Aphorismus #979

Alas, to wear the mantle of Galileo it is not enough that you be persecuted by an unkind establishment, you must also be right.

Robert L. Park, Autor des Klassikers Voodoo Science (deutsche Ausgabe: Fauler Zauber), der gründlich mit aller Pseudowissenschaft aufräumt.

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Aphorismus #926

Symphony of Science

Jede Menge guter Zitate von wirklich Großen ihrer Zunft musikalisch aufbereitet – ich finde es großartig.

Aphorismus #851

Sed nescio quo modo nihil tam absurde dici potest quod non dicatur ab aliquo philosophorum.

Frei übersetzt:

Nichts Absurdes kann es geben, das ein Philosoph nicht sagen würde.

Auf Englisch weit „knackiger“:

There is nothing so ridiculous but some philosopher has said it.

Cicero (106 – 43 v.d.Z.), De Divinatione (Über das Wahrsagen), Buch II, 119

Aphorismus #773

Wort zum Sonntag #60

Warum ich kein Christ bin – Teil V

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil II: Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

Teil III: Gnade dir Gott! Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

Teil IV: Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Tei VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

5. Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

5.1. Am Anfang war das Wort? Von wegen!

Das Wort, der Logos am Anfang? Vor allem anderen? Nichts weniger als das will das Johannesevangelium seinen Lesern weismachen:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.  In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. Johannes 1, 1- 5

Was da der unbekannte Verfasser Ende des 1. Jhd. n.d.Z. (nicht nur) am Anfang seines Evangeliums treibt ist Etikettenschwindel. Es ist die schamlose Usurpation des philosophischen Begriffs logos von einem, der von logos, von Logik, von Vernunft und Philosophie außer ein paar aufgeklaubten Brocken keinen Dunst hatte. Seitdem sind christliche Theologen immer wieder so verfahren: Man höre auf den Zeitgeist, nehme bestimmte Stichwörter auf, deute sie im eigenen Sinn um und schon kann man behaupten, dass Gott/ Jesus/ die Kirche die eigentliche „Erfüllung“ des menschlichen Fragens sei. Solches geschah z.B. auch bei Begriffen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Sinn… Und was 2000 Jahren funktionierte wird auch heute noch gerne umgesetzt.
Am Anfang war auch nicht die Tat, wie es Goethe seinem Alter Ego Faust in den Mund legte, am Anfang des Christentums wie jeder Religion steht der Mythos. Was sonst. Am Anfang jedes Glaubenssystems steht ein Gründungs-, Erwählungs- oder Schöpfungsmythos. Der älteste uns überlieferte religiöse Mythos findet sich im Gilgamesch-Epos, das dabei in seiner Weise den Menschen als „noch nicht festgestelltes Tier“ (Nietzsche) sieht. In der hebräischen Bibel, dem Tenach ist der Gründungsmythos nicht eine der beiden Schöpfungsgeschichten- die sind weit später entstanden!-, sondern die „wundersame“ Errettung der Hebräer vor den Ägyptern durch Jahwe am Schilfmeer (2. Mose 14). Aus diesem Mythos leitet sich die besondere Beziehung Israels zu Jahwe als „erwähltes“ Volk und die Jahwes zu „seinem“ Volk als Gesetzgeber, König, Richter und Retter ab. Je mehr jedoch Israel in seiner Geschichte mit anderen Völkern in Kontakt kam, je mehr es auf der Bühne der Weltgeschichte auftauchte, und es mehr und mehr andere Götter und Religionen kennen lernte, desto exklusiver wurde Jahwes Anspruch: So lange bis aus dem Wüstengott eines kleinen nomadischen Clans der Schöpfer des Himmels und der Erde wurde. Was für eine Karriere! Israel hatte in den vielen Krisen seiner Geschichte ganz gewaltig damit zu kämpfen, dass die Welt und ihre Geschicke sich so ganz anders verhielten als es die Schriften des Moses und der Propheten (vorher)-sagten. Die Lösung war in den seltensten Fällen jedoch eine echte Auseinandersetzung und Diskussion auf (religions-)philosophischer Ebene, wie sie z.B, hinter dem Projekt der Septuaginta, der Übersetzung des Tenach ins Griechische, stand. Die immer wieder erfolgte „Lösung“  des Auseinanderklaffens von erlebter Realität und geglaubtem Mythos war die vollkommene Unterordnung ersterer unter den Mythos mit anschließender Neuinterpretation und Neubewertung. Am deutlichsten wird dies in der Apokalyptik wie z..B. im Buch Daniel: Da hängen die Geschicke nicht nur Israels, sondern der ganzen Menschheit am Handeln eines Erwählten, an seinem Glauben und seinem Festhalten an Jahwe. An diesem Punkt hat das Neue Testament weitergemacht und sich immer weiter vom alttestamentarischen Schilfmeer-Mythos entfernt, bis man schließlich Israel den Rang als Volk Gottes streitig machen konnte. An die Stelle des ursprünglichen Erwählungsmythos tritt spätestens mit Paulus „das Wort vom Kreuz“ (1. Kor 1, 18). Dieser neutestamentliche Erwählungs-Mythos zerfällt in drei Teile*:

