Aphorismus #1014

Religion darf nicht für ideologische Machtansprüche missbraucht werden.

Irgendwie hat unser alleroberster Vaterlands-, Freiheits- und Kapitalismusschützer – vulgo der allmächtige Herr über die freiheitliche demokratische Grundordnung* – das grundlegende Prinzqip von Religion und die ihr zugedachte Aufgabe in unserem geliebten System nicht verstanden. Genau dafür ist und war sie schon immer da: die Macht der Herrschenden zu legitimieren, sie zu festigen und bis zum St. Nimmerleinstag zu perpetuieren.

Richtig muss dieser Satz also heißen:

Religion muss die bestehenden Machtverhältnisse ideologisch begründen, um diese vor jedem Missbrauch durch die Beherrschten oder durch die böse Konkurrenz zu schützen.

Und genau das ist ja das Problem des Islam in Deutschland. Der brave Bürger will sich nicht von ausländischen Gesocks beherrschen lassen. Und das deutsche Kapital muss weiterhin deutsch bleiben. Sonst drehen bild und Co. endgültig durch und das Abendland geht unter.

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* Bundesinnenminister Friedrich lt. SPON zur Gratisverteilung eines unerwünschten Konkurrenzprodukt der allerchristlichsten Bibel.

Aphorismus #943

Wort zum Sonntag #82

Futter für’s Hirn am 4. Advent

Ausführliches Interview mit Richard Dawkins (nicht nur) zu seinem Buch „Die Schöpfungslüge“:

Weiter geht es hier:

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Für alle, die keine Zeit haben:

Wäre das Buch nicht das passende Weihnachtsgeschenk für die nervig fromme Tante? Oder den Onkel? Den Nachbarn ….

Aphorismus #661

Wort zum Sonntag #44

Auch ein Kindesmissbrauch

Es ist ja wohl tatsächlich so, daß die überwiegende Mehrzahl der Christen Kinder von Christen sind, und dasselbe gilt für die Anhänger anderer Religionen, für Juden, Moslems, Hindus, Buddhisten und sogar für die „Unterabteilungen“ der Religionen, für Katholiken, Protestanten, Anglikaner, Mormonen, die Zeugen Jehovas, Baptisten und alle anderen. Es ist der unumstößliche Beweis dafür, daß fast alle Gläubigen die religiösen Ansichten übernommen haben, die ihnen ihre Eltern und die von ihren Eltern ausgewählten Priester beibrachten. Bei so vielen zur Auswahl stehenden Religionssystemen würde genau der entgegengesetzte Effekt zu erwarten sein, wenn sich jeder einzelne mit Hilfe seiner eigenen Vernunft für eine der Religionen entschiede. Die unaufhörlichen Wiederholungen der verkündeten „Wahrheiten“, die ständigen Behauptungen, der Glaube sei ein gerechtfertigter Ersatz für Wissen, die wiederholten Aufforderungen zur Buße und die Drohungen mit schrecklicher Vergeltung auf Erden oder nach dem Tode, die fortwährende Betonung der Feindseligkeit gegenüber anderen Glaubenssystemen: Das alles kennzeichnet den langsamen Prozeß der Einpflanzung von Glaubensmeinungen, der gewöhnlich als Gehirnwäsche bezeichnet wird.

H.J. Campbell, Der Irrtum mit der Seele
Dieses Zitat des Chemikers, ehemaligen Herausgebers des „Authentic Science Fiction“-Magazins und SF-Autors habe ich hier gefunden.

Aphorismus #612

Wort zum Sonntag #37

Religiöse Diät

Diät – Besondere Ernährung, die von der normalen Ernährung abweicht.

Der Begriff Diät kommt von (griech.) dίaita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet. Die Diätetik beschäftigt sich auch heute noch wissenschaftlich mit der „richtigen“ Ernährungs- und Lebensweise.

