LIVE – not dead!

Die besten Live-Rock-Alben

Guter Rock klingt live am besten. Nichts ist tödlicher für den Rock als jene perfekten aalglatten mit 500-Spur-Tapes, 1000 Streichern und noch mehr Synthis im Studio aufgenommenen Überproduktionen, wie sie Mitte der Siebziger aufkamen. Bäh. Dass es auch anders geht, beweisen diese Live-Alben. Heute ohne wertende Reihenfolge, sondern alphabetisch. Diese Platten sind mir alle lieb und teuer geworden, da fällt es mir schwer, mich festzulegen:

Cream – Wheels of Fire (Disc 2)

Leider ist auf dieser Doppel-LP nur eine live eingespielt. Aber die hat es in sich: Cream war definitiv einer der besten Live-Acts der Rockgeschichte und wurde zu recht als Supergroup bezeichnet.

Humble Pie – Rockin‘ the Fillmore

Steve Marriott + Peter Frampton = eine der elektrisierendsten Performances, die ich kenne! Phantastisch auch, wie Marriott mit dem Publikum kommuniziert. Eine Sternstunde des Blues-Rock!

Led Zeppelin – How the West Was Won

Eine Sünde, dass dieser 3er erst 2003 erschien. Es dokumentiert eine Band in bester Spiellaune, mit ungeheurer Power und Kreativität. Grandios!

MC 5 – Kick out the Jams

Wer immer noch meint, Punk sei eine englische Erfindung gegen Mitte bis Ende der 70er kann sich hier eines besseren überzeugen. MC5 ist neben den Stooges das beste, was Detroit je hervorgebracht hat. O.K. das eine oder andere Muscle-Car war auch nicht übel.

The Who – Live at Leeds

Jenseits alles Gitarren-Zertrümmerns waren The Who ein phantastischer Live-Act. Hier mit einer Kurzauswahl aus Tommy, die gar nicht mehr so sanft daherkommt wie die Studio-LP (und erst recht nicht so kitschig wie die Filmmusik!). Am Ende steht „Magic Bus„. Wenn’s den gäbe, wüsste ich wo er mich hinbringen sollte: nach Leeds 14.2.1970…

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Meister an 6 Saiten

Meine five faves der besten Gitarristen

Diesmal ohne großen Kommentar, dafür mit links auf http://www.hotguitarist.com/ zum Weiterlesen und Beispielen ihres Könnens.

5.  Robert Fripp von „King Crimson“

Anspieltipp: King Crimson – Frame By Frame (der an der Frickel-Gitarre). Noch besser: 21st Century Schizoid Man (leider ohne bewegte Bilder)

4. Jerry Garcia von „The Grateful Dead“

Anspieltipp:  Dark Star – 08/27/72 (Hinweis: zu diesem Video gibt es noch die Teile 2 bis vier: ein komplettes Deads-Konzert im Bild)

3. Jimmy Page von „Led Zeppelin“

Anspieltipp ist- keine Angst, nicht die Himmelsleiter, sondern: Dazed and Confused, in dem Page beweist, dass eine Gitarre auch nur eine Geige ist. 😉 Leider nicht bei youtube: die 25-Minuten-Fassung auf dem 3er-CD-Set: „How the West Was Won“

2. Eric Clapton (wo hat der eigentlich nicht mitgespielt und mit wem nicht gejamt?)

Anspieltipps sind neben Spoonful,  meinem Libelingsstück von ihm Layla und Cocaine

1. Jimi Hendrix, der Gott der Saiten

Anspieltipps: (fas)t alles! Besonders empfohlen: neben seinem Auftritt in Woodstock, natürlich der in Monterey und der im Filmore East.

Keinen Platz fanden unter diesen fünf so illustre Gestalten wie: Kirk Hammett von Metallica, Frank Zappa, Pete Townsend von The Who, Lou Reed, Ritchie Blackmore von Deep Purple, Robbie Robertson von The Band, Angus Young von AC/DC, David Gilmour von Pink Floyd, The Edge von U2, Tom Morello, John McLaughlin, Carlos Santana…

Langläufer der Rock-Geschichte

Meine Five faves der echt langen Songs

und wenn ich lang sage, dann meine ich lang, verdammt lang

Auf meinem Lieblings-Internet-Radio-Sender www.krautrock-world.com gibt es hin und wieder „Die Nacht der langen Röcke“, bei der nur die wirklichen Longplayer des Rock gespielt werden: unter 10 Minuten geht da nix. Hier nun meine Langläufer. Trotz der Länge sind es für mich alles Stücke, wo ich sage: „Was schon aus?“ und nicht: „Wann hört es denn endlich auf?“

5. Solar Music (Live), Grobschnitt

Dieses schöne Live-Stück gibt es in Varianten von 10 bis über 50 Minuten. Wenn auch manchmal zuviel gekaspert wird (leider eine „Markenzeichen“ der Band), so ist es doch eine wunderbar epische Reise durch das Sonnensystem.

