Aphorismus #943

Wort zum Sonntag #82

Futter für’s Hirn am 4. Advent

Ausführliches Interview mit Richard Dawkins (nicht nur) zu seinem Buch „Die Schöpfungslüge“:

Weiter geht es hier:

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Für alle, die keine Zeit haben:

Wäre das Buch nicht das passende Weihnachtsgeschenk für die nervig fromme Tante? Oder den Onkel? Den Nachbarn ….

Aphorismus #416

Wort zum Sonntag #9

Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.

1.Petrus 3, 18-20

Es gibt Probleme und Fragen, mit denen schlagen sich nur Gläubige herum, für alle anderen sind diese schlicht nicht existent oder völlig daneben. Auf christlicher Seite sind dies Fragen wie z.B.:

  • Was machte Gott bevor er die Welt erschuf (also nach Kreationistenlesart so vor ca. 10.000 Jahren!)?
  • Warum ruhte sich Gott nach der Erschaffung von allem am 7. Tag aus, wo er doch allmächtig ist und definitiv ALLES kann? Kann er wirklich müde werden?
  • Wie viele Engel passen auf eine Nadelspitze?
  • Was ist, wenn eine Maus eine geweihte Hostie frisst?
  • Dürfen Frauen Priesterinnen werden?
  • Warum hat sich Jesus schon 2.000 Jahre Zeit gelassen mit seiner Wiederkunft?
  • Und warum unternimmt er nichts gegen Musikantenstadl, DSDS und andere Volksverblödungseinrichtungen?

Eine dieser hoffnungslos intelligenten Fragen wird im obigen Text im Namen des Petrus* von einem unbekannten Gemeindeleiter nicht vor 90 n.d.Z. beantwortet:

  • Was hat Jesus in den drei Tagen zwischen Kreuzigung und Auferstehung gemacht?
  • War er da ganz tot, war er im Himmel oder hat er einfach „geschlafen“?
  • Hatte er da eine besondere Aufgabe?
  • Oder musste Jesus ganz einfach auf seinen Körper 2.0 warten, udn die Engel hatten Probleme bei der Produktion?

Fragen, die bis auf die letzte einem Christen sinnvoll erscheinen, die jeden Atheisten bestenfalls schmunzeln meist aber den Kopf schütteln lassen: Wie bescheuert muss jemand sein, dass er  sich mit so was beschäftigt? Als wenn es nicht 1000 wichtigere Dinge auf der Welt gäbe!
Nun zur hochoffiziellen Antwort der Bibel, zwar nicht von Petrus, aber wenigstens von einem, der so tat als ob:

Jesus war im Totenreich, und wo ist das? -Klar unten! Da sind sie schließlich beerdigt, die Toten. Besonders haben es „Petrus“ die Toten der Sintflut angetan. Und während sie so vor sich hingammeln, kommt 2334 Jahre** später Jesus und hat nichts besseres zu tun, als sie anzupredigen! Nicht dass sie seinerzeit einer jener unsäglichen göttlichen Kollektivstrafen zum Opfer fielen, mit Mann und Maus, mit Kindern, Haustieren und allem sonst (Genesis 6)! Nicht dass sie in einem nirgends definierten Zwischenreich (Die Hölle und andere ausgefallene Quälereien gab es nur im Volksglauben und von da aus auch unter den Christen!) herumlungerten! Nicht dass sie alles Recht der Welt hatten tierisch auf so einen Sadisten namens Gott sauer zu sein! Nein! Diesem Gott reichte das nicht! Da musste sein Sohn ran, drei Tage von Freitag Nachmittags bis Sonntag Morgen zu ihnen kommen und ihnen die Leviten lesen! Und die Krönung war der Inhalt dieser Rede: Er sei für ihre Sünden gestorben! – Wie bitte? „Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten…“ Wer hat gelitten?Wer ist ersäuft worden wie eine räudige Katze? Wer hat 2334 lange Jahre in der Halbwelt des Totenreichs vor sich hingebrütet? Wer hatte alle Zeit der Welt nachzudenken über seine echten oder ausgedachten Sünden?
Sorry, aber von Psychologie hat dieser Pseudo-Petrus so viel Ahnung wie eine Stubenfliege von Goethe!
Wenn das alles wirklich so statt gefunden hätte, was es natürlich nicht tat, dann wäre die einzig logische und richtige Reaktion der Toten der Sintflut gewesen, dem Sohn Gottes gehörig die Meinung zu geigen, oder gleich noch mal ans metaphysische Kreuz zu schlagen. Verdient hätte er es. Genauso verdient wie sein launischer Vater, der mal so eine Welt macht, und dann. weil ihm seine eigenen Geschöpfe (!) nicht mehr passen, sie wieder zu Klump macht. Wie das kleine Kind, dem beim Spielen ein Sandkuchen misslingt und aus Wut gleich alle zertrampelt.
Sollte man so einen „Gott“ ernst nehmen?
Sollte man so einen „Petrusbrief“ ernst nehmen?
Sollte man so eine „Heilige Schrift“ ernst nehmen?
Sollte man so einen „Heilslehre“ und so einen Glauben ernst nehmen?

