Aphorismus #1024

Wenn die Kirchen im Durchschnitt noch fünf Prozent Eigenmittel beisteuern, muss man schon froh sein!

Ursula Krickl vom Deutschen Städte- und Gemeindebund zum Thema christliche Kindergärten

Bei Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen ist das nicht anders. Sogar ihre Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie, betreiben die Kirchen zu achtundneunzig Prozent mit dem Geld aller.

Zu finden sind diese skandalösen Fakten in dem lesenswerten SPON-Artikel: Getauft für den Job

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Aphorismus #998

Wort zum Sonntag #93

Warum ich kein Christ bin – Teil VIII

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil II: Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

Teil III: Gnade dir Gott! Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

Teil IV: Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Teil V: Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

Teil VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

8. Jesus von Nazareth – eine Erfolgsgeschichte?

Ob jemand Erfolg mit dem hatte, was er wollte, was er sagte und was er tat, sieht man so richtig erst nach seinem Ableben. Bei Jesus von Nazareth ist das nicht anders. Allerdings klaffen zwischen dem, was die Kirchen als seinen und ihren Erfolg verbuchen, und dem, was Jesus tatsächlich erreichen wollte, riesige Lücken. So wie durch die vorgebliche Auferstehung die Hinrichtung und damit das Scheitern des Nazareners seitens seiner Anhänger zu einem Sieg umgedeutet wurde, so machten sie es im Laufe der Jahrhunderte mit fast allem, was der galiläische Wanderprediger Jesus tatsächlich erreichen wollte. Wer es schafft die Hinrichtung eines religiösen Aufrührers mit wirrer apokalyptischer Botschaft dank Auferstehungsgeschichte als Erfolg umzudeuten, der hat keine Hemmungen nahezu jedes Wort umzudrehen, bis es in den eigenen ideologischen und politischen Intentionen dienlich ist.  Hier möchte ich an ein paar Beispielen jenseits christlicher Tradition und gläubiger Schönfärberei das aufzeigen, was Jesus anstrebte und predigte und was dem tatsächlich folgte. Getreu dem Motto: Jesus verkündete das Reich Gottes, gekommen ist die Kirche. (Alfred Loisy) Ich stelle dazu Zitate aus dem Neuen Testament, die von Jesus stammten oder ihm in den Mund gelegt wurden, dem gegenüber, was sich daraus entwickelte.

Aphorismus #996

Wort zum Sonntag #92

Christentum als Altertum

Wenn wir eines Sonntag Morgens die alten Glocken brummen hören, da fragen wir uns: ist es nur möglich! dies gilt einem vor zwei Jahrtausenden gekreuzigten Juden, welcher sagte, er sei Gottes Sohn. Der Beweis für eine solche Behauptung fehlt. — Sicherlich ist innerhalb unserer Zeiten die christliche Religion ein aus ferner Vorzeit hereinragendes Altertum, und dass man jene Behauptung glaubt, — während man sonst so streng in der Prüfung von Ansprüchen ist —, ist vielleicht das älteste Stück dieses Erbes. Ein Gott, der mit einem sterblichen Weibe Kinder erzeugt; ein Weiser, der auffordert, nicht mehr zu arbeiten, nicht mehr Gericht zu halten, aber auf die Zeichen des bevorstehenden Weltunterganges zu achten; eine Gerechtigkeit, die den Unschuldigen als stellvertretendes Opfer annimmt; Jemand, der seine jünger sein Blut trinken heißt; Gebete um Wundereingriffe; Sünden an einem Gott verübt, durch einen Gott gebüßt; Furcht vor einem jenseits, zu welchem der Tod die Pforte ist; die Gestalt des Kreuzes als Symbol inmitten einer Zeit, welche die Bestimmung und die Schmach des Kreuzes nicht mehr kennt, — wie schauerlich weht uns dies Alles, wie aus dem Grabe uralter Vergangenheit, an! Sollte man glauben, dass so Etwas noch geglaubt wird?

