder vermehrt werde. Wer behauptet, man müsse beim Betreten einer Kirche- ob katholisch oder protestantisch- nicht seinen Verstand an der Garderobe abgeben, der lügt sich selbst in die Tasche. Glauben war immer und wird es immer sein: ein „Willing Suspension of Disbelief for the Moment„. Und darum hat die Bibel genauso viel Plausibilität wie der Koran, Russells Teekännchen oder das FSM und die Kirchengeschichte hat so viel Glaubwürdigkeit wie Münchhausens Lügengeschichten.

Aphorismus #738

Wort zum Sonntag #55

Warum ich kein Christ bin – Teil II

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil III: Gnade dir Gott!
Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

Teil IV. Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Teil V: Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

Teil VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

2. Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

2.1. Paulus- Selbst- und Menschenhass aus Prinzip

Irgendwer muss dem kleinen Paulus ständig vorgesagt haben, was für ein schlechter und gottloser Kerl er sei, so dass er sich später nicht anders zu helfen wusste, als ALLEN Menschen denselben Defekt zu unterstellen. Selbst- und daraus resultierender allgemeiner Menschenhass scheint mir bei ihm der Antrieb seines Denkens und Missionierens zu sein, ganz bestimmt nicht ein Auftrag und eine Offenbarungen vom „Herrn“, wie er behauptet. Sein wichtigstes Werk- wichtig, weil er hier seine Theologie zusammenfasst- ist der Römerbrief. Und der spricht Bände. Nicht über Gott und Welt, sondern über die verquere Gedankengebäude des Misanthropen Paulus.
In einem wahren Parforce-Ritt durch die Psalmen, klaubt er in Römer 3, 9-18 alles zusammen, was in sein düsteres Menschenbild passt:

9 Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, 10 wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. 11 Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer (Psalm 14,1-3). 13 Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie (Psalm 5,10), Otterngift ist unter ihren Lippen (Psalm 140,4); 14 ihr Mund ist voll Fluch und Bitterkeit (Psalm 10,7). 15 Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; 16 auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer, 17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht (Jesaja 59,7-8). 18 Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen (Psalm 36,2).«

Was ist das denn? Wahllos ein paar Psalmen-Halb- oder Viertel-Verse ohne Erklärung, ohne Rücksicht auf den Zusammenhang aneinanderpappen? Das hat so viel Beweiskraft wie die Bibelauslegungen der Zeugen Jehovas. Kein Mensch kann da folgen, kann nachfragen, kann mitdenken. Und das soll er auch gar nicht.. Paulus haut dem Leser seine „Wahrheit“ wie ein nasses Handtuch um die Ohren. Es geht ihm mehr um Wirkung als um Argumentation. Letztere ist nur Mittel zum Zweck. Leider. Denn das ist noch heute so bei seinen Nachfolgern, den Erweckungspredigern, Evangelisten, Missionaren und Hauskreisleitern. Mit derselben Methode könnte man, böse gesprochen, das Telefonbuch von Tokio nehmen, und die Relativitätstheorie herauslesen. Man muss nur eklektizistisch vorgehen wie Herr P. und dann das ganze noch etwas drehen, ziehen und strecken solange bis es passt. Genau so gewinnt Paulus seine „Erkenntnis“ über die unumstößliche, absolute Sündhaftigkeit des Menschen. Er hat sie nicht aus dem AT, sondern er hat sie ganz einfach hineingelesen. Eisegese in Reinkultur. Das Ergebnis stand von Anfang an fest.
Der Mensch ist Sünder. Und sonst nichts. Basta! Diese unduldsame, ja arrogante Art des Paulus ist schon seinen Zeitgenossen auf die Nerven gegangen. Darum thematisiert er dies im 2. Korintherbrief. Da lässt er sich seitenweise über das „Rühmen“ und über seinen persönlichen Auftrag von Jesus aus. Langweilig. Nervig. Selbstverliebt. Denn gerade dadurch, dass er betont, dass ALLE Sünder sind, und sich immer brav und demütig verbal mit einschließt, hebt er sich über alle anderen, denn er WEISS es, er hat’s gefunden, ihn hat Gott beauftragt, den Menschen diese „frohe“ Kunde zu bringen. Im 2. Korintherbrief lässt er sich ausgiebig darüber aus. Ein besonderer „Höhepunkt“ ist die Abrechnung mit seinen echten oder vermeintlichen Gegnern mit anschließendem ganz bescheidenen Eigenlob in 2. Kor 11, 22-31:

22 Sie sind Hebräer – ich auch! Sie sind Israeliten – ich auch! Sie sind Abrahams Kinder – ich auch! 23 Sie sind Diener Christi – ich rede töricht: ich bin’s weit mehr! Ich habe mehr gearbeitet, ich bin öfter gefangen gewesen, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin oft in Todesnöten gewesen. 24 Von den Juden habe ich fünfmal erhalten vierzig Geißelhiebe weniger einen; 25 ich bin dreimal mit Stöcken geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer. 26 Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Flüsse, in Gefahr unter Räubern, in Gefahr unter Juden, in Gefahr unter Heiden, in Gefahr in Städten, in Gefahr in Wüsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Brüdern; 27 in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; 28 und außer all dem noch das, was täglich auf mich einstürmt, und die Sorge für alle Gemeinden. 29 Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird zu Fall gebracht, und ich brenne nicht? 30 Wenn ich mich denn rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. 31 Gott, der Vater des Herrn Jesus, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge.