  • Jesus tut Wunder und predigt das Reich Gottes
  • Jesus stirbt am Kreuz für die Sünden der Welt
  • Jesus wird von seinem Vater am dritten Tage auferweckt

Wer sich taufen lässt und bekennt: „Kyrios Jesus! – Jesus ist der Herr!“, der   partizipiert an diesem neuen Erwählungsmythos, der ist „gerettet“ und wird einst von den Toten auferstehen zum Heil. Es bedarf nicht wirklich viel Überlegung, um zu erkennen, dass dies ein Mythos ist und ganz bestimmt kein Logos, kein vernünftiges, diskutables und falsifizierbares Wort:

  • Das Reich Gottes haben vor Jesus, zu seiner Zeit und nach ihm unzählige andere gepredigt. Auch selbst ernannte Wundertäter gab es damals so viele, als dass man keinem von ihnen hätte  Glauben schenken müssen.
  • Dass Jesu ganz gewöhnlicher Tod am Kreuz- gewöhnlich für einen des Aufruhrs Bezichtigten!- etwas besonderes war, wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer. Es ist Interpretation, nicht Tatsache. Das Leben des Brian ist auch eine Interpretation der Evangelien, eine besonders gelungene zudem. Vielleicht enthält der Film ja mehr „Wahrheit“ als die zahllosen Auslegungen aller Theologen zusammen.
  • Auch die Auferstehung ist nur Behauptung. Sie ist ohne Belege außerhalb der Reihen der Gläubigen, die eine Begegnung mit Jesus behaupteten. Und deren Geschichten sind alles andere als konsistent und glaubhaft. Wer glaubt taugt wenig als unvoreingenommener Zeuge für das von ihm Geglaubte…

Ich weiß, dass sich Gläubige durch Fakten und Zweifel nicht wirklich beeindrucken lassen. Nebbich. Wenn jedoch wie seit Johannes üblich der Mythos, die Widervernunft eines sterbenden Gottessohnes zum Logos, zur wahren Vernunft, zum Maß aller Dinge in allen Lebensbereichen erhoben wird, dann wird eine lächerliche Legende zu einem Gift, das nach 2000 Jahren Christentum noch immer seine verheerende Wirkung zeigt. Nicht Wissenschaft und Gesellschaft, nicht Moral und Politik haben sich dem Gründungsmythos irgendeiner Religion unterzuordnen sondern umgekehrt. Wenn es Christentum, Islam & Co. nicht passt, dass wir in einer säkularen Gesellschaft leben, dann muss ich mit dem alten Spruch meiner Eltern nach ergebnisloser politischer Diskussion antworten: „Geht doch rüber, wenn’s euch nicht passt!“ O.K. früher war das einfacher, da musste man nur in die DDR…
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* Der vierte Teil des Mythos, die „Menschwerdung Gottes“, wie sie die Weihnachtsgeschichten andeuten, kommt erst später dazu. in der Auseinandersetzung mit der Apotheose der römischen Kaiser.

Aphorismus #731

Wort zum Sonntag #54

Warum ich kein Christ bin – Teil I

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil II: Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

Teil III: Gnade dir Gott!
Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

Teil IV. Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Teil V: Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