Außer einem klaren NEIN! fällt mir nichts sonst dazu ein.

____________

* Pseudepigraphisch nennt sich so was in derLioteraturwissenschaft. Etwas böser könnte man von  „false flag“!- Segeln unter falscher Flagge- sprechen. Kaum eines der biblischen Bücher im Alten wie im Neuen Testament ist tatsächlich von demjenigen verfasst, den es als Autor vorgibt. Angefangen bei den 5 Büchern Moses, die von allen möglichen Leuten stammen, nur von einem garantiert nicht: von Moses. Sogar seine Existenz an sich ist zweifelhaft, wie könnte er da die Thora verfassen? Richtig fertig geworden sind diese ersten Bücher der Bibel erst 1.000 Jahre später als die abgehandelten Geschichten, wenn, ja wenn sie denn passiert wären…
Weitere schöne Beispiele für „gläubig-kreativen“ Umgang mit den Tatsachen sind im AT die zahllosen Psalmen im Namen Davids, drei biblische Bücher im Namen Salomos: die Weisheit, der Prediger (Kohelet) und das Hohe Lied. Im NT natürlich vorneweg die Evangelien: da ist keines von einem derer geschrieben, die dabei waren: Augen- und Ohrenzeugen sind was anderes. Vor keinem Gericht der Welt haben solche „Zeugen“ Bestand! Aber weil es um heilige Scheiße Schriften geht, dann, ja dann ist alles genau so passiert. Dass das am Anfang und am Ende nicht sein kann, habe ich in meinem Weihnachtsmärchen und dem vom Osterhasen aufgezeigt. Aber wie immer: an Gläubigen perlt alle Kritik und jeder Einwand ab wie Wasser von einem sauberen Auto.

** Das ist so bescheuert, das glaubt mir sonst keiner. Hier die kreationistische Antwort:
„Genesis 11:10 tells us that Shem was 100 years old, 2 years after the Flood had finished. When was Noah’s Flood? 1,981 years to AD 0 plus 967 years to the founding of Solomon’s Temple plus 480 years to the end of the Exodus plus 430 years to the promise to Abraham plus 75 years to Abraham’s birth plus 350 years to Shem’s 100th birthday plus 2 years to the Flood. The Biblical data places the Flood at 2304 BC +/- 11 years.“

Wo die kleinen Babys WIRKLICH herkommen

Endlich geklärt!

Mehr von Edward Current, einem unerschrockenen Aufklärer und Kämpfer für die ewige Wahrheit der Bibel, gibt es auf seinem Youtube-Channel!

Wer ganz stark ist, der kann es wagen „Creation in The 21th Century – Let’s Talk to An Evolutionist About Creation“ anzusehen. Aber Achtung: DAS ist keine Satire. Dieser dämliche Müll aus der Reihe „Ein 5-Jähriger erklärt sich die Welt“. Schauderhaft! Obwohl, heutzutage sind 5-Jährige meist weit schlauer, wenn man sie nicht durch religiösen Schwachsinn ideologisch versaut. Bekannt auch als „religiöse Erziehung im Kindergarten“, „Kindergottsdient“ oder „Kinderbibelwoche“.