4. Supper’s Ready, Genesis

Es gab Zeiten, da waren sie mal gut, spielten keinen seichten Pop und Mr. Collins saß am Schlagzeug, wo er hingehört, und quälte nicht die halbe Welt mit seinem Gesäusel. Dieses Stück stammt aus diesen alten, längst vergangenen Tagen.

3. Echoes, Pink Floyd

Ich könnte fast das über Genesis gesagte hier wiederholen, nur dass PF keinen Collins hatten. Sie schafften den Niedergang auch ohne ihn… Eine Zeit lang waren Teile dieses Werks in jeder zweiten Fernsehdoku als Hintergrundgedudel zu hören. Habe mich davon inzwischen erholt. Das Stück ist einfach gut.

2. Dazed and Confused (Live), Led Zeppelin

Auf ihrem selbst betitelten Debüt-Album ist dieses Cover 6:26 lang, bei ihren Live-Auftritten oft weit über 20 Minuten. Der mir bekannte Rekordhalter ist eine Aufnahme von 1973 in Seattle mit 36 Minuten! (Erschienen auf dem Bootleg „Led Zeppelin V 1/2“)

1. Spoonfull (Live), Cream

Auch ein Cover, ein Willie Dixon Blues-Standard, der auf ihrem ersten Album „Fresh Cream“ 6:30 dauert und live meist nicht unter 13 Minuten zu haben war. Maximum das mir bekannt ist, war eine Version mit fast 21 Minuten! (Nr. 6 der Remasters Bootleg-Serie) Für mich das beste Solo, das Clapton je gespielt hat. Spätere waren viell. technisch versierter, vielschichtiger etc. aber da fehlen ihm die beiden kongenialen Partner Bruce und Baker und besonders die Leidenschaft der frühen tage. Die hat er zwichen Koks, Heroin, Schnaps und Tabletten verloren, wie so viele andere vor und nach ihm.

Aphorismus #226

Ehre wem Ehre gebührt!

Robert Plant wird „Commander of the British Empire“

Hier sein Kommentar zur aktuellen Lage:

„There’s a lady who’s sure all that glitters is gold
And she’s buying a stairway to heaven.“

Terry Pratchett erhält den Ritterschlag durch die Queen

„I’d rather be a climbing ape than a falling angel.“

Ein Statement von ihm in einem Interview mit dem britischen „The Herald“ vom 4.10.2004. Und ich muss sagen: „Recht hat er.“

Five Faves: die definitven Bands

5. The Who

Nachdem hier lange, verdammt lange nichts stand, habe ich endlich meine #5 gefunden. Als ich mich, Live at Leeds auf meinem iPod lauschend, auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatte, war es mir klar! The Who sind es! Manchmal ist das Nahe Liegende ganz fern…
Als ich im zarten Alter von 10, 11 Jahren zum ersten Mal „My Generation“ hörte, war ich schwer begeistert, später dann bei „Tommy“ (natürlich das Original, nicht der weichgespülte Soundtrack) und erst recht bei „Live at Leeds“, einem der Alben, das mir auch nach Jahren nie langweilig wurde, hielt diese Begeisterung an bis heute. Aber hört selbst:

My Generation (Woodstock 1969

Tommy Live (nur ein 1-min Appetizer, aber was für einer!)

Tommy: See me, feel me (Woodstock)

Magic Bus (Live at Leeds, mein All-Time-Live-Favourite von ihnen)

4. Pink Floyd

egründet in der Hochphase der Psychedelic Aera, vom charismatischen Frontmann Syd Barrett angeführt (bis März 1968), der irgendwann von seinen LSD-Trips nicht mehr zurückkam, mutierte die Band zunehmend zu der Prog-Rock Band der 70er. Für mich liegt jedoch ihre stärkste Phase in den Anfängen: Stücke wie „Astronomy Domine“, „Atom Heart Mother Suite“ oder „Echoes“ sind für mich wie Trips, ohne dass man illegale Substanzen nehmen muss: psychedelische Musik at his best! Warum nur hat diese Band diese spannenden Wege der Frühzeit verlassen und später nur noch mit „Schönklang“ auf den kommerziellen Erfolg geschielt? Nach „Wish You Were Here“ sind m.E. nur noch wenige Stücke goutierbar.