Teil VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

Seit Jahren laufen den Kirchen ihre Schäflein in Scharen davon, in jüngster Zeit wieder vermehrt dank der vielen Skandale, in die das „Bodenpersonal Gottes“ verwickelt ist. Fragt man die Austretenden nach den Gründen, gibt es überraschend viele, die nicht (nur) wegen der Kirchensteuer austreten, oder weil sie mit dem ganzen Jenseits-Gedöns nichts anfangen können, sondern ein beträchtlicher Teil erklärt, dass sie ihr „Christsein auch so, d.h. ohne Kirche, leben können“. Christen ohne Kirche? Das ist natürlich für die Kirchenoberen jedweder Couleur ein Unding, eine Ketzerei, die nur noch vom Atheismus getoppt wird. Aber da ihr Gerede vom Glauben als „Voraussetzung für ein sinnvolles Leben“, von „Vergebung durch Christus“, von „ewiger Verdammnis oder Seligkeit“ kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervorlockt, fühlen sie sich auf verlorenem Posten: Die Leute glauben jeder für sich, brauchen keine Kirche, brauchen keine Pfaffen. Wo soll das noch hinführen? Die einen drohen dann mit einem Strafgericht ihres Bosses, die anderen locken mit der „Gemeinschaft der Heiligen“, mit der christlichen Gemeinde als Gegenmodell für die böse Welt.
Natürlich ist es eine gute und ehrenvolle Sache aus dem jeweiligen Glaubensverein auszutreten, aber irgendwie ist es für meinen Geschmack bei den „Ich-kann-auch-alleine-ein-guter-Christ-sein“-Zeitgenossen nicht so recht durchdacht, was sie da sagen und glauben. Irgendwie sehen sie den Glauben an Gott, die Person Jesus Christus und auch das Christsein viel zu positiv. Positiver jedenfalls als es die ganze Angelegenheit wirklich ist. Dagegen helfen nur die Fakten. Und die hat das Christentum reichlich angesammelt, warum ich kein Christ bin, warum es überhaupt die bessere Wahl ist, kein Christ (mehr) zu sein.

Aphorismus #689

Shit Happens Every Sunday #48

TAOISM: Shit happens.
CONFUCIANISM: Confucius say, „Shit happens“.
ZEN: (What is the sound of shit happening?)
JESUITISM: If shit happens and when nobody is watching, is it really shit?
ISLAM: Shit happens if it is the will of Allah.
COMMUNISM: Equal shit happens to all people.
CATHOLICISM: Shit happens because you are bad.
PSYCHOANALYSIS: Shit happens because of your toilet training.
SCIENTOLOGY: Shit happens if you’re on our shit list.
ZOROASTRIANISM: Bad shit happens, and good shit happens.
UNITARIANISM: Maybe shit happens. Let’s have coffee and donuts.
RIGHT-WING PROTESTANTISM: Let this shit happen to someone else.
JUDAISM: Why does shit always happen to US?
REFORM JUDAISM: Got any Kaopectate?
MYSTICISM: What weird shit!
AGNOSTICISM: What is this shit?
ATHEISM: I don’t believe this shit!
NIHILISM: Who needs this shit?
AZTEC: Cut out this shit!
QUAKER: Let’s not fight over this shit.
FORTEANISM: No shit??
12-STEP: I am powerless to cut the shit.
VOODOO: Hey, that shit looks just like you!
NEWAGE: Visualize shit not happening.
DEISM: Shit just happens.
EXISTENTIALISM: Shit doesn’t happen; shit is.
SECULAR HUMANISM: Shit evolves.
CHRISTIAN SCIENCE: Shit is in your mind.
BUDDHISM: Shit happens, but pay no mind.
SHINTOISM: Shit is everywhere.
HINDUISM: This shit has happened before.
WICCA: Mix this shit together and make it happen!
HASIDISM: Shit never happens the same way twice.
THEOSOPHY: You don’t know half of the shit that happens.
DIANETICS: Your mother gave you shit before your were born.
SEVENTH DAY ADVENTIST: No shit on Saturdays.
JEHOVAH’s WITNESSES: No shit happens until Armageddon.
MOONIES: Only happy shit really happens.
HOPI: Corn fertilizer happens.
BAHA’I: It’s all the same shit.
STOICISM: This shit is good for me.
OBJECTIVISM: Our shit is good for you.
EST: If my shit bothers you, that’s your fault.
REAGANISM: Don’t move; the shit will trickle down.
FASCISM: Shit makes the trains run on time.
CARGO CULT: A barge will come and take all the shit away.
EMACS: Hold down Control-Meta-Shit.
DISCORDIANISM: Some funny shit happened to me today.
RASTAFARIANISM: Let’s smoke this shit.
CHARISMATIC: This is not shit and it doesn’t smell bad.
MASONIC: Shit happens, but we can’t discuss it during Lodge.
RED CROSS: Shit happens – send money.
CAPTAIN KIRK: … to go and boldly shit where no man ever dared to shit before …

Diese erschöpfende Sammlung der wichtigsten Auslegungen des tiefsinnigen Mems „Shit happens“ habe ich auf der Seite der Free Software Foundation gefunden!
Disclaimer: The Free Software Foundation claims no copyright on this joke. – Und ich selbstverständlich auch nicht.
Weitere Varianten sind selbstverständlich willkommen und werden bei Gefallen veröffentlicht.