Aphorismus #1024

Wenn die Kirchen im Durchschnitt noch fünf Prozent Eigenmittel beisteuern, muss man schon froh sein!

Ursula Krickl vom Deutschen Städte- und Gemeindebund zum Thema christliche Kindergärten

Bei Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen ist das nicht anders. Sogar ihre Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie, betreiben die Kirchen zu achtundneunzig Prozent mit dem Geld aller.

Zu finden sind diese skandalösen Fakten in dem lesenswerten SPON-Artikel: Getauft für den Job

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Aphorismus #977

Die [katholische] Kirche […] ist durch den Missbrauchsskandal unter ein allgemein gesellschaftlich akzeptiertes Zivilisationsniveau gefallen. Damit ist sie nicht nur hinter ihren eigenen Anspruch zurück gefallen, sondern hat sich außerhalb des gesellschaftlich akzeptierten moralischen Konsenses gestellt.

Dr.rer. soc. Dr. theol. Michael N. Ebertz, Professor für „Sozialpolitik, Freie Wohlfahrtspflege, kirchliche Sozialarbeit“ an der Katholischen (sic!) Hochschule Freiburg in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger
Wenn das mal nicht dem Herrn Professor den Lehrstuhl kostet.

Aphorismus #762

Der Gedanke, es durch Demut zu irgendeiner abstrakten Vollkommenheit zu bringen, sich über alle andern zu erheben, kann die Frucht entweder des Dünkels oder des Schwachsinns sein und führt in beiden Fällen unvermeidlich zur Heuchelei.

Der russische Literaturkritiker Wissarion Grigorjewitsch Belinski in einem Brief an Nikolai Gogol vom 15. Juli 1847
Der letzte Satz des Wikipedia-Artikels ist sehr erhellend: Die Erwähnung seines Namens war bis 1856 in der russischen Presse verboten.

Aphorismus #745

Wort zum Sonntag #56

Warum ich kein Christ bin – Teil III

Teil I: Die Bibel, ein orientalisches Märchenbuch

Teil II: Erbsünde – Gott, was sind wir alle schlecht!

Teil IV. Christlicher Verfolgungswahn – Ketzer, wohin man blickt!

Teil V: Der größte Feind der Vernunft ist das Christentum (und die anderen Religionen)

Tei VI: Das Weib schweige in der Gemeinde. Und nicht nur dort!

Teil VII: Von wegen „lieber Gott“

3. Gnade dir Gott!
Die selbst ernannte Religion der Liebe kennt keine Gnade, keine Liebe, keine Menschlichkeit

3.1. Eigenlob stinkt

Vorab zwei Fragen:

  1. Wer erließ ein Gesetz, dass Sklaven nicht grausam behandelt werden dürfen?
  2. Wer verbot scharfe Waffen bei den Gladiatorenkämpfen?

Bei beiden Fragen sind die Antwortmöglichkeiten gleich.

  • a) Papst Leo der Große
  • b) Kaiser Nero
  • c) Caesar
  • d) Kaiser Marc Aurel

Das wäre bestimmt eine sichere Bank bei Günther Jauch für die Millionenfrage. Eine sichere Bank für RTL, damit sie nicht zahlen müssen. Die allermeisten würden wohl „Leo“ sagen, Aber dass Nero ein Herz für die Sklaven hatte? Dass Marc Aurel blutigen Gladiatoren-Kämpfen nichts abgewinnen konnte, wie seine anderen „heidnischen“ Vorgänger auf dem Kaiserthron – Tiberius oder Augustus? Wer hätte das gedacht? Wo doch Nero Rom anzünden ließ- das weiß ja jedes Kind, in „Quo Vadis?“ ist es schließlich zu sehen! Und wer so eine Schuft und Christenverfolger ist, der MUSS böse sein, von Grund auf. Ach ja die Erbsünde. Die wird vom gemeinen Christenmenschen am liebsten bei anderen konstatiert. –
Nachdem es immer wieder zu Verboten blutiger Kämpfe in den Arenen kam, bzw. zum Versuch wenigstens die Anzahl einzudämmen, wurde schließlich im Jahr 365 eine sehr christliche Lösung gefunden: Christen durften einfach nicht mehr als Gladiatoren kämpfen! Da bekamen dann also nur noch die Heiden, was sie verdient hatten… Zynischer geht es kaum. Konstantin der Große, der die Kirche über sein Reich brachte, war übrigens 325 so „gnädig“, Delinquenten nicht mehr als Kämpfer in die Arena zu schicken, sondern zur völlig humanen Zwangsarbeit ins Bergwerk. Ein durch und durch vorbildlicher Christ dieser Kaiser. Was höre ich da von Zeitumständen? Von Sachzwängen? Von anderen Maßstäben? – Stimmt ja. Mixas Watschen waren vor 30 Jahren auch den Zeitumständen geschuldet. – Wer für ewige Wahrheiten eintritt, sollte sich nicht wundern, wenn solche dann gegen ihn gerichtet wird.

Mit diesen Beispielen aus den ersten Jahrhunderten der Kirche will ich verdeutlichen, wie unser Blick auf die Geschichte seit der Ausbreitung des Christentums eben durch dasselbe geprägt ist, so dass es uns schier unmöglich ist, ein objektives Bild davon zu erhalten. – Ganz „uneigennützig“ haben die Christen damals, wie es heute die Taliban auf ihre Weise tun, tabula rasa gemacht mit allem, was ihre Gegner sagten und hinterließen, was für sie heidnisch war oder gar teuflisch. Es fand in den ersten christlichen Jahrhunderten des römischen Reiches, die direkt ins finstere Mittelalter mündeten, eine General-Zensur ungeheuren Ausmaßes statt. Wäre nicht der Islam im Osten siegreich gewesen und hätte die antiken Schätze und Schriftrollen bewahrt, und hätte es nicht Orte und Menschen gegeben, zu denen der lange Arm Roms nicht hinreichte, wer weiß: Wir würden heute weder Plato kennen, noch eben andere, d.h. kritische Stimmen zum Aufstieg des Christentums von einer jüdischen Sekte zur römischen Staatskirche.