See Emily Play

Antonionis Zabriskie Point

One of These Days

Grantchester Meadows

Wish You Were Here

3. Led Zeppelin

Die endgültige Definition von Hardrock. Der ins Gigantische gesteigerte Traum von Sex and Drugs and Rock and Roll. Die meisten Texte fallen in die Kategorien vernachlässigbar bis ungenießbar. Schnell noch im Studio hingeschrieben, entstanden sie aus den lyrischen Improvisationen von Robert Plant. Die Melodien sind oft zusammengeklaut, oder stützen sich auf ein einzelnes Riff (z.B. bei Kashmir!) – wirklich nichts künstlerisch Wertvolles. Und doch! So eine Band, die so extrem war, so größenwahnsinnig, so rücksichtslos zu sich selbst und ihrem Publikum – solch eine Band wird es wohl leider nie wieder geben. Waren schon die Studioalben gut (gilt wie so oft nicht für die späteren Sachen), so waren und sind (Auch das Reunion-Konzert 2007 ist ein Kracher!) sie live einfach unschlagbar. Zahllose Bootlegs legen davon Zeugnis ab und natürlich das 3er Live-Album „How the West Was Won“.

Dazed and Confused

Immigrant Song (Live @ BBC)

Stairway To Heaven…

… und wenn Schwachmaten es rückwärts abspielen!

Kashmir, London O2 Arena 12/2007

2. Cream

Gibt es bessere Gitarrensoli? Ich könnte Clapton stundenlang zu hören. Aber es ist nicht nur sein Spiel, das die Magie von Cream ausmacht, sondern auch das perfekte Zusammenspiel mit den anderen beiden und die geniale Zusammenarbeit von Jack Bruce als Komponisten mit dem Texter Pete Brown (White Room, I Feel Free …). Daneben die genialen Neuinterpretationen von Blues-Traditionals wie „Spoonfull“ oder „Crossroads“. Damals hat einfach alles gepasst. Bis auf die Chemie in der Gruppe: Bruce und Baker konnten einfach je länger je mehr nicht miteinander. Die Unmengen an Drogen und der andauernde Tourstress taten ein übriges. So zerbrach schließlich diese erste „Supergroup“. Bei den anschließenden Solokarrieren war Clapton der erfolgreichste, auch wenn er nie wieder so gut war. Aber das wollen viele Clapton-Fans einfach nicht wahrhaben. 😉

Sunshine of Your Love

Spoonful

Crossroads

Anyone for Tennis

N.S.U. – Royal Albert Hall 5/2005

1. The Velvet Underground

Die Mutter aller Indie-Bands. Nahmen in der Zeit ihres Bestehens von 65 bis 69 vieles aus den 70ern und 80ern vorweg und spielten seinerzeit total am herrschenden Zeitgeist vorbei. Notorisch erfolglos, trotz der anfänglichen Protegierung durch Andy Warhol. Vereinten die grandiose Lyrik Reeds mit amerikanischen Rock and Roll und zeitgenössischer europäischer E-Musik (Cale war ausgebildeter klassischer Pianist und Viola-Spieler). Experimentierten sowohl musikalisch (andere Stimmungen der Instrumente, gewollte Kakaphonien, endlose Wiederholungen …) als auch textlich: Reeds Vorbilder waren die Beat-Poeten und ihre Themen. So drehten sich seine Songs um Großstadtthemen wie Drogen, Huren, durchzechte Nächte, die Einsamkeit der Party-People. Sie klangen oft harmlos, und waren doch sarkastisch oder zynisch. Die New Yorker Band war so etwas wie ein desillusioniertes Gegenmodell zu den Hippies der Westküste: schwarz, düster, pessimistisch, ohne Träume. Mit „Heroin“ und „Venus in Furs“ hatten sie zwei der für mich besten Rocksongs überhaupt im Programm. Scheiterten sowohl an der eigenen Erfolglosigkeit als auch an den Egotrips der Bandmitglieder, besonders an denen von Lou Reed.

Andy Warhol’s Exploding Plastic Inevitable

I’ll Be Your Mirror

I’m Waiting For The Man

The Gift

Oh! Sweet Nuthin‘