Aphorismus #988

Kleine Fremdwortkunde:

Privatisierung – von lat. privatus, „abgesondert, beraubt, getrennt“.
Im Gegensatz dazu steht die Politik – von gr. Πολιτικά, alle Tätigkeiten, Gegenstände und Fragestellungen, die die Polis, das Gemeinwesen betreffen.
Die Bezeichnung „Politiker“ für unsere Volksvertreter ist also lediglich ein Euphemismus, treffender wäre da die Titulierung als Idioten, von gr. ἰδιότης „Privatperson“; latinisiert idiōta „Laie“, „Pfuscher“, „Stümper“.

Alles in der Wikipedia und in jedem guten Fremdwörterbuch nachzulesen.

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Aphorismus #962

Mit dem Dreikönigstreffen eröffnen wir unser Liberales Jahr 2011.

Dieses Pfeifen im Walde hat gestern die Oberpfeife der FDP Guido W. auf dem Dreikönigstreffen seines Pfeifenclubs von sich gegeben.
Wie sehr ihn der dunkle Wald des Machtverlusts ängstigt, wird klar bei seiner abschließenden Litanei darüber, wozu Deutschland die FDP so dringend braucht. Wer so redet steht mit dem Rücken zur Wand. Und wie immer in D kommt die Gefahr nicht von rechts, nicht von Glatzen, NPD, Rassisten und Antisemiten, auch nicht von der z.Zt. so beliebten „Das wird man doch noch sagen dürfen“-Attitüde, sondern die Gefahr von links. Als wenn die SPD links wäre und die Linke tatsächlich linke Politik machen würde, wo sie mitregiert.
Lächerlich.

Wir Liberale gehen auf Angriff, weil wir linke Mehrheiten in Deutschland verhindern wollen.

Wem die Bürgergesellschaft wichtiger ist als Staatsgläubigkeit, der hat nur die FDP.
Wer die Mittelschicht stärken will, damit sich die Gesellschaft nicht spaltet, der hat nur die FDP.
Wer den Mittelstand in das Zentrum der Wirtschaftspolitik rücken will, der hat nur die FDP.
Wer die Bürgerrechte schützen will, weil es Sicherheit ohne Freiheit nicht gibt, der hat nur die FDP.
Wer in der Bildung Chancengleichheit will, aber nicht Ergebnisgleichheit, der hat nur die FDP.
Wer eine Umweltpolitik der besten Ergebnisse will statt der guten Absichten, der hat nur die FDP.
Wer einen Sozialstaat will, der den Bedürftigen hilft und nicht den Findigen, der hat nur die FDP.
Wer in neuen Technologien zuerst die Chancen sieht und nicht nur Risiken, der hat nur die FDP.
Wer will, dass sich die eigene Anstrengung lohnt, der hat nur noch die FDP.
Wer die Freiheit liebt, der braucht eine starke FDP. Und eine starke FDP braucht Sie.

Besser kann man die Gründe nicht zusammenfassen, warum jeder denkende Mensch einen weiten Bogen um diese drittklassige Schauspieltruppe machen sollte. Womit ich keinesfalls die ehrbaren Schauspieler beleidigen möchte. Aber die FDP (und nicht nur sie) tut nur so, als würden sie Politik machen. Ihre Aufführung des Stückes Regierungspolitik ist billigstes Schmierentheater ohne Unterhaltungswert. Regiert und entschieden wird nicht in Berlin, früher nannte man das Kapital. Aber das ist ja Kommunismus, wenn man so redet.

Aphorismus #932

So klammert sich der Schiffer endlich noch
Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.

Goethes Kommentar – der letzte Satz aus Torquato Tasso – zur aktuellen Atompolitik, Stuttgart 21, Hartz IV und all dem anderen Wahnsinn, den unsere Regierenden derzeit zu verantworten haben.

Aphorismus #925

Es ist nicht so, daß die Politiker diese Wahl träfen, weil sie „schlechte Menschen“ währen; viele von ihnen beginnnen ihren Dienst am Staat aus idealistischen Motiven. Sie treffen diese Wahl, weil sie Teil eines Systems gegenseitiger Machtausübung geworden sind, dessen Gesetzen sie nun unterworfen sind. Dieses System gegenseitiger Machtausübung ist, um es deutlich zu sagen, der vom Großkapital beherrschte Staat selbst.

Janet Biehl, Der Libertäre Kommunalismus, 1998

Aphorismus #888

Das Grundübel unserer Demokratie liegt darin, dass sie keine ist. Das Volk, der nominelle Herr und Souverän, hat in Wahrheit nichts zu sagen.

Dieses Zitate stammt nicht von einem Berufsquerulanten, einem Altrevolutionär oder einem sonstigen Miesmacher, sondern vom angesehenen Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim. Wie Recht er doch hat.  „Unsere“ Bundesregierung ist nach Kräften bestrebt, dies tagtäglich zu belegen.

Und weil es so „schön“ ist, noch ein Zitat vom selben Autor:

Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.

Aphorismus #880

Don’t leave it in the hands of the politicians!

Eine kleine aktuelle Abwandlung des (inoffiziellen) UFC-Mottos „Don’t leave it in the hands of the judges!
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Anmerkung: Mir ist absolut unverständlich, warum der Box-Kampf am Samstag Klitschko vs. Briggs vom Ringrichter nicht spätestens nach der 8. Runde abgebrochen wurde. Briggs hatte keine Chance mehr zu gewinnen. Auch dass die Ecke von Briggs nicht das Handtuch warf, halte ich für grob fahrlässig. Bezahlen muss der Boxer mit seiner Gesundheit. Das ist kein Kampf der Welt wert! Eigentlich wollte ich deswegen heute Bob Dylans „Who Killed Davey Moore“ verlinken. Aber leider, leider hat ja Sony alles von Dylan bei YouTube löschen lassen. So viel zur Freiheit der Kunst.