Besondere Speisepläne, die regeln, was man essen darf und was nicht, hat es wohl schon immer bei den Menschen gegeben. Bei Tollkirschen, Knollenblätterpilzen oder curarehaltigen Lianen ist dies unmittelbar einsichtig, da überlebensnotwendig. Bei späteren Formen von Diätvortschriften gilt das nicht mehr. Es gibt nun mal keinen wirklichen Grund, warum man das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen soll, oder warum Schwein weder bei Juden noch bei Moslems auf dem Speiseplan stehen darf. [1] Aber wenn GOTT ins Spiel kommt, hat die Ratio hintanzustehen. DER weiß nun mal besser, was GUT und was SCHLECHT ist!

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[1] Die gern kolportierte Erklärung des Schweinefleischverbotes mit der Trichinengefahr ist eine Reminiszenz an die frühe historisch-kritische Bibel-Forschung des 18. und 19. Jahrhunderts, als man alles rational erklären wollte und allem einen vernünftigen Sinn verpasste, auch und gerade der Bibel und dem Dogmen. Das trieb dann solche Blüten, dass am Heilig Abend die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde eine Predigt über die Vorteile der Stalltierhaltung zu hören bekam. Sehr erbaulich. – Naja, das Friede-Freude-Eierkuchen-Gedöns heute ist nicht viel besser.

Aphorismus #605

Wort zum Sonntag #36

Was Joseph Smith so alles aus dem Hut zaubert…
… und die Mormonen auch noch glauben!

Southpark lebt üblicherweise von der totalen Übertreibung, bei der Folge über die Mormonen ist das gar nicht nötig: Die Geschichte des Joseph Smith und seiner „Offenbarung“ ist so bescheuert, das kann man gar nicht toppen. Dagegen sind Bibel und Koran geradezu „seriös“.

Aphorismus #479

Wort zum Sonntag #18

Göttliche Logik

Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis wahr sei. Ich bin’s, der von sich selbst zeugt; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir. Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater.

Jesus im Johannesevangelium 8, 17-19

Wer immer noch meint, dass christlicher Glaube i.A., die Bibel im Besonderen und das Johannes-Evangelium speziell irgendetwas mit Logik zu tun hat, mit nachvollziehbaren Gedankengängen, mit dem normalen Leben normaler Menschen, wer das noch glaubt, ist entweder unwissend, blind, oder komplett Gehirn gewaschen. Anders kann man solchen Stuss nicht ernst nehmen. Und wer jetzt etwas von göttlicher Logik faselt, die über die des Menschen übersteigt, der hat zwar einen prima „deus ex machina“ immer griffbereit dabei, aber sinnvoll wird diese Aussage dadurch auch nicht. Wenn nach allgemein christlicher wie jüdischer Vorstellung Gott den Menschen mit Vernunft ausgestattet hat, um die Welt zu bestellen und zu regieren, warum um alles in der Welt ist es das erste, was der Allmächtige himself von seinen „Statthaltern“ fordert: eben diese Vernunft aufzugeben? Und zwar gründlich.
In den anderen Worten zum Sonntag und in weiteren Beiträgen in meinem Blog habe ich ja schon reichlich Material dazu gesammelt. Da ist die Kreiszahl Pi nicht 3,14…  sondern genau 3! Da dürfen Zicklein nicht in der Milch ihrer Mutter gekocht werden. Da sind Hasen Wiederkäuer. Da wollen notgeile Menschen Engel ficken. Da  ist die Welt in 6 Tagen + 1 Ruhetag geschaffen worden. Da konnte Moses von seinem eigenen Tod berichten. Da hat Jesus die Opfer der Sintflut mal eben zwischen Karfreitag und Ostern im Totenreich besucht usw. usf. Wenn es ein Buch gibt, dass vielfach absoluten Blödsinn erzählt, dann ist es die Bibel. Ach ja, der Koran ist nicht besser, das Buch Mormon sowieso und all die anderen „Heiligen“ Schriften der Menschheit sind ebenso voller unheiligem Müll. Die paar guten Stellen, die es dazwischen auch gibt, sind versteckt unter einem Wust von Drohungen, unglaublichen Geschichten und jeder Menge der jeweiligen Zeit geschuldetem pseudowissenschaftlichen Geschwätz; was dann in späteren Tagen die Apologeten der jeweiligen Bücher vor große Probleme gestellt hat und noch immer stellt. Die fundamentalistische Methode: alles ohne wenn und aber zu Gottes Wort zu erklären, ist zugleich die primitivste, die garantiert ohne eigenes Denken auskommt. Da zeugt dann irgendwie der Sohn und der Vater, obwohl der gar nicht da ist und die Hörer weder ihn noch Jesus kennen… Alle anderen Versuche, noch die besten Teile der Bibel für Glauben und Kirche zu retten, sind schon einiges intelligenter, aber redlicher, intellektuell redlicher sind sie nicht. Denn bei jeder Art des Buchglaubens kommt irgendwann der Punkt eines sacrificium intellectus, was einer totalen Kapitulation der Vernunft vor den Ansprüchen des verfassten, institutionalisierten Glaubens gleich kommt. Und darum geht es ja den Glaubensgemeinschaften, um die Macht über staatliche Institutionen und über die Menschen, die diesen Staat bilden. Ob sie wollen oder nicht.!