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), Menschliches, Allzumenschliches I – Ein Buch für freie Geister (1878)

Aphorismus #983

Das Wort zum Sonntag #88
Auf Jiddisch*

Und wie es im Anschluss weiter geht, unbedingt auch ansehen:

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* Aus der sehenswerten Komödie „Snatch - Schweine und Diamanten

Aphorismus #981

Wort zum Sonntag Montag #87

Trau keinem Wolf auf wilder Heiden
Auch keinem Juden auf seine Eiden
Glaub keinem Papst auf sein Gewissen
Wirst sonst von allen Drein beschissen.

Dieses gelungene Beispiel von bäuerlicher Legendenbildung*, deutschem Antisemitismus** und protestantischer Arroganz*** verdanken wir niemandem anderem als Martin Luther und seiner gerne vergessenen Schrift „Von den jüden und iren lügen“, 1543 – Das nenne ich mal Altersweisheit…

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* Dass die Grausamkeit und Gefährlichkeit des Wolfes für den Menschen ins Reich der Fabel gehört, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, jedoch die neuerlichen Diskussionen, seit er sich wieder in Deutschland niedergelassen hat, zeigt, dass dem nicht so ist.
** Der eliminatorische Antisemitismus der Nazis speist sich aus vielen Quellen:
– dem christliche Antijudaismus
– den Judenpogromen des Mittelalters
– Luthers teils christlich, teils ökonomisch, teils „deutsch“ motiviertem Judenhass
– dem „vernünftigen“ und säkularisierten Antisemitismus mancher Aufklärer
– dem „Die Juden sind unser Unglück!“ des Kaiserreichs
– der Rasse-Ideologie des späten 19. Jahrhunderts
– dem deutschesten aller Gefühle, nämlich dem, von der Geschichte betrogen worden zu sein
….
*** Dass Luther an die Stelle des Papstes die Bibel setzte und „Gottes Wort“ mit absoluter Macht über die Gläubigen ausstattete, dass er selbst meinte, ER habe die rechte Auslegung, also die WAHRHEIT gepachtet, war stilbildend für seine Nachfolger in den zahllosen protestantischen Kirchen, Gruppen, Grüppchen und Sekten. Bis heute.

Aphorismus #977

Die [katholische] Kirche […] ist durch den Missbrauchsskandal unter ein allgemein gesellschaftlich akzeptiertes Zivilisationsniveau gefallen. Damit ist sie nicht nur hinter ihren eigenen Anspruch zurück gefallen, sondern hat sich außerhalb des gesellschaftlich akzeptierten moralischen Konsenses gestellt.

Dr.rer. soc. Dr. theol. Michael N. Ebertz, Professor für „Sozialpolitik, Freie Wohlfahrtspflege, kirchliche Sozialarbeit“ an der Katholischen (sic!) Hochschule Freiburg in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger
Wenn das mal nicht dem Herrn Professor den Lehrstuhl kostet.

Aphorismus #968

Daß wir uns als Christen zusammen fanden, mußte diese Religion, durch unzählige Revolutionen vorbereitet, aus dem Judenthum hervorgehen, mußte sie den römischen Staat genau so finden, als sie ihn fand, um sich mit schnellem siegendem Lauf über die Welt zu verbreiten und den Thron der Cäsarn endlich selbst zu besteigen. Unsre rauhen Vorfahren in den thüringischen Wäldern mußten der Uebermacht der Franken unterliegen, um ihren Glauben anzunehmen. Durch seine wachsenden Reichthümer, durch die Unwissenheit der Völker und durch die Schwäche ihrer Beherrscher mußte der Klerus verführt und begünstigt werden, sein Ansehen zu mißbrauchen, und seine stille Gewissensmacht in ein weltliches Schwerd umzuwandeln.

So fasst Friedrich Schiller (1759 – 1805) in seine Antrittsrede zur Professur in Jena mit dem Titel „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ die Geschichte des Christentums in den ersten 1500 Jahren zusammen. Mehr braucht man dazu auch nicht zu wissen, nur dass es nicht wirklich besser weiterging und weitergeht.