Man stelle sich vor, vom derzeitigen Irakkrieg würde es fast ausschließlich Dokumente der „embedded journalists“ geben. Welches schiefe Bild hätten wir dann von ihm?

Kann man getrost die Bibel in weiten Teilen ein Märchenbuch nennen (vgl. Teil I): voller frommer Erfindungen (wie z.B. die Sache mit der Bundeslade als Sänfte für Jahwe), beispielloser Übertreibungen (bei fast allen Zahlenangaben im AT kann man getrost ein bis drei Nullen streichen!), Beugungen der Wahrheit (aus dem mit viel Macht und Soldaten ausgestatteten Gouverneur Pilatus der letzten und unabhängigen Instanz im Prozess gegen Jesus wird ein ganz schwacher Beamter, der in der Hand des Volkes war; die Christusmörder sind also die Juden), absichtlicher Weglassungen und Verdrehungen (die vielen, vielen Bearbeitungen, die allein der Pentateuch erfahren hat!), so hört dies mit der Offenbarung des Johannes nicht schlagartig auf.  Es geht munter so weiter von den ältesten Zeugnissen der sog. Kirchenväter bis zur jüngsten Enzyklika des Papstes. Es baut eben eines auf das andere auf. Wer Wunder in der Bibel zusammenphantasiert, der muss dies auch später tun in den zahllosen Heiligenlegenden oder anderen „Zeugnissen“. Wer sich als kleine Herde wähnt, wer sich immer und überall verfolgt glaubt, der muss die ganze Kirchengeschichte als eine der Verfolgung und Anfechtung darstellen, selbst in den Zeiten, als die Kirche über Europa herrschte.
Solcherlei Geschichtsfälschungen sind beileibe keine Spezialität Roms. Die evangelischen Kirchen waren und sind auch nicht viel besser. Zwar ließ sie der Schlachtruf des Humanismus- Ad fontes!– zu den Quellen greifen- aber zu welchen? Eben nur zur Bibel, bestenfalls zu den genehmen Kirchenvätern. Da wurden also die alten Lügen 1:1 übernommen. Heute werden zwar diese Urkunden historisch-kritisch ausgeleuchtet, aber am Ende siegt dann doch wieder die „göttliche, offenbarte Wahrheit“. Was nützt es, wenn in den Seminarräumen der theologischen Fakultäten über den Faktengehalt der Ostergeschichten, oder über die Landnahme der Israeliten kritisch nachgedacht wird, und wenn in der Gemeindearbeit substantiell so gut wie nichts übrig bleibt- was hilft das, wenn es auf den Kanzeln eben keinen Niederschlag findet? Moderne Theologie tut  unheimlich kritisch und aufgeklärt und hat doch nur den Zweck, mit „modernen“ Mitteln Menschenfischer auszubilden, auf dass der Bestand der Kirche bleibe oder vermehrt werde. Wer behauptet, man müsse beim Betreten einer Kirche- ob katholisch oder protestantisch- nicht seinen Verstand an der Garderobe abgeben, der lügt sich selbst in die Tasche. Glauben war immer und wird es immer sein: ein „Willing Suspension of Disbelief for the Moment„. Und darum hat die Bibel genauso viel Plausibilität wie der Koran, Russells Teekännchen oder das FSM und die Kirchengeschichte hat so viel Glaubwürdigkeit wie Münchhausens Lügengeschichten.

In dir ist der Satan, den werde ich dir schon austreiben!

Der oberste (schein)-heilige Moralapostel der Nation ein ganz profaner Kinderverhauer?

Die SZ berichtet heute ausführlich über das einschlägige Wirken des Augsburger Bischofs Malter Wixa (scnr!) Walter Mixa in den 70ern udn 80ern als Stadtpfarrer zu Schrobenhausen. Ausführlich schildern dabei ehemalige Heimzöglinge untermauert mit eidesstattlichen Erklärungen, wie sie vom damaligen Hochwürden windelweichgeprügelt wurden, mit Kochlöffel, Teppichklopfer, Stock oder Hand- natürlich auf den nackten Hintern, damit der Teufel auch ja ausgetrieben wird…
Die Reaktion des Bistums ließ nicht lange auf sich warten und war wie zu erwarten deutlich: NIE, GARNIENICHT habe Mixa irgendwann irgendwie einem Kind nur ein Härlein gekrümmt blablabla Und gedroht wurde wieder, wen wundert’s? Diesmal nicht mit Schlägen sondern mit der Justiz.
In die Wüste müsste man ihn und seinesgleichen schicken, unter Aberkennung jeglicher staatlicher (!) Pensionsansprüche. Aber solange noch genügend Gläubige sich finden, solange die Kirchen in unserem Staat ein vielfach privilegiertes Sonderdasein führen dürfen, solange sie von der Politik hofiert werden, und letztlich solange sie dem Kapital nützlich sind durch ihre karitative und ehrenamtliche Arbeit zur Ruhigstellung und Vertröstung, solange wird sich nichts ändern.
Es bleibt dabei:

Écrasez l’infâme!