Über 200 Jahre nach der Aufklärung ist es endlich an der Zeit,

  • dass alle Kreuze mit und ohne Corpus aus Behörden, Gerichtssälen und Schulzimmern verbannt werden;
  • dass das Schwören vor Gericht auf die Bibel komplett abgeschafft wird (auch wenn es „nur“ optional und freiwillig ist);
  • dass alle staatlichen Gelder für kirchliche Institutionen (vom Kindergarten bis zur Hochschule) gestrichen werden, wenn die Träger nicht vorbehaltlos die staatlichen Regeln bei der Personaleinstellung, -führung und -beurteilung befolgen. Mit anderen Worten: keine Mitarbeiterin eines katholischen Kindergartens soll mehr Angst davor haben müssen, gekündigt zu werden, wenn sie in „wilder“ Ehe lebt oder sich gar scheiden lässt! Und auch Atheisten sollen nicht länger ausgesperrt werden.
  • dass in einem darauf folgenden Schritt, die Kirchen ganz aus den Einrichtungen verschwinden, die sie in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen bringt;
  • dass der Religionsunterricht allenfalls ein Wahlfach wird, wie in Berlin, oder ganz abgeschafft wird. Wie kommt der Staat dazu, die Mitgliederwerbung für die Kirchen zu bezahlen und zu fördern?

DAS wäre eine logische Konsequenz, das wäre ein Verweigern des sacrificium intellectus seitens des Staates. Das wird hoffentlich kein Traum bleiben. Wenn in den Kirchen plötzlich eine regimekritische Bewegung heranreifte, wenn man dort offen gegen das kapitalistische System Partei ergriffe, wenn also die Kirchen in der Gesamt-BRD das täten, was sie in der DDR taten, dann, ja dann sähen sich die Politiker ganz schnell dazu gezwungen, eine nachhaltige Trennung von Kirche und Staat durchsetzen, weil dann die Kirche ihren System stabilisierenden Charakter und ihre gesellschaftlich relevante Position verlöre und zum subversiven Beginn des Christentums zurückfände . Das Abendland, es ginge davon nicht unter. Das ist nur billige Propaganda der Kirchen. Sie werden alles dafür tun, dass die Hand, die sie füttert, ja nicht gebissen wird.

Vielleicht sollten alle (linken Atheisten) einen langen Marsch durch die Institutionen der Kirche antreten, diese von innen her politisch radikalisieren und so dafür sorgen, dass das öffentliche Leben weitgehend aufgeklärt und glaubensfrei wird.

Man wird ja noch träumen dürfen…