Aphorismus #316

Evolution is just a theory
– kind of like gravity!

Die Amis haben uns manchmal sehr viel voraus. Z.B. die locker flockigen Sprüche, mit denen die Gottlosen in den USA gegen die Religionsverdummung angehen.

Und die Kreationisten haben doch Recht!

Ja, richtig gelesen:
Die Kreationisten haben Recht!
Sie haben im Gegensatz zu den vielen anderen weit weniger radikalen Gläubigen erkannt, dass der Glaube an einen Schöpfergott sich mit der Evolutionstheorie beißt, dass beides im Grunde nicht zusammenpasst. Es gibt ihn eben noch immer: den alten Antagonismus aus empirischer, wissenschaftlicher Weltbeschreibung und dem Glauben an transzendente Mächte. Wird Zeit, dass der seitens der Wissenschaft stärker herausgearbeitet wird.

Evolution als offener Prozess aus „Zufall und Notwendigkeit“

Die von Darwin begründete und bis heute unzählige Male empirisch, statistisch und genetisch verifizierte Evolutionstheorie hat u.a. folgende unverzichtbare Axiome:

  • Komplexere Arten sind aus einfacheren entstanden. Es gibt einen evolutionären Stammbaum.
  • Bei der Vererbung von einer Generation zur anderen kommt es immer wieder zu zufälligen Veränderungen.
  • Die Mechanismen dabei sind Rekombimation, Mutation, Selektion und Gendrift.
  • Erfolgreich sind diejenigen Arten, die sich veränderten Umweltbedingungen am besten anpassen.
  • Die Evolution geht unaufhörlich weiter. Wir sind nicht die „Krone der Schöpfung“.
  • Die Evolution ist kein teleologischer Prozess: sie entwickelt sich nicht auf ein irgendwie geartetes Ziel hin.

So ungefähr lauten die wichtigsten Axiome der Evolutionstheorie. In der heutigen Biologie gilt sie als die grundlegende Einsicht in die Natur des Lebendigen und ist Basis für alles weitere.
Philosophisch weitergeführt hat diese Thesen der Biologe und Nobelpreisträger  Jacques Monod in seinem Essay „Zufall und Notwendigkeit„. Er hat diese Mechanismen als Grundprinzip nicht nur des Lebens, sondern als das alles Seienden zusammengefasst in dem berühmten Wortpaar „Zufall und Notwendigkeit“. Das gesamte Universum von den kleinsten Einheiten des Mikrokosmos bis hin zum Ganzen des Makrokosmos folgt diesem Prinzip von einer Kombination aus Bedingungen, Naturgesetzen und Notwendigkeiten auf der einen Seite und den großen und kleinen Zufällen, den Kontingenzen und dem allgegenwärtigen „Quantenrauschen“ auf der anderen.

Der Zufall als Gestaltungsprinzip für alles Natürliche? Das widerspricht nicht nur einer wissenschaftlichen Herangehensweise an die Dinge: „Zufall“ lässt sich eben gerade nicht fassen, nicht in Formeln oder Theoreme bannen. Höchstens Wahrscheinlichkeiten können angegeben werden. Bei der Quantenmechanik ist dies weithin akzeptiert, trotz Einsteins Verdikt, dass „Gott nicht würfle“. Beim Lottospielen auch. In der Chaosforschung ebenfalls. Aber sobald es um Biogenese i.A. und Anthropogenese im Besonderen geht, ist es aus mit der Akzeptanz, besser dem Aushalten der Zufälligkeit von allem und jedem. Am allerwenigsten gibt es Bereitschaft diese Erkenntnisse auf die eigene Existenz anzuwenden. Da muss plötzlich alles „Sinn“ und „Ziel“ haben, da gilt der Zufall als obsolet, nicht weil er an dieser Stelle wissenschaftlich falsch wäre, sondern weil er „Unbehagen“ bereite, eine ontologische Kapitulation bedeute und keine befriedigende Antwort auf die Sinnfrage gebe.