Wie „bescheiden“ das doch ist: Er ist schwach, verfolgt, herumgestoßen. Könnte man fast Mitleid mit ihm haben, wenn nicht gleichzeitig sein Ego bis zum Himmel reichen würde: Ich habe MEHR gearbeitet als sie alle! Paulus ist wirklich kein Typ, mit dem man gerne einen Diskussion führt. Er war wohl eher von jener Sorte, wie sie heute bei Anne Will oder Frank Plasberg sitzen, ständig anderen ins Wort fallen, keinen Millimeter von ihrem Standpunkt abrücken und ganz groß auf ihrer Stirn geschrieben haben: „ICH HABE RECHT!“ Nur geht ein Paulus den entscheidenden Schritt weiter. Auf seiner Stirn steht: „ICH HABE RECHT, weil es in der BIBEL steht, weil es GOTT mir selbst gesagt hat, weil ich IM AUFTRAG DES ALLMÄCHTIGEN rede und handle.“ Damals wie heute, sollte man die Füße in die Hände nehmen und weit weglaufen von solchen „Menschenfischern“. Es geht ihnen nicht um Gott, es geht ihnen nicht um ihre Schäflein, es geht ihnen einzig um ihr eigenes schwaches Ego, das sie aufblähen durch die Menge derer, die ihnen folgen. Ich hatte das Vergnügen solches zu erleben….

Aphorismus #703

Wort zum Sonntag #50

Was würde Jesus dazu sagen?

Eine immer wieder gestellte Frage, nicht nur von gläubigen Christen. Und die Vorgänge in der katholischen Kirche um prügelnde und missbrauchende Priester fordern sie  heraus. Jedoch sie zu stellen ist müßig:

  • Wir können Jesus schließlich nicht mehr selbst fragen.
  • Wir wissen nicht mit Sicherheit, welche von denen in der Bibel ihm zugeschriebenen Worte wirklich von ihm stammen.
  • Zwischen ihm, der Bibel und uns liegt der „garstige breite Graben“ der Geschichte von 2000 Jahren, und der lässt sich nicht wirklich überbrücken. [1]
  • Jesu konkrete Antworten auf die Probleme seiner Zeit sind nicht wirklich auf die in unserer hochkomplexen und technisierten Welt übertragbar.
  • Es stellt sich die Frage, ob er mit seinen Antworten nicht schon damals gescheitert ist.
  • Und hat er berhaupt noch irgendeine Relevanz für die Menschen des 21. Jahrhunderts?

Weil aber die Frage nach dem, „was Jesus dazu sagen würde“, immer noch gerne gestellt wird und weil die Kirchen insgesamt und einzelne Christen sich noch immer auf ihn berufen, darum schiebe ich für einen Augenblick die grundsätzlichen Einwände des denkenden und (darum) nicht glaubenden Menschen beiseite und vergleiche die Taten und Lehren der Kirche(n) mit dem, was Jesus sagte, oder auch nur von den Evangelien in den Mund gelegt wurde.
Schlagen wir also die Schläger mit ihren eigenen Waffen!
____________
[1] Gotthold Ephraim Lessing, Über den Beweis des Geistes und der Kraft, S. 13: „… das ist der garstige breite Graben, über den ich nicht kommen kann, so oft und ernstlich ich auch den Sprung versucht habe.“

In dir ist der Satan, den werde ich dir schon austreiben!

Der oberste (schein)-heilige Moralapostel der Nation ein ganz profaner Kinderverhauer?

Die SZ berichtet heute ausführlich über das einschlägige Wirken des Augsburger Bischofs Malter Wixa (scnr!) Walter Mixa in den 70ern udn 80ern als Stadtpfarrer zu Schrobenhausen. Ausführlich schildern dabei ehemalige Heimzöglinge untermauert mit eidesstattlichen Erklärungen, wie sie vom damaligen Hochwürden windelweichgeprügelt wurden, mit Kochlöffel, Teppichklopfer, Stock oder Hand- natürlich auf den nackten Hintern, damit der Teufel auch ja ausgetrieben wird…
Die Reaktion des Bistums ließ nicht lange auf sich warten und war wie zu erwarten deutlich: NIE, GARNIENICHT habe Mixa irgendwann irgendwie einem Kind nur ein Härlein gekrümmt blablabla Und gedroht wurde wieder, wen wundert’s? Diesmal nicht mit Schlägen sondern mit der Justiz.
In die Wüste müsste man ihn und seinesgleichen schicken, unter Aberkennung jeglicher staatlicher (!) Pensionsansprüche. Aber solange noch genügend Gläubige sich finden, solange die Kirchen in unserem Staat ein vielfach privilegiertes Sonderdasein führen dürfen, solange sie von der Politik hofiert werden, und letztlich solange sie dem Kapital nützlich sind durch ihre karitative und ehrenamtliche Arbeit zur Ruhigstellung und Vertröstung, solange wird sich nichts ändern.
Es bleibt dabei:

Écrasez l